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    Oberthulba

    Info-Tour durch den Wald

    Revierleiter Uffelmann zeigt auf, wie der Buchsee renaturiert wurde und welche wichtigen Funktionen er für den Lebensraum Wald hat.
    Revierleiter Uffelmann zeigt auf, wie der Buchsee renaturiert wurde und welche wichtigen Funktionen er für den Lebensraum Wald hat.

    Rund 30 Interessierte nutzten die Gelegenheit, mit dem Bund Naturschutz und Förster Christoph Uffelmann durch den Wald zu spazieren. Der Revierleiter der Forstbetriebsgemeinschaft Oberthulba erläuterte die Maßnahmen, um Verbissschäden durch Rotwild und den Folgeerscheinungen von Klimaerwärmung und Fichtenmonokulturen entgegenzuwirken. Einerseits hilft hier die stärkere Bejagung, die von Uffelmann selbst und seinen Helfern durchgeführt wird. Uffelmann ist seit 2017 in diesem Revier und konnte daher noch Waldgebiete zeigen, in denen bis zu zwei Meter die natürliche Waldverjüngung aufgrund des Wildverbisses fehlt.

    Wichtiges Sammelbecken

    Ein weiterer Höhepunkt der Tour war das renaturierte Feuchtbiotop Buchsee, der 2018 mit Hilfe des Landschaftspflegeverbandes entlandet worden war. Auch das umstehend wachsende Nadelholz wurde entfernt, um einer Verschattung und Versauerung des Wassers vorzubeugen. Der Himmelsweiher wird nur über Niederschlag gespeist, ist als Sammelbecken bei Starkgewitter wichtig und bietet Lebensraum für Wild, Amphibien , Fische und Vögel , wie z.B. den scheuen Schwarzstorch. Für die Zukunft ist geplant, noch weitere Wasserflächen im Wald zu schaffen, so wie im Neuwirtshauser Forst schon seit Jahrzehnten.

    Die richtige, der Klimaerwärmung angepasste Waldbewirtschaftung ist das Thema, das die Förster beschäftigt. "Wir rennen dem Borkenkäfer hinterher", zieht Uffelmann ein Fazit. Das befallene Holz muss möglichst schnell aus dem Wald entfernt werden, um weiteren Befall von Fichten mit Schadkäfern zu verhindern. Der Holzpreis ist aber so niedrig, die anfallende Holzmenge so groß, dass dies nicht schnell genug erfolgen kann.

    Neben der Naturverjüngung setzt Uffelmann auch auf Pflanzung mit Schutzzaun, auch wenn diese viel teurer ist, da im Moment der Verbiss durch Wild noch zu stark ist. Der wechselfeuchte, staunasse Boden ist kein einfach zu bewirtschaftender Waldboden. Insgesamt ist Uffelmann froh über die Mischung von 60 Prozent Laubwald mit einem Anteil 50 Prozent an Buche und Eiche und einem hohen Anteil an Lärchen unter dem Nadelholz . Am Schluss wies der Förster noch auf die Bedeutung von sogenannten Biotopbäumen hin. Diese bilden einen wichtigen Lebensraum zum Beispiel für Spechte und Fledermäuse wie die Bechsteinfledermaus und das Mausohr. Auch viele Pilze sind im Laub und auf Altholz zu sehen. Dieser spannende und entspannende Nachmittag mit dem Förster lud ein, öfters l in den Wald zu gehen und Ruhe zu finden und Entdeckungen zu machen. Im BN-Jahresprogramm 2020 wird es dazu sicher auch wieder Gelegenheit geben.

    Elisabeth Assmann

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