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    Oberthulba

    Holz in Oberthulba: Die Braut ist eine Eiche

    Die hochwertige Eiche liegt vor bei der Holzversteigerung der Forstbetriebsgemeinschaft Rhön-Saale
    Revierförster Stefan Blumrich an der Braut, dem teuersten Eichenstamm bei der Holzversteigerung. Foto: Gerd Schaar
    Revierförster Stefan Blumrich an der Braut, dem teuersten Eichenstamm bei der Holzversteigerung. Foto: Gerd Schaar

    Die Braut ist ein etwa 1,77 Festmeter starkes Eichenholz von bester Qualität. Sie wiegt weit über zwei Tonnen und kostet 1180 Euro pro Festmeter. Als Braut bezeichnen die Forstleute jenen Holzstamm, der jährlich als bester bei der Versteigerung vermarktet wurde. Das Eichenholz der Braut stammt heuer aus Oberthulba , Waldabteilung Heeg. Zusammen mit etwa 260 Holzstämmen wurde sie in der vergangenen Woche auf dem Wertholzplatz der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Rhön-Saale versteigert.

    Eichenholz sei am meisten nachgefragt, bestätigte Revierförster Stefan Blumrich beim Informationstermin. Eiche sei nach wie vor das edle Baumaterial für französische Barriquefässer. Als hauchdünn abgeschältes Furnierholz werden hochwertige Eichenstämme ebenfalls verwendet. Je edler das Holz , desto höher die gebotenen Preise der Käufer. "Jedes Jahr wird es spannend, wie sich der Holzmarkt entwickelt", sagte Blumrich.

    Mehr als 20 Bieter waren zum Versteigerungstermin der 360 Festmeter am Donnerstag, 19. Dezember, präsent. Viele kamen aus Frankreich. Die Holzstämme waren bis Mitte November aus dem gesamten Einzugsgebiet der FBG Rhön-Saale geliefert worden, also außer aus Oberthulba auch von den Gemeindewäldern aus Nüdlingen, Wartmannsroth, Sulzthal, Elfershausen, Fuchsstadt und Burkhardroth sowie aus den beteiligten Privatwäldern.

    Auf dem Markt nicht mehr gut gehalten hat sich das im Vorjahr noch stark für den Möbelbau nachgefragte Kirschenholz. Kirsche wird zum Beispiel für Tische , Bänke , Betten oder Furniere verwendet. Blumrich sprach heuer sogar von einem kompletten Reinfall bei dem Kirschenholz. Von den für die Versteigerung aufgelegten rund 20 Festmeter Kirsche gingen allenfalls fünf weg. Und das zu einem Preis, der das Vorjahr kräftig unterbot. Blumrich wunderte sich darüber, dass die Anzeichen für die Kirsche heuer im Vorfeld trotzdem recht günstig standen. Enttäuschend geringe Nachfragen hätten sich auch für die Buche ergeben. Die aufgelegte Heimbuche sei ebenso ein Reinfall gewesen. Von zwölf Buchenstämmen seien sieben gar nicht geboten worden.

    Erschwerend für den Holzmarkt hinzu kämen laut Blumrich noch verschärfte Anforderungen an Ladungssicherung der Container für den Schiffstransport, zum Beispiel nach China. Das bedeute zurzeit einen Exportstopp für Fichte und Laubholz nach Übersee und zugleich den Wegfall wichtiger Einnahmenquellen für den heimischen Holzmarkt. Angesichts einiger fast 200 Jahre alten Eichenstämme, die den Bayernkönig Ludwig I. schon sahen, geraten solch kurzfristige Betrachtungen des Holzmarktes in Relation zur Historie.

    Gerd Schaar

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