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    Bad Kissingen

    Grünes Licht für Tempo-Tafeln

    Die Kreisverkehrswacht Bad Kissingen "schenkt" sechs Städten und Gemeinden im Altlandkreis insgesamt zwölf Geschwindigkeits-Anzeigesysteme. Das begeistert nicht nur deren Bürgermeister.
    Insgesamt zwölf Geschwindigkeitsmessanlagen wie diese erhielten sechs Gemeinden im Altlandkreis Bad Kissingen. Die Bürgermeister freuten sich bei einem Pressetermin im Landratsamt. Foto: Siegfried Sebelka
    Insgesamt zwölf Geschwindigkeitsmessanlagen wie diese erhielten sechs Gemeinden im Altlandkreis Bad Kissingen. Die Bürgermeister freuten sich bei einem Pressetermin im Landratsamt. Foto: Siegfried Sebelka

    Die Demonstrations-Messtafel im Großen Saal des Landratsamtes blinkte ohne Unterlass: mit einem traurigen roten Smiley bei "überhöhter" und einem fröhlich-grünen Gesicht bei "passender" Geschwindigkeit. Bei den Bürgermeistern von sechs Gemeinden im Altlandkreis Bad Kissingen standen die Gesichter deutlich auf "Grün". Denn die Kreisverkehrswacht "schenkt" ihnen zwölf solcher Geschwindigkeitsmessanlagen für insgesamt 19 000 Euro.

    Konkret profitieren die Städte Bad Kissingen und Münnerstadt sowie der Markt Bad Bocklet, Nüdlingen, Rannungen und Thundorf. Das wurde bei einem Pressetermin im Bad Kissinger Landratsamt deutlich. Jede Kommune erhält zwei Geräte. Die Kreisverkehrswacht trägt die Kosten.

    Landrat Thomas Bold erläuterte die Idee hinter den Messgeräten. Es gehe darum, den Autofahrern ihre Geschwindigkeit bewusst zu machen und darauf zu achten sie einzuhalten beziehungsweise zu drosseln. Denn viele würden dazu neigen, zu schnell in einen Ort einzufahren. "Die Geräte stellen ein gutes Mittel zur Bewusstseinsänderung dar." Der Ansatz liege deutlich auf der Prävention, ohne dass Konsequenzen wie Fahrverbote und ähnliches drohten.

    Pascal Claßen von der Herstellerfirma DataCollect Traffic Systems aus Kerpen zeigte, was die Messgeräte können. Über ihr Verkehrszählungsmodul erfassen sie, zu welchen Zeitpunkten vorschriftsmäßig oder zu schnell gefahren wird beziehungsweise wie hoch der Anteil derjenigen ist, die sich nicht an Tempolimits halten. Und das in beide Fahrtrichtungen, obwohl die Geschwindigkeitsanzeige nur von einer Seite lesbar ist. Das Gerät misst übrigens auch, wenn das Display ausgeschaltet ist. So lässt sich feststellen, wie stark die Anzeige der Geschwindigkeit sowie der fröhlichen und traurigen Smileys sich auf das Verhalten der Autofahrer auswirken. Die Ergebnisse können, so Claßen, ganz modern über eine App per Smartphone oder Tablet-PC abgerufen werden.

    Die sechs kommunalen Vertreter, Landrat Bold und Vertreter der Verkehrswacht waren sich einig, dass die Geschwindigkeitsmessanlagen wirklich dazu beitragen, dass Autofahrer ihr Tempo innerorts drosseln. "Die Messanlagen sind tolle Instrumente für die Sicherheit in der Stadt und ihren Stadtteilen", sagte Bad Kissingens 3. Bürgermeister Thomas Leiner. Die Stadt wolle ihre zwei Exemplare "an neuralgischen Punkten", wie Schulen, Kindergärten und Seniorenheimen einsetzen. Wo das genau sein wird, darüber soll eine kommende Messung der Verkehrsströme Aufschluss geben.

    Für Helmut Blank , Bürgermeister von Münnerstadt, sind "seine" beiden neuen Messanlagen eine Art Ersatzbeschaffung. Denn das eine im Besitz der Stadt befindliche Gerät ist kaputt. Gleichzeitig weiß Blank aus Rückmeldungen von Bürgern, dass in allen elf Münnerstädter Ortsteilen zu schnell gefahren wird. Die Aufstellung der Geschwindigkeitsanlagen soll begleitet werden durch "eine Verkehrsmessung der NES-Allianz der Verwaltungsgemeinschaft Bad Neustadt".

    Sobald die Anlagen eintreffen, wird eine an der Mittelschule aufgestellt", informiert der Bürgermeister. "Bei der anderen überlegen wir noch. Da gibt es zwei bis drei Optionen." Eine davon könnte die Staatsstraße 2282 Richtung Bad Königshofen, an der Bordiansmühle, sein. Die andere wäre die Reichenbacher Straße, nahe dem Gymnasium.

    Reich bestückt mit Tempomessanlagen ist der Markt Bad Bocklet mit seinen sieben Ortsteilen. Laut Bürgermeister Andreas Sandwall werden die Geräte "mobil eingesetzt", vor allem an Kindergärten und Straßen mit Durchgangsverkehr. "Ich bin trotzdem froh, dass wir zwei weitere bekommen. Dann kommen die Ortsteile häufiger dran und die Auswertung wird interessanter."

    Das verkehrsgeplagte Nüdlingen verfügt über zwei Tempomessanlagen. Die an der Bundesstraße ist laut Bürgermeister Harald Hofmann dauerhaft im Einsatz. Nun gebe es weitere Möglichkeiten.

    Steffen Standke

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