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    Geroda

    Geroda: Quelle wird erforscht

    Es gibt keinen Plan von der Bierhäuslerquelle in Geroda. Sie liegt am Rande eines Weges im Waldgebiet Seiferts-Eller. Seit 1902 sprudelt sie und versorgt den Ort mit Trinkwasser. Auf Anregung des Gesundheitsamts Bad Kissingen ließ der Gemeinderat die Quelle Anfang der Woche mit einer Kamera erkunden.

    "Wir möchten den Bestand untersuchen", erklärt Heike Kraus. Die Hydrogeologin vom Fachbüro Baur Consult aus Haßfurt ist zur Zeit häufig in der Region unterwegs. Neben Geroda begleitet sie auch die Sanierung der Quellen in Motten und die Bohrung des neuen Brunnens in der Nachbargemeinde Schondra. Die Bierhäuslerquelle, so sagt sie, sei seit 115 Jahren baulich nicht verändert worden. Nur auf dem Gelände seien Gräben gezogen, Erde aufgeschüttet und ein kleines Häuschen über dem Quellschacht errichtet worden.


    Kamera stoppt nach einem Meter

    Die Fachleute der Aqua Brunnen Service Regenerierungstechnik GmbH aus Eltmann setzen eine Kamera in das Rohr, aus dem das Wasser sprudelt. Ferngesteuert fährt sie gegen den Wasserstrom an, der mit etwa 6 bis 6,5 Litern pro Sekunde aus dem Rohr schießt. Die ersten Bilder erscheinen auf dem Bildschirm, doch nach knapp einem Meter ist erst einmal Schluss. Das Rohr ist durch einen Zwischenraum unterbrochen. "Ein Absetzschacht", vermutet Wasserwart Werner Schneider.

    Nun wird eine kleinere Kamera geholt, die mit Stäben über den Absetzschacht geschoben wird. Danach verläuft das Rohr noch etwa zehn Meter weiter bis zu einer Wand, über die das Wasser in das Rohr gelangt. Bürgermeister Alexander Schneider (UWG) berichtet, dass die Experten von zwei Sickersträngen ausgehen. Ein paar Wurzeln seien zu erkennen gewesen, aber "nichts Dramatisches", sagt Schneider.


    Zustand der Quelle ist gut

    "Die Rohre sind frei. Wir können aus der Quelle nicht mehr rausholen", fasst der Bürgermeister das Ergebnis der Untersuchung zusammen. Zunächst hatte der Gemeinderat nämlich vermutet, dass Wurzeln die Wasserzufuhr behindern könnten. Doch die Quelle ist auch nach 115 Jahren in einem guten Zustand.

    Dennoch muss sich der Gemeinderat auf lange Sicht Gedanken über ein zweites Standbein der Wasserversorgung machen. Die Bierhäuslerquelle versorgt Geroda mit Wasser und füllt den Hochbehälter. Von dort wird das Wasser in den Hochbehälter bei Platz gepumpt. Auch in Platz gibt es Quellen, "doch die sind seit Jahren außer Betrieb", erklärt Heike Kraus. Mit bloßem Auge sei das Wasser zwar klar, immer wieder aber würden Trübungen und mikrobiologische Veränderungen gemessen.


    Zweites Standbein gesucht

    Matthias Kleinhenz vom Gesundheitsamt berichtet, dass unterfrankenweit beobachtet werde, dass die Neubildungsrate des Grundwassers zurückgehe. Die Schüttung einer Quelle verändere sich immer - zum Beispiel je nach Jahreszeit. Der trockene Winter hat sich auch bei der Quelle in Geroda bemerkbar gemacht. Die Schüttung blieb zwei bis drei Liter pro Sekunde unter dem durchschnittlichen Wert. In Euerdorf sei die Quelle kürzlich sogar ganz versiegt. Inzwischen sprudele das Wasser aber wieder, sagt Kleinhenz.

    Der Gemeinderat hat mit der Bestandsaufnahme der Quelle nun eine Grundlage, weitere Entscheidungen zu treffen. Akuter Handlungsbedarf bestehe aber nicht, sagt Bürgermeister Schneider. Für die Untersuchung sind im Haushalt 10 000 Euro eingeplant worden. Für mögliche Ausbesserungsarbeiten stehen 20 000 Euro bereit. Mit der mikrobiologischen Verunreinigung im Trinkwassernetz vor einigen Wochen hat die Untersuchung der Quelle übrigens nichts zu tun. Schneider berichtet, dass damals durch den Starkregen Wasser ins Leitungssystem eingedrungen sei.


    Die Bierhäuslerquelle in Zahlen:

    10 bis 11 Liter pro Sekunde schüttet die Quelle üblicherweise im Winter. Der vergangene Winter war allerdings recht trocken, so dass noch nicht einmal acht Liter pro Sekunde erreicht wurden.

    6 bis 6,5 Liter pro Sekunde schüttet die Quelle aktuell. In heißen Sommern fällt die Schüttung auf bis zu drei Liter pro Sekunde.

    3 Liter pro Sekunde reichen aus, um Geroda mit allen seinen Ortsteilen mit Trinkwasser zu versorgen. Dennoch denkt der Gemeinderat darüber nach, ein zweites Standbein für die Wasserversorgung zu schaffen. Ulrike Müller

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