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    Bad Kissingen

    Im wohlverdienten Ruhestand

    Bad Kissingens Amtsgerichtsdirektor Reinhard Oberndorfer überreichte Brigitte Zecha die Freistellungsurkunde. Fast 30 Ja...

    Nach 47 Jahren im öffentlichen Dienst, davon die vergangenen fast 30 Jahre am Bad Kissinger Amtsgericht, wurde Brigitte Zecha nun von Reinhard Oberndorfer, dem Direktor des Bad Kissinger Amtsgerichtes, in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

    1971 begann Frau Zecha als Verwaltungsangestellte bei der Stadtverwaltung in Mellrichstadt und vier Jahre später bei der Verwaltungsgemeinschaft Mellrichstadt ihre berufliche Laufbahn. 1989 wechselte die inzwischen 34-Jährige ans Amtsgericht Bad Kissingen , denn inzwischen hatte sie geheiratet und war nach Münnerstadt gezogen.

    "Ausschlaggebend war damals die schlechte Bahnverbindung von Münnerstadt nach Mellrichstadt", so Frau Zecha, die auch heute noch mit ihrem Mann in Münnerstadt lebt. Mahnabteilung und Familiengericht waren die ersten Stationen in Bad Kissingen . Aber schon zum Jahresende gab es am Amtsgericht Engpässe und so wechselte sie, damals noch getrennt untergebracht, zum Betreuungs- und Nachlassgericht in der Hartmannstraße.

    1997 wurden diese beiden Behördenteile getrennt, und sie übernahm als Geschäftsstellenleitung die Nachlasssachen. Dreizehneinhalb Jahre dauerte es damals, bis ihr von Anfang an befristeter Arbeitsvertrag beim Amtsgericht zu einem unbefristeten Arbeitsverhältnis wurde, stellte sie rückblickend beim Empfang der Entlassurkunde fest. Inzwischen würde so etwas, nachdem sogar eine Petition beim Bayerischen Landtag eingebracht wurde, viel zügiger geschehen, so ein Behördenmitarbeiter.

    "Nachlasssachen sind in der Regel eine traurige Angelegenheit, aber dennoch eine lebendige Angelegenheit mit (damals) viel Publikumsverkehr", ließ Brigitte Zecha wissen. Traurig sei sie über den demografischen Wandel, denn immer mehr Erben würden angesichts von "Patchwork-Familien" von ihrem Recht auf Erbausschlagung Gebrauch machen. So werde heutzutage oftmals nur davon gesprochen, dass dies "der Erzeuger, nicht aber der Vater sei". "Der Herrgott hat mich an den richtigen Platz gestellt", so die langjährige Justizangestellte, die in ihrem beruflichen Leben drei Amtsgerichtsdirektoren und 18 Rechtspflegern diente.

    "Mit ihr verlieren wir die Perle des Nachlassgerichtes", so ein ehemaliger Mitarbeiter. Mit der Kirche, oder besser, dem kirchlichen Dienst, hat Frau Zecha, die auch von persönlichen Schicksalsschlägen nicht verschont wurde, eine neue Aufgabe gefunden. "Dort, im kirchlichen Dienst, habe ich mich bereits als Ehrenamtsmitarbeiter fest angemeldet." Natürlich auch, aber das schon seit rund 30 Jahren, als Darstellerin beim Heimatspiel "Die Schutzfrau von Münnerstadt ", wo sie bei verschiedenen Aufführungen mitwirkte.

    Peter Rauch

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