• aktualisiert:

    Zeitlofs

    In Zeitlofs wird geknobelt bis zur Lösung

    So sehen Sieger aus. Die Mathematikmeisterschaft auf Schulamtsebene gewannen (v.l.n.r.): Philipp Beck, Jonas Nöth, Finn Geiling, Lucie Emmerth, Julia Markard und Amelie Schad. Bürgermeister Wilhelm Friedrich (hinten von links), Schulleiterin Katharina Schöberl, Schulamtsdirektorin Cornelia Krodel und VR-Filialdirektor Armin Förg freuen sich mit ihnen.  Foto: Stephanie Elm
    So sehen Sieger aus. Die Mathematikmeisterschaft auf Schulamtsebene gewannen (v.l.n.r.): Philipp Beck, Jonas Nöth, Finn Geiling, Lucie Emmerth, Julia Markard und Amelie Schad. Bürgermeister Wilhelm Friedrich (hinten von links), Schulleiterin Katharina Schöberl, Schulamtsdirektorin Cornelia Krodel und VR-Filialdirektor Armin Förg freuen sich mit ihnen. Foto: Stephanie Elm

    Die Prüfer haben die Kinder nicht lange warten lassen. Zwei Minuten, nachdem der letzte Schüler die Aufgabenbögen der Mathematikmeisterschaft abgegeben hatte, stand das Endergebnis fest. Die beiden "Bad Kissinger Mathematik-Meister" waren schon vor Ablauf der Zeit erleichtert, aber noch ahnungslos, in die Turnhalle zu ihren Eltern gekommen. Auf die Ergebnisse warteten sie mehr oder weniger cool.

    40 Kinder

    Die Grundschule Zeitlofs hat heuer zum zweiten Mal die zweite Runde der Mathematikmeisterschaft ausgetragen. 20 Mädchen und 20 Jungen aus den teilnehmenden Schulen des Landkreises waren als Sieger aus der ersten Runde im Oktober hervorgegangen, je die Beste und der Beste aus jeder Schule. Nun traten sie auf Schulamtsebene erneut an.

    "Möglichst schnell und möglichst richtig" sollten auch hier wieder zwölf Knobelaufgaben gelöst werden. Vor allem logisches Denken war gefragt, auch ein bisschen Rechnen, erklärt Schulleiterin Katharina Schöberl. Es kämen aber keine Schulthemen dran. Das sei absichtlich so geregelt, "damit auch andere Kinder in dem Bereich gut sein können". Im Grundschulalter gebe es in Mathematik noch nicht so große Unterschiede zwischen den Geschlechtern. "Manchmal ist man überrascht, wer da so gut ist", gesteht die Schulleiterin. Neue, andere und auch logische Lösungswege kämen da zum Vorschein.

    Sichtschutz und Stoppuhren

    In die Bewertung kommen die Lösungswege allerdings nicht, nur das Endergebnis war entscheidend. Damit es fair und gerecht zugeht, stand der Grundschule Einiges an Organisation bevor.

    Je ein Klassenzimmer für die Mädchen und eins für die Jungen wurde im Obergeschoss der Grundschule mit Sichtschutztrennern, Ersatzstiften und Stoppuhren vorbereitet. Ein Schüler las für alle die Aufgaben vor, damit auch leseschwache Kinder die gleichen Chancen haben. Fragen von Schülern wurden von der Aufsicht nicht beantwortet, zu groß waren die Bedenken, dass kleinste Betonungen Hinweise enthalten könnten.

    Jede Gruppe wurde von einem Lehrer beaufsichtigt, der die Abgabezeitpunkte notierte und Kinder aus dem Klassenzimmer entließ. Die Testbögen wurden von Lehramtsanwärtern zwei Mal korrigiert, heuer sah sich auch die Schulsekretärin die Aufgaben ein drittes Mal an. "Es geht für die Kinder ja um was", möchte Katharina Schöberl für absolute Fairness sorgen.

    Während die Aufgaben von einem Komitee des Regierungsbezirks gestellt und fast wie das zentrale Abitur "top secret" behandelt wurden, musste die Schule für die Rahmenbedingungen sorgen. Einladungen wurden geschrieben, Aufsichten organisiert, Lehramtsanwärter für die Korrekturen gefunden, ein Bastelangebot für die Geschwisterkinder zur Verfügung gestellt. Außerdem wurde die Wartezeit der ebenfalls aufgeregten Eltern mit einer Ausstellung sowie Kaffee und Kuchen vom Elternbeirat angenehm verkürzt.

    Entspannte Eltern

    "Unter den Eltern herrscht eine entspannte Atmosphäre. Sie sind nicht vom Ehrgeiz besessen" beschreibt Schöberl ihre Beobachtungen von der zweiten Runde 2017. Druck wäre hier kontraproduktiv. "Die Kinder sind ja schon aufgeregt". Die Aufregung konnten die geladenen Gäste verstehen. "Egal, welcher Platz für euch rausspringt, ihr habt euch alle einen Applaus verdient", sagte Schulamtsdirektorin Cornelia Krodel. "Ich bin stolz auf euch".

    Bürgermeister Wilhelm Friedrich ( CSU ) scherzte angesichts so mancher baustellenbedingten Schwierigkeit, nach Zeitlofs zu gelangen: "Intelligente Eltern, intelligente Kinder". Er gratulierte allen, die auf Schulamtsebene angetreten waren.

    Armin Förg, Filialdirektor der VR-Bank in Bad Brückenau, hat sich die Aufgaben auch angeschaut: "Die sind nicht ohne", machte er deutlich und betonte die Wichtigkeit von Mathematik im ganzen Leben. Er beglückwünschte "alle, die die erste Runde geschafft haben. Das ist schon etwas Besonderes". Die VR-Bank unterstützt die die Mathematikmeisterschaft ausrichtenden Schulen mit Sponsoring. Auch für die Zeitlofser Grundschule hatte die VR-Bank die Preise zur Verfügung gestellt. Kein Schüler ging mit leeren Händen nach Hause. Die Sieger wurden mit Büchergutscheinen beschenkt, jeder Teilnehmer erhielt eine Brotdose.

    Die Sieger der zweiten Runde der Mathematikmeisterschaft sind:

    1. Platz: Lucie Emmerth (Henneberg-Grundschule Garitz) und Finn Geiling (Grundschule Poppenlauer)

    2. Platz: Julia Markard ( Grundschule am Mönchsturm Hammelburg) und Jonas Nöth (Schlossberg-Volksschule Nüdlingen)

    3. Platz: Amelie Schad (Grundschule Poppenlauer) und Philipp Beck ( Einhard-Grundschule Euerdorf )

    Am 11. Dezember werden aus den Erstplatzierten, den unterfränkischen Schulamtssiegern, in Würzburg die unterfränkischen Mathematikmeister ermittelt.

    Unter https://www.regierung.unterfranken.bayern.de/aufgaben/5/2/00414/index.html können die Mathematikmeisterschaftsaufgaben mit Lösungen von 2010 bis 2018 angesehen werden. Noch vor Weihnachten sollen auch die Aufgaben und Lösungen von diesem Jahr aufrufbar sein.

    Stephanie Elm

    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!