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    Elfershausen

    Haushalt mit Bauchgrummeln genehmigt

    Der Haushalt des Jahres 2018 mit einem Gesamtvolumen von mehr als 12 Millionen Euro ist genehmigt. Allerdings fand das Zahlenwerk nicht die ungeteilte Zustimmung des Marktgemeinderats. Die Fraktion der Neuen Liste Elfershausen und Gemeinderat Alfons Hausmann (CSU) lehnten die Haushaltssatzung ab.
    Als Vertreter der Neuen Liste warf Volker Partsch die von Kämmerer Andreas Mützel angemahnte künftige Sparsamkeit in die Waagschale. Trotz Mehrbelastung der Bürger beim Grundsteuerhebesatz, der Gewerbesteuer und der Verbrauchsgebühren werde ein Großteil der Rücklagen aufgebraucht und sogar ein Kredit von mehr als zwei Millionen Euro benötigt.
    Der Vermögenshaushalt kann aus dem Verwaltungshaushalt keine Mittel generieren, das Gegenteil ist der Fall, so der Kreisrat, der es als wichtig erachtete, begonnene Maßnahmen fertigzustellen bevor der Markt neue Projekte startet. Die Kostensteigerungen im Auge, fragte er warum der Markt viele Aufgaben delegiert, die er bisher in Eigenregie erfüllte und weiter: "Warum wird ohne tragfähige Konzepte in nicht durchdachte Bauwerke investiert?".
    Mit dem vorgelegten Haushalt steige auch die Pro-Kopf-Verschuldung in schwindelnde Höhen bei gleichzeitigem Verbrauch der Ersparnisse. "Die jüngsten Unwetterereignisse zeigen, dass freie Finanzmittel gebraucht werden um beispielsweise den Hochwasserschutz zu verbessern", argumentierte Partsch mit der Ablehnung seiner Fraktion.


    Ähnlich äußerte sich auch Hausmann, der speziell die Sanierung der Petri-Schule und nicht genutzte, von der Gemeinde erstandene, Immobilien aufs Korn nahm. Bernd Büttner und Helmut Vierheilig stimmten aus ähnlichen Gründen dem Haushalt "nur mit Bauchschmerzen" zu. Für Günter Zink sind die hohen Investitionen zum großen Teil der Schulsanierung geschuldet. Ein neues Feuerwehrhaus, wie es am "Trimberger Weg", entsteht, ist wichtig für die Bürger und die Feuerwehr, befand er.
    Kämmerer Andreas Mützel verwies darauf, dass im laufenden Haushalt aufgenommene Projekte auch verschiebbar sind. "Doch ohne Kredit geht es nicht", merkte er an, wobei auch der Kredit-Zeitrahmen eine Rolle spiele. Sowohl die Haushaltssatzung wie das bis ins Jahr 2021 reichende Investitionsprogramm passierten mit neun zu vier, der Stellenplan mit elf gegen zwei Stimmen.
    Für die Erneuerung der Wasser- und Abwasserleitungen in der Langendorfer Hänner-, Wirts- und Saalestraße legten die Ingenieure Peter Kränzlein und Jürgen Hillenbrand Entwürfe vom Büro Auktor vor. Details zu dieser Maßnahme, die eine Gesamtfläche von rund 3000 Quadratmeter umfasst, sind bereits besprochen. Eine Kanalbefahrung deckte in allen drei Straßen erhebliche Schäden auf. Fotos von Rissen, Innenkorrosion und mechanischem Verschleiß belegten die Notwendigkeit der Maßnahme.
    Für Abwasserleitungen will das Planungsbüro Rohre aus Polypropylen verwenden, ein Kunststoff, der sich durch Verlegungsleistung, einfaches Schneiden, Flexibilität und Unempfindlichkeit auszeichnet. Eine Erneuerung der Hausanschlüsse bis zur Grundstücksgrenze bietet sich im Rahmen der Arbeiten an.
    Allerdings bedingen die Maßnahmen auch eine Straßenoberflächen-Erneuerung bei der Anlieger ein Mitspracherecht erhalten sollen. Dieses Thema schnitten die Planer zwar an, stellten es jedoch auf Wunsch von Bürgermeister Karlheinz Kickuth zurück, der sich für eine vorherige Anwohnerversammlung aussprach. Zum Beginn und zur Zeitdauer der Baumaßnahme wollte sich Kickuth vor der Versammlung nicht festlegen. Die Kanalplanung weiterzuverfolgen, die Straßenherstellung aber erst mit den Anwohnern zu besprechen, fand einmütige Zustimmung.
    Im Baugebiet "Trimberger Weg" ist eine Änderung des Gehsteig-Pflasters vorgesehen. Falls die kostenneutrale Neubeschichtung den Einbau mit einschließt, stimmt der Rat zu. Mehrkosten in Höhe von 5500 Euro entstehen unterhalb der Einfahrt zur Schwedenberghalle. Dort wurde der Flurweg beschädigt. Die Instandsetzung genehmigte der Rat ohne Einwände. Mehrkosten im Rahmen von 7300 Euro verursachen auch die Bauarbeiten am Haus der Vereine, teilte Architekt Ruser mit. Dafür gab das Gremium mehrheitlich grünes Licht.
    Zum Abschluss der öffentlichen Sitzung dankte der Bürgermeister allen freiwilligen Helfern, die bei der Überflutung des Mehrgenerationen-Geländes mit anpackten und versuchten den Schaden zu begrenzen. "Es war schlimm", meinte Kickuth angesichts einer Menge Treibholzes, ausgewaschener Wege und Erdaufschwemmungen. Er vereinbarte mit dem Wasserwirtschaftsamt bereits einen Termin über das weitere Vorgehen auf dem Freizeitplatz und will auch im Sinne der anliegenden Landwirte und Pächter eine Lösung zu finden. Winfried Ehling

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