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    Euerdorf

    Immer schön langsam

    Die Gemeinde will die Geschwindigkeitsbegrenzung im Ortsteil Wirmsthal, die bislang für die Hauptstraße galt, auf das gesamte Dorf ausweiten. Wie die Polizei feststellte, ist die derzeitige Beschilderung fehlerhaft, denn vor jeder Hauptstraßeneinfahrt oder -kreuzung müsste ein vorfahrtsregelndes Verkehrszeichen stehen.
    Um einen Schilderwald zu vermeiden, solle der Markt an jeder Wirmsthaler Ortseinfahrt das bereits in der Hauptstraße bestehende 30-km/h-Schild erstellen, empfahl der Polizeibeamte. Dies möge der Beamte nochmals erläutern, schlug Stellvertretender Bürgermeister Klaus Kaufmann mit Blick auf eventuelle Schadensfälle vor. Der Gemeinderat stimmte mehrheitlich für ein komplettes "30-km/h-Dorf".
    Der Grundsatzbeschluss zur Photovoltaik-Nutzung im Wirmsthaler Steinbruch fiel dagegen einstimmig. Ein Karlsruher Unternehmen bezeugte sein Interesse an diesem Projekt, Euerdorf will das Vorhaben unterstützen. Allerdings baten sich die Räte Vorlagen von Konzepten aus, die das Ratsgremium begutachten, respektive diskutieren kann.
    Beim Neubau des Rathauses erwies sich eine Abfangkonstruktion am Haus 14 als notwendig. Das vorliegende Angebot sieht zum Preis von rund 35 000 Euro Stahlträger als Stützen im Erdgeschoss vor. Bei der Außenführung der Außenwände sollen Halbfertigungsteile anstelle von Beton Verwendung finden. Zudem plant die anbietende Firma eine Dämmschüttung zwischen der Doppelwand und dem Nachbar-Gebäude. Hinzu kommt das Material für Regiearbeiten. Mit neun zu drei Stimmen nahm der Marktgemeinderat die Offerte an.


    Den Zuschuss-Antrag für den "DenkOrt Aumühle" in Würzburg nahmen die Räte lediglich zur Kenntnis. Das Projekt, von privaten Initiatoren ins Leben gerufen, soll an die unter dem Nazi-Regime deportierten, jüdischen Mitbürger aus Unterfranken erinnern und kostet rund 250 000 Euro, die die Ideengeber auf Spendenbasis generieren wollen. Elmar Hofmann vermisste hier das staatliche Engagement, beispielsweise durch das Kultusministerium, das eigentlich als Förderer "vorne dran stehen müsste".
    Gisela Bergel meinte mit Blick auf die Konzentrationslager in Auschwitz oder Dachau, es werde oft genug an dieses grausame Verbrechen erinnert. Die Privatinitiative müsse sich vorher über eine Finanzierung Gedanken machen. Wie Bürgermeisterin Patrizia Schießer mitteilte, blieb Euerdorf von Deportationen verschont. Aus der Bürgermeister-Dienstbesprechung wusste sie, dass sich die Spendenbereitschaft bei den Amtskollegen in Grenzen halte. Nach Michael Fells Recherchen, beteiligen sich nur einige Gemeinden aus dem Kreis an diesem Projekt.
    Die geplante Mountainbike-Route bleibt ein umstrittenes Unternehmen. Aufgrund der Einwände von Jagdpächtern und Waldbesitzern sind noch nicht alle Fragen beantwortet. Vize-Bürgermeister Christian Rost entwickelte für Wirmsthal eine Alternativ-Route. Mit Blick auf immer mehr elektrifizierte Mountainbikes warb Schießer für eine Zwischenlösung oder "wir lassen es offen". Fell vertrat die Meinung, dass noch offene Haftungsfragen zu klären sind. "Beschließen müssen wir nichts", fügte er hinzu.
    " Euerdorf ist Waldbesitzer. Wir wollen das Biken nicht verbieten aber die Jagdpächter klagen über immer mehr Probleme durch verschiedene Aktivitäten im Wald. Das könnte unter Umständen zur Anstellung eines Försters führen um zu große Verbiss-Schäden zu vermeiden", mahnte Jochen Huppmann. Die beiden Beschlüsse, die ursprüngliche Route zu akzeptieren und der Alternativ-Strecke zuzustimmen lehnte der Rat mehrheitlich ab.
    Die Bürgermeisterin informiert über die Trinkwasserförderung und den Verbrauch der Gemeinden Euerdorf und Wirmsthal. Demnach sind immer höhere Verluste zu verzeichnen. Im Jahr 2017 betragen diese bereits das Dreifache wie vier Jahre zuvor. Deshalb nahm der Markt Kontakt mit einer Fachfirma auf, die ein Angebot vorlegte, Messungen nach durchzuführen und das gesamte Leitungssystem zu überprüfen. Mit dem Vorschlag ein Leistungspaket schnüren zu lassen und dieses im Gremium vorzustellen und zu diskutieren, erklärten sich die Räte einverstanden. Winfried Ehling

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