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    Bad Kissingen

    "Ich bin immer bei euch"

    Eine Ausstellung zeigt in der Staatlichen Berufsschule Bad Kissingen Trauertattoos. Foto: Klaus Werner
    Eine Ausstellung zeigt in der Staatlichen Berufsschule Bad Kissingen Trauertattoos. Foto: Klaus Werner

    "Ich bin immer bei euch" - diese Worte hat sich Petra Irmscher zusammen mit einem Porträt ihres Sohnes auf den Oberarm tätowieren lassen. Zu sehen ist dieses Tattoo - und die Geschichte dahinter - bei der Ausstellung "Trauertattoo - Unsere Haut als Gefühlslandschaft", die bis zum 5. April im Foyer der Staatlichen Berufsschule zu sehen ist.

    Trauer sucht sich immer neue Ausdrucksmöglichkeiten und diese Möglichkeiten entwickeln sich im Wandel der Zeit. So wird der Trend, unsere Haut als Spiegel unseres Lebens zu nutzen, auch verwendet, um unsere Erinnerungen an einen geliebten Menschen für immer bei uns zu tragen - und zwar nicht unsichtbar in unserem Herzen, sondern sichtbar für jeden. Auf der Grundlage des Bildbandes "Trauertattoo - Gefühlslandschaften" wurde eine Ausstellung konzipiert und auf 22 Leinwänden erzählen trauernde Menschen von ihren Empfindungen und von ihrer Motivation, sich ein "Erinnerungs-Tattoo" stechen zu lassen.

    Mal zeigt dieses Tattoo überdeutlich die Verbindung zum verstorbenen Partner oder zu einem bei einem Unfall getöteten Kind durch den Namen oder ein Porträt, mal sind es nur Sterne oder Tränen, die auf den Suizid eines geliebten Menschen verweisen. Auf den Leinwänden sind nicht nur die Tattoos großflächig zu sehen. In einem kurzen Text wird noch der Zusammenhang zum Sterbefall erläutert und die Bedeutung des Verstorbenen für den "Weiter-Lebenden" verdeutlicht.

    Die beeindruckende Ausstellung wurde vom Kuratorium Deutsche Bestattungskultur konzipiert und wird vom Bundesverband Deutscher Bestatter an die Mitgliedsbetriebe ausgeliehen. Da die Staatliche Berufsschule Bad Kissingen die zentrale schulische Ausbildungsstätte für rund 300 angehende Bestattungsfachkräfte ist, lag die Idee nahe, die Ausstellung in den Räumen der Schule in der Seestraße 11 im Stadtteil Garitz zu präsentieren. Die Ausstellung wird noch bis zum 5. April im Foyer der Berufsschule präsentiert und ist öffentlich. So können nicht nur die knapp 1600 Berufsschüler einen Einblick in besondere Gemütszustände bekommen, sondern jeder, der sich für "Trauertattoos" und die Geschichte dahinter interessiert, ist herzlich willkommen. Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag, ab 8 Uhr bis 16 Uhr.

    Klaus Werner

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