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    Bad Kissingen

    Generationenwechsel im "Pizza Express" von Bad Kissingen

    Frank Sacilotto hat schon als Schüler in der elterlichen Pizzeria geholfen.  Trotzdem hat er erst einmal Maler und Verputzer gelernt. Anna Wentrock
    Frank Sacilotto hat schon als Schüler in der elterlichen Pizzeria geholfen. Trotzdem hat er erst einmal Maler und Verputzer gelernt. Anna Wentrock

    Frank Sacilotto ist ein aufgeweckter, lebensfroher Mann und verbringt die meiste Zeit in seiner kleinen, bekannten Pizzaria in der Grabengasse von Bad Kissingen . Der " Pizza Express" zählt zum Kult der Kurstadt und wurde am 1. April 1984 von Piero Sacilotto eröffnet. "Mein Papa kam 1956 nach Deutschland, damals als Schmied. Er ist hier nach kurzer Zeit in die Gastronomie gerutsch - und dort geblieben", erzählt Frank Sacilotto. Der 46-Jährige übernahm im vergangenen Jahr die Pizzaria seines Vaters, da dieser aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten musste.

    "Anfangs war es nicht leicht, mittlerweile ist es Routine." Frank Sacilotto hat ursprünglich Maler und Verputzer gelernt. "Ich habe zwischendurch auch hier ausgeholfen, auch schon während der Schulzeit. Nach der Schule habe ich oft die Vorbereitungen in der Küche gemacht, danach habe ich natürlich auch immer eine Pizza bekommen", blickt er zurück und lacht.

    Heute arbeitet er mit seiner Lebensgefährtin Silvia Metz und zwei Aushilfskräften in der Pizzeria. Doch das reiche meist nicht. "Wir bekommen zusätzlich Unterstützungen von Freunden, und auch mein Papa arbeitet hier vormittags meistens wieder mit. Ich bin froh dass er jetzt gesundheitlich wieder auf dem Damm ist." Silvia Metz wünscht sich trotzdem Verstärkung: "Über eine weitere Arbeitskraft würden wir uns wirklich sehr freuen."

    Viele der Stammgäste schätzen, dass die Pizzaria im Grunde noch genau so aussieht wie früher. Das soll auch so bleiben. "Hier sind viele ihrer Kindheitserinnerungen entstanden, die möchten wir erhalten", erklärt Frank Sacilotto. "Wir werden einige saisonbedingte Pizzavariationen einführen, zum Beispiel mit frischem Spargel oder Räucherlachs . Aber ansonsten habe ich nicht vor, etwas zu ändern."

    Es freue ihn, dass sich die Pizzeria, die sein Vater aufgebaut hat, so etabliert hat. Vor allem gefällt ihm und seiner Lebensgefährtin, dass die Kunden so unterschiedlich sind. "Es ist ein schönes Bild wenn sich Mittags die Schulkinder eine Pizza holen und hinter ihnen stehen Oma und Opa, die auch eine wollen", erzählt Silvia Metz. Frank Sacilotto hängt an: "Was ich immer schön finde ist, wenn beim Essen der Fensterputzer neben dem Arzt sitzt, der neben dem Bauarbeiter und dieser sitzt neben dem Bürgermeister. Und es gibt keine Schwelle dazwischen." Er schaut nach draußen und schmunzelt. "Schön ist auch, wenn Mittwoch Abend das Telefon klingelt und ich schon genau weiß, welche zwei Pizzen bestellt werden. Das sind die wirklich tollen Momente."

    Auch wenn es anfangs nicht geplant gewesen sei, dass er die Pizzaria eines Tages übernehme, sei er im Nachhinein froh darüber. "Es macht mir wirklich sehr viel Spaß."

    Anna Wentrock

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