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    Elfershausen

    Karlheinz Kickuth tritt 2020 nicht mehr an

    Elfershausens Bürgermeister Karlheinz Kickuth (SPD) bewirbt sich im nächsten Jahr nicht mehr um den Amtssessel. Er legt sein Mandat nieder.              Winfried Ehling
    Elfershausens Bürgermeister Karlheinz Kickuth (SPD) bewirbt sich im nächsten Jahr nicht mehr um den Amtssessel. Er legt sein Mandat nieder. Winfried Ehling

    Vermutungen im Vorfeld der Kommunalwahlen will er entgegentreten: Karlheinz Kickuth tritt nicht mehr als Kandidat für den Bürgermeisterstuhl an. Eine Amtsperiode regierte er im Erthal'schen Schloss, für das er am 1. Mai 2020 die Schlüssel zurückgibt. "Dann beginnt ein anderes Leben so wie ich es mir vorstelle", ist der Scheidende überzeugt.

    Welches Leben ist das? "Ich möchte wieder selbstverantwortlich sein, mein Planungsbüro reaktivieren und Planungen für Bauherren übernehmen. Vielleicht auch Sport treiben. Wichtig sind mir jedenfalls meine Familie und meine Freunde. Ich werden im nächsten März 65 Jahre und habe nicht die Absicht noch mit 71 im Bürgermeisterzimmer zu sitzen", stellt er bestimmt fest.

    "Als ich mich 2014 für die SPD und die Freien Wähler als Kandidat zur Verfügung stellte, war ich noch euphorisch", räumt er ein. "Ich kannte die Arbeit des Bürgermeisters als intensiven und umfangreichen Job, war mir aber nicht bewusst, dass sie so kräftezehrend ist". Überforderung? "Nein", sagt Kickuth, "es ist mehr Freiraum, den ich möchte. Und meine Familie steht hinter meiner Entscheidung", fügt er hinzu.

    Konstruktive Zusammenarbeit

    Querelen als Grund für seinen Rücktritt weist er zurück. "Die Arbeit mit der Verwaltung und dem Gemeinderat war konstruktiv. Trotz Hoch und Tiefs sind die Beschlüsse immer zum Wohle der Gemeinde gefallen. Ich nehme für mich mit, dass ein Bürgermeister nur gute Arbeit leisten kann mit einer funktionierenden Verwaltung und Bauhof."

    "Ich habe auch selbst viel dazu gelernt, mein Selbstbewusstsein vertieft und meine Durchsetzungskraft gestärkt - im Sinne der Kommune", ist er überzeugt. Auf die Frage, was ein Bürgermeister braucht ,antwortet Kickuth: "Charakterstärke, Querverbindungen zu Behörden und Ämtern und die Stabilität seinen Weg ohne Beeinflussungen zu gehen".

    Viele erfolgreiche Projekte

    Diesen Weg markieren zahlreiche Projekt, die in der Ära von Karlheinz Kickuth fertiggestellt oder in Angriff genommen wurden. Zu nennen sind hier der Mehrgenerationenplatz, die Mäandrierung des Deisselbachs und die Sanierung der Alten Schule von Elfershausen zum "Haus der Vereine". Das Dorfgemeinschaftshaus in Engenthal, das kurz vor der Fertigstellung steht, die Herstellung der Verbindungsstraße von Machtilshausen nach Wasserlosen zählt ebenso hinzu wie der geplante Kreisverkehr an der Autobahnabfahrt, für den der Bürgermeister die Grundstücksverhandlungen für das Staatliche Bauamt abwickelte. Die Komplettsanierung der Johannes-Petri-Schule wurde zudem nach jahrelangem Umbau und Sanierung erfolgreich abgeschlossen.

    Das Mischgebiet "Trimberger Weg" in Elfershausen , die Baugebiets-Erweiterung in der Trimberger Quellenstraße und am Machtilshausener "Kreuzberg" sowie die Ortsabrundung an der Auraer Straße sind abgeschlossen oder in Arbeit. In Langendorf ist ein neues Baugebiet vorgesehen, die Herstellung der Saale-, Wirts- und Hännerstraße ist angelaufen. Für den Bau des neuen Kindergartens in Elfershausen liegen in Kürze die Pläne vor.

    Auch ungelöste Probleme

    Ungelöst bleibt die Verwendung des Schaeffler-Geländes. Mieter für das Areal gab es zwar, doch hat die Firmenleitung andere Vorstellungen und möchte das Potenzial am Stück verkaufen. Das Scheitern der Ausweisung eines Industriegebiets nahe Trimberg bedauert Kickuth.

    Mit Behörden und Fachplanern ist aktuell die Planung für das Hochwasser-Schutzkonzept für den Deisselbach im Fokus. Stolz ist der Amtsinhaber auf das Joint-venture-Projekt, die Sanierung des "Hans-Schneider-Weg" zur Trimburg, die die Baufirma Ullrich, die Gemeinde und die Freunde der Trimburg gemeinsam auf die Beine stellten.

    Welchen Nachfolger kann sich der scheidende Rathausobere nach der "Ära Kickuth" vorstellen? "Chancen für das Amt - das auch eine Frau übernehmen könnte - sehe ich für einen CSU-Kandidaten, vielleicht auch eine Person von außen. Mehr möchte ich zu diesem Thema nicht sagen", schließt Kickuth, der "froh ist, dass ich diesen Lebensabschnitt erlebt habe. Ich versuche daraus für mich das Beste zu machen".

    Winfried Ehling

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