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    Geroda: "Die glücklichsten Jahre haben wir hier verlebt"

    Über ein Jahrzehnt war die Pfarrkirche St. Martin in Geroda die berufliche Heimat von Pfarrer Carsten  Friedel. Foto: Julia Raab
    Über ein Jahrzehnt war die Pfarrkirche St. Martin in Geroda die berufliche Heimat von Pfarrer Carsten Friedel. Foto: Julia Raab

    Nachdenklich steht Pfarrer Carsten Friedel vor der evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Martin in der Ortsmitte. Seit dem Jahr 2007 ist er in der Gemeinde tätig. Mittlerweile sind er und seine Familie fest ins Dorfleben integriert. Sohn Clemens ist acht Jahre alt, hat feste Freunde und ein reges Sozialleben. "Für Clemens wird der Umzug wahrscheinlich am schwierigsten", sagt Friedel. Denn Tochter Lisa-Marie ist noch zu klein, um alles genau mitzubekommen.

    Trotzdem ist für ihn die Zeit gekommen, die Zelte in Geroda abzubrechen und eine neue Stelle in seiner Heimatgemeinde Arzberg im Fichtelgebirge anzutreten. "Ich freue mich sehr, zu den Wurzeln zurückzukehren", sagt Friedel. Als Pfarrer in die selbe Kirche zu kommen, in der er seine Kindheit und Jugend verbracht hat, in der er getauft und konfirmiert wurde, ist nicht nur einfach für ihn. Aber "ich war so lange weg, dass mich die Menschen dort nicht mehr für den Jungen von damals halten werden", ist er sich sicher.

    Zurück in die Heimat

    Am 1. September tritt er seine neue Stelle im rund 7000 Einwohner starken Ort an. Alleine wird er dort nicht sein, gemeinsam mit einem zweiten Pfarrer wird er in Arzberg und den umliegenden Dörfern tätig sein. "Im Vertrauen auf Gott gehen meine Frau und ich diesen Umzug an", sagt er. Geroda werde er trotzdem vermissen, denn hier habe er als Berufsanfänger viele positive Erfahrungen gemacht.

    Die Ausbildung zum Pfarrer absolvierte Friedel im Dekanat Lohr. Nach drei Jahren Probedienstzeit in Bad Kissingen kam er als schließlich in die kleinste Marktgemeinde im Landkreis. "Damals habe ich viel Rückenwind bekommen, sowohl von den Menschen vor Ort als auch von den Kollegen im Dekanat", sagt Friedel. Besonders was den Verwaltungsaufwand betraf, stand der junge Pfarrer vor größeren Aufgaben. Auch hier erfuhr er tatkräftige Unterstützung durch seine Kollegen.

    Viel Unterstützung

    In Geroda und Platz habe er die Menschen in den über elf Jahren als sehr nahbar erlebt. "Die Zusammengehörigkeit in diesem Ort ist schon besonders", sagt der Pfarrer. Der Kontakt zu den Menschen in der Gemeinde ist nach ein paar Jahren noch enger geworden - dazu beigetragen haben die Besuche zu runden Geburtstagen und auf Veranstaltungen in der Gemeinde. "Es ist alles sehr unkompliziert hier", stellt Friedel fest.

    Auch was die Zusammenarbeit zwischen der kirchlichen und politischen Gemeinde angeht, hat er nur positive Erfahrungen gemacht. "Und es gibt immerhin 13 Personen, die sich aktiv im Kirchenvorstand einbringen - für eine Gemeinde dieser Größe ist das schon viel", sagt Friedel. Die größte Unterstützung bekommt er von seiner Familie, erzählt Friedel. "Ohne meine Frau Nicole könnte ich das alles gar nicht machen."

    Der gemeinsame Glaube in der Familie und das Vertrauen in Gott sind ihm sehr wichtig, sagt er. Für die Kinder sei es besonders schön gewesen, hier in Geroda aufzuwachsen. "Man gehört einfach dazu", fasst er zusammen. Der Gemeinde wünscht er für die Zukunft "frischen Wind". Manchmal, erzählt Friedel weiter, könne so ein Wechsel ja auch ganz belebend für das Gemeindeleben sein. "Wir haben hier die glücklichsten Jahre verlebt", blickt er zurück. Und die Erinnerung, die bleibt immer.

    INFOKASTEN

    Verabschiedung

    Der Abschiedsgottesdienst von Pfarrer Carsten Friedel findet am kommenden Sonntag, 28. Juli, um 14 Uhr in der Kirche in Geroda statt.

    Julia Raab

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