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    Hammelburg

    Keine Chance für Hammelburger Teams

    Die Hammelburgerinnen Maxi Bindrum (links) und Tabea Lang hängen sich gegen München trotz der Personalnot richtig rein. ...

    TSV Grafing - Hammelburg Volleys 3:0 (25:22, 25:20, 25:15).
    Nach nur 72 Minuten musste sich der Tross aus zwölf Spielern und zwei Betreuern wieder auf die 350 Kilometer lange Heimreise nach Hammelburg machen. Zuvor war dem aktuellen Ligaprimus Grafing eine eindrucksvolle Revanche gelungen, bei der die Saalestädter zu keinem Zeitpunkt eine realistische Chance auf drei Punkte hatten.


    Zurückhaltung war unnötig

    Unterzuckert präsentierte sich der Titelanwärter in der "Grafinger Höhle", und dass hungernde Bären mit Vorsicht zu genießen sind, zeigten die Spitzenreiter vor gut 500 Zuschauern eindrucksvoll. Richtungsweisend bereits der erste Durchgang, in dem die Volleys aus Hammelburg, die mit Bruno Simunic im Zuspiel starteten, eine insgesamt unangebrachte Zurückhaltung an den Tag legten. "Wir haben zwar gut mitgespielt, teilweise sogar geführt, konnten das Ding am Ende aber nicht nach Hause bringen", bilanzierte "Dia" Peter Wolf den Auftritt seiner Jungs, bei denen alles irgendwie zu vorsichtig, zu erfürchtig und zu lieb wirkte. "Schade, hätten wir in diesem Durchgang einiges besser gemacht, wäre mehr drin gewesen", bediente sich Hammelburgs Trainer Tado Karlovic ebenfalls Konjunktiven. "Am Ende waren es Kleinigkeiten, zusammen mit ein paar blöden Fehlern in der Annahme", analysierte es Hammelburgs Mittelblocker Henning Schulte. Geschenke, die man Grafingern in der derzeitigen Form lieber nicht machen sollte.


    Blitzstart ohne Erfolg

    Dank dreier guter Aufschläge von Georg Wolf gelang den Hammelburgern ein 3:0-Blitzstart in den zweiten Durchgang. Leider nur ein Ausrufezeichen von geringen Halbwertszeit, denn Grafing machte den Rückstand wett und ließ nicht locker, ihren Gegenübern zu zeigen, dass man sich auf dem Weg Richtung Meisterschaft nur noch schwer ausbremsen lässt. Somit kippte der Satz beim 15:15 zu Gunsten der Gastgeber.

    "Da haben wir begonnen, in allen Spielelementen zu viele Eigenfehler zu machen, die wir bis zum Satzende nicht mehr in den Griff bekommen haben. Dadurch mussten wir die Führung abgeben und hatten dann nicht mehr viel entgegenzusetzen", nannte Peter Wolf die Hauptgründe für den erneuten Satzverlust.

    Den Gästen aus der Saalestadt gelang es fortan nicht mehr, die Eigenfehlerquote auf ein erträgliches Normalmaß zu reduzieren, auch weil Grafing sich nun in der Spieleröffnung kompromisslos zeigte. "Da haben die gleich mit einer Serie guter Aufschläge begonnen und sind davongezogen. Das war für die Moral der Truppe natürlich nicht unbedingt förderlich", resümierte Hammelburgs MVP Henning Schulte den dritten Satz, der mit zu 15 allzu deutlich an die Bären ging.

    Durch die Niederlage rutscht Hammelburg einen Platz nach unten auf Rang Sieben und ist nun punktgleich mit den Mainzern. Zu denen reisen die Volleys nach der zweiwöchigen Faschingspause und könnten die Rheinländer mit einem Sieg auf Distanz halten und in der Tabelle wieder nach oben klettern. Es bleibt dynamisch in dieser hochspannenden Liga. Olly Wendt

    TV/DJK Hammelburg - VC DJK München-Ost-Herrsching 0:3 (15:25, 18:25, 16:25).
    Mit einem deutlichen 0:3 mussten sich die Hammelburger Damen in der eigenen Halle geschlagen geben. "Mit München kam der erwartet starke Gegner, gegen den wir aufgrund unserer dezimierten Mannschaft nicht so viel entgegenzusetzen hatten", sagte Trainer Oliver Möller. Mit nur fünf Spielerinnen aus der ersten Mannschaft hätte Hammelburgs Coach das Spiel eigentlich absagen müssen, aber Maxi Bindrum und Maren Schröder aus der zweiten Mannschaft halfen aus, obwohl sie selbst ein Spiel in der Bayernliga gehabt hätten. "Ich bin den beiden und der zweiten Mannschaft sehr dankbar, die sich dadurch ja auch geschwächt haben", sagte Möller.


    Keinen Fehler gemacht

    Katharina Hauke, die als Libero eingesprungen war, hatte ihre Sache gut gemacht und für eine Entlastung bei Melanie Basmer gesorgt. "Das hatten wir uns erhofft", sagte Möller, "Allerdings muss man bei dieser Personalnot realistischerweise sehen, dass wir gegen München keine Chance hatten." Auf keinen Fall will der Trainer dabei der Mannschaft einen Vorwurf machen, im Gegenteil: "Es ist aller Ehren wert, dass sich die meisten angeschlagen in die Halle geschleppt haben und sich ins Spiel reingehängt haben." Oft wird Oliver Möller gefragt, ob er sich Gedanken darüber mache, dass irgendwas falsch gelaufen wäre. Dann antwortet er jedes Mal: "Ich mache weder der Mannschaft noch mir noch Patrick einen Vorwurf, irgendeinen Fehler gemacht zu haben, weil wir einfach kein Personal haben."


    Immer wieder verletzt und krank

    Obwohl Hammelburg die Münchnerinnen bereits aus dem Hinspiel kannte - "da waren wir trotz Niederlage phasenweise sehr stark", so Möller - konnte sich der TV/DJK nicht auf den Gegner einstellen. "Wir haben kaum trainiert, was der Anzahl an gesunden Spielerinnen zu schulden ist, aber wir haben uns trotzdem teuer verkauft." Phasenweise spielte Hammelburg gut mit, führte sogar einige Male und schlug stark auf. "Aber insgesamt hatten wir am Samstag keine konkurrenzfähige Mannschaft auf dem Feld. In dieser Saison ist einfach der Wurm drin. Das hat schon damit angefangen, dass wir nur mit elf Spielerinnen gestartet sind. Nach letztem Wochenende hatten wir nur eine gesunde Spielerin."

    Am meisten traf den Hammelburger Coach der Ausfall von Selina Helfmann. "Das ist wirklich super ärgerlich. Aber Maxi Bindrum hat das wirklich bewundernswert gemacht, wie sie das Spielzepter in die Hand genommen hat als nicht gelernte Zuspielerin", so Möller.


    Optimistisch bleiben

    Zwei Wochen Pause stehen an, bevor die Hammelburgerinnen in Augsburg wieder auf's Feld gehen. "Ich hoffe, dass wir die freie Zeit zur Regeneration nutzen können, die Krankheiten in den Griff gebracht werden und wir wieder ein Training mit mehr als sechs Spielerinnen zustande bringen", sagte Möller. Aber jammern bringt ja nichts: "Davon werden die Spielerinnen auch nicht wieder gesund." Pia Schmitt Oliver Wendt, Pia Schmitt

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