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    Oberwildflecken

    Wildflecken: Kein Arzt und keine Apotheke mehr

    7000 Euro hat die Gemeinde schon in Werbemaßnahmen investiert, um einen Arzt für Oberbach zu finden. Bisher ohne Erfolg. Inzwischen hat auch die Apotheke in Wildflecken geschlossen. Foto: Sebastian Schmitt
    7000 Euro hat die Gemeinde schon in Werbemaßnahmen investiert, um einen Arzt für Oberbach zu finden. Bisher ohne Erfolg. Inzwischen hat auch die Apotheke in Wildflecken geschlossen. Foto: Sebastian Schmitt

    Kein praktizierender Hausarzt mehr in Oberbach und seit einigen Wochen auch keine geöffnete Apotheke mehr in Wildflecken: Bürgermeister Gerd Kleinhenz (PWW) schilderte bei der Bürgerversammlung in Oberwildflecken im Detail die aktuellen Entwicklungen rund um die medizinische Versorgung in der Wildfleckener Marktgemeinde. Rund 7000 Euro hat die Kommune bereits für bundesweite Werbemaßnahmen investiert, um einen Hausarzt nach Oberbach zu locken. Die bislang einzigen beiden Bewerber kamen für die Stelle nicht in Frage. "Wir dürfen aber den Kopf nicht in den Sand stecken", sagte Kleinhenz bei der Bürgerversammlung in Oberwildflecken . "Wir haben viel zu bieten, wir dürfen uns nicht verstecken."

    Als Investition in die Zukunft bezeichnete Kleinhenz die generalsanierte Sinntalschule in Wildflecken mit neuer Turnhalle. 83 Schüler besuchen aktuell die Wildfleckener Grundschule, dazu kommen noch 44 Mittelschüler in Wildflecken. Über sieben Millionen Euro wurden in die Generalsanierung der Sinntalschule investiert, rund 3,5 Millionen Euro muss die Kommune selbst aufbringen.

    Weil am Bundeswehrstandort Wildflecken ein neues Cyber-Zentrum entstehen wird, sieht Bürgermeister Kleinhenz den Standort für die nächsten 40 Jahre als gesichert an. "Wir haben uns zwei Jahre lang darum bemüht, den Zuschlag für das neue Rechenzentrum zu bekommen", so der Rathauschef. Das Rechenzentrum ist aber eigentlich ein Drei-Standorte-Konzept, das in Wildflecken, in Strausberg (Brandenburg) und in Roth (Bayern) zeitgleich verwirklicht wird. Laut Kleinhenz umfasst das dreigeteilte Cyber-Zentrum eine Investitionssumme von über eine Milliarde Euro. Dass die drei Standorte räumlich so weit auseinander liegen, ist von der Bundeswehr so beabsichtigt, um bei Stromausfällen oder Naturkatastrophen eine Ausfallsicherheit zu haben.

    Noch nicht zeitgemäß ist hingegen die Mobilfunkversorgung im Ortsteil Oberbach. "Im kommenden Jahr soll der neue Funkmast aufgestellt werden, dann sind unsere drei Ortsteile ausreichend versorgt." Zum Sachstand Kläranlage berichtete der Bürgermeister, dass die über viele Jahre diskutierte "große Variante" mit einem kompletten Anschluss von Oberwildflecken , Wildflecken, Oberbach und Riedenberg an die Kläranlage der Stadt Bad Brückenau aus technischen und wirtschaftlichen Überlegungen heraus endgültig vom Tisch sei. "Ich sehe aktuell den klaren Trend, dass wir die neue Kläranlage in Oberbach für die gesamte Marktgemeinde bauen werden", sagte Kleinhenz. Weiterhin in der Diskussion bleibt der Anschluss der eigenständigen Gemeinde Riedenberg an die Bad Brückenauer Kläranlage in Trübenbrunn. "Es macht aber aus wirtschaftlichen Gründen überhaupt keinen Sinn, einen Kanal um Riedenberg herum zu bauen und dann das Wildfleckener Abwasser nach Bad Brückenau umzuleiten", sagte Kleinhenz. "Wir suchen eine Lösung, welche die Bürger nicht unnötig finanziell belastet."

    Ungewiss ist die Zukunft der Freiwilligen Feuerwehr in Oberwildflecken . Kleinhenz appellierte an die Bürger, die Ortsteilfeuerwehr weiterhin am Leben zu erhalten. Kommandant David Kretschmann, der mittlerweile aus Oberwildflecken weggezogen ist, wird sein Amt im Frühjahr kommenden Jahres zur Verfügung stellen. "Wir sollten nicht in die Situation kommen, dass nächstes Jahr kein Kandidat mehr für das Kommandantenamt zur Verfügung steht", sagte Kleinhenz. Auch für den stellvertretenden Kommandanten müsse eine Nachfolgelösung gefunden werden.

    In der abschließenden Bürgerdiskussion ging es unter anderem um die beiden Spielplätze in Oberwildflecken . Bürgermeister Kleinhenz informierte darüber, dass der bestehende Spielplatz in der Schlesierstraße langfristig aufgegeben wird. "Die Spielgeräte dort werden aber erst nach und nach abgebaut, wenn sie nicht mehr in Ordnung sind." Übrig bleiben wird dann der Spielplatz in der Breslauer Straße, der langfristig erhalten bleiben soll.

    Sebastian Schmitt

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