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    Bad Kissingen

    Innehalten in der Adventszeit

    Der Besinnungsweg in der Stadtpfarrkirche stellt Fragen und gibt Antworten zum Advent. Er lädt die Besucher ein, zur Ruhe zu kommen im vorweihnachtlichen Rummel.
    Diakon Christoph Glaser an der Station "Steine aus dem Weg räumen".
    Diakon Christoph Glaser an der Station "Steine aus dem Weg räumen".

    In den Seitengängen der Herz-Jesu-Kirche haben Patricia Steuer und Diakon Christoph Glaser wie schon zur Fastenzeit einen Besinnungsweg aufgebaut. Bereitete der Weg im Frühjahr die Gläubigen auf das Osterfest vor, führt er jetzt an fünf Stationen mit kleinen Installationen, Gedanken und Gebeten durch die Adventszeit, will anregen, geistige Fasttage vom alltäglichen "Christmas-Rummel" einzulegen, lädt ein, still zu werden und der eigenen Sehnsucht auf die Spur zu kommen.

    Advent ist die Zeit des Wartens. Gott will ankommen. Warten wir darauf oder stellen wir uns wenigstens Fragen dazu? "Der Weg will dazu einladen zur Ruhe zu kommen und Christus an Weihnachten willkommen zu heißen", beschreibt der Diakon die Zielsetzung der einzelnen Stationen. Themen aus den Evangelien werden aufgegriffen und erklärt. Der Betrachter erhält Anregungen für seinen eigenen Umgang mit den christlichen Botschaften. "In einer Welt der Ichsucht, der Gottvergessenheit, in der das Wort Advent (= Ankunft) fast keinen Platz mehr hat, wo profanes Weihnachtsbrauchtum überhöht und Unwesentliches zur Hauptsache wird, können Anregungen zu einer Kurskorrektur hilfreich sein", meint der Gottesmann, der in seiner pastoralen Tätigkeit auch Ansprechpartner und Begleiter der Senioren in der Pfarreiengemeinschaft Jesus - Quelle des Lebens ist. Gedanken ganz unterschiedlicher Persönlichkeiten, wie etwa vom religiösen Barockdichter Angelus Silesius oder dem amerikanischen Apollo-Astronauten James Irvin, der 1971 den Mond betreten hatte, werden aufgegriffen, interpretiert und in Bezug zur vorweihnachtlichen Symbolik des Weges, des Wartens und des Ankommens gesetzt.

    Wie Maria und Josef sich auf den Weg machten - deren Sorgen, Zweifel und Zukunftsängste wogen schwerer als ihr Reisegepäck, relativiert Glaser heutige Beschwernisse - sind die Besucher eingeladen, ihren eigenen Weg zu finden, Steine aus ihrem Weg zu räumen.

    Zettel liegen bereit, aufzuschreiben, was einen bewegt. Etliche sind ausgefüllt, bitten um seelische Hilfe. Wo geht mein Leben hin, wo bin ich aufgehoben?, heißt eine der Stationen. Die Antwort könnte ein Jesaja-Zitat geben. "Bahnt in der Wüste einen Weg, ebnet der Steppe eine Straße für unseren Gott", können die Besucher da lesen und verschiedene Texte auch mitnehmen.

    Die Betrachter werden aufgefordert, zur Herz-Jesu-Statue zu gehen, eine Kerze anzuzünden und zu verweilen "im Vertrauen auf Jesus, dem Licht, das in die Welt gekommen ist", ihr Herzensgebet oder Gedanken aufzuschreiben und die Stille der Kirche auf sich wirken zu lassen. Eine kleine Auszeit für die Seele statt eines weiteren Besuchs auf dem Weihnachtsmarkt, der eigentlich Adventsmarkt heißen müsste.

    Werner Vogel

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