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    Maßbach

    Keine Mountainbiker in Maßbachs Wäldern

    Das geplante landkreisübergreifende Mountainbike-Wegenetz, das  zusätzliche Touristen anlocken soll, wird nicht über das Gebiet der  Marktgemeinde Maßbach führen. Symbolbild: Jan Woitas/dpa
    Das geplante landkreisübergreifende Mountainbike-Wegenetz, das zusätzliche Touristen anlocken soll, wird nicht über das Gebiet der Marktgemeinde Maßbach führen. Symbolbild: Jan Woitas/dpa

    Das geplante landkreisübergreifende Mountainbike-Wegenetz, das zusätzliche Touristen anlocken soll, wird nicht über das Gebiet der Marktgemeinde führen, wenn es nach dem Willen des Maßbacher Marktgemeinderates geht. Das Gremium entschied sich in seiner jüngsten Sitzung mit großer Mehrheit dagegen und entsprach damit den Einwänden von Jägern, Jagdgenossen , Waldbesitzern und Naturfreunden.

    Die Strecke sollte teilweise durch Wälder führen. Auch eine zumindest weitgehende Verlegung nach außerhalb des Waldes oder durch staats- und bundeseigenen Forst wurde verworfen. Ob damit das Thema erledigt ist? Bürgermeister Matthias Klement meinte dazu: "Das Landratsamt bräuchte unsere Zustimmung nicht", schränkte aber wiederum ein "ich glaube nicht, dass es das tut" (das heißt, die Entscheidung des Marktgemeinderates ignoriert).

    Keine Verschiebung mehr

    Gleich zu Beginn der Sitzung beantragte Diethard Dittmar ( SPD ), die Beratung und Entscheidung über dieses Thema zu verschieben, um einen kompetenten Fachmann hinzuzuziehen, einen entsprechenden Namen hatte er dem Bürgermeister am Montag genannt. Doch Matthias Klement meinte dazu, das sei zu spät gewesen. Dittmars Antrag wurde abgelehnt. Das Thema stand bereits im letzten Jahr auf der Tagesordnung des Marktgemeinderates. Danach fand eine Informationsveranstaltung speziell für die Betroffenen statt. Dabei hatten Jäger, Jagdgenossen oder Waldbesitzer sehr große Bedenken geäußert, teilte Bürgermeister Klement mit. Die Jagdgenossen fürchten, dass bei zukünftigen Verpachtungen die Jäger auf eine Reduzierung der Jagdpacht drängen. Damit werde dann die Wegesanierung schwieriger, weil weniger Geld zur Verfügung stehe.

    Kompromisse vorgeschlagen

    Die Jäger wiederum wiesen darauf hin, dass wegen der Mountainbiker auf Waldwegen das Wild den Wald verlasse und dadurch Wildschäden auf den Äckern und Feldern entstehe. Es sei die Absicht der Rhön GmbH, die Mountainbiker durch die Streckenausweisung zu kanalisieren, es gehe nicht um mehr Fahrer. Zum Gegenargument, dadurch kämen mehr Fahrer, meinte der Bürgermeister "alles Spekulation". Achim Bieber (Bürgerblock Poppenlauer ) vermisste in den Beschluss-Vorschlägen der Verwaltung Kompromiss-Möglichkeiten und wollte wissen, ob es möglich sei, die Wälder aus der Streckenführung herauszunehmen. Er forderte einen Vorschlag, mit dem die Jäger leben können. "Für mich gehört bei einer Mountainbike-Strecke dazu, dass man auch etwas durch den Wald fährt", meinte dazu Matthias Klement , "diejenigen, die sich auskennen, fahren sowieso kreuz und quer".

    Andreas Eußner (Christliche Wähler Weichtungen) ergänzte: "Es gibt sowieso ein allgemeines Befahrungsrecht." Volker Röder ( Freie Wähler Volkershausen) meinte: "Wir haben ein gut ausgebautes Radwegenetz, auf eine echte Mountainbike-Strecke kann ich gut verzichten." Felix Neunhoeffer ( SPD ) ist einer der wenigen, die dem Projekt etwas abgewinnen können: "Das könnte ein Mosaiksteinchen sein für unsere touristische Erschließung. Wir werden bekannter." Er schlug Kompromisse vor, damit die Strecke auch durch die Dörfer führt, "wo sie Geld lassen". Jürgen Müller (für Bürger und Umwelt) ist selbst Jäger und berichtete, dass er tagsüber gar nicht mehr jagen kann. Der starke Publikumsverkehr sei ein großes Problem speziell in kleinen Waldgebieten. Ihm fiel auf, dass Staats- und Bundesforsten bei der Ausweisung der Strecke ausgeklammert wurden. Wolfgang Rützel (Wählergemeinschaft Poppenlauer ) bekräftigte: "Mich haben die Argumente der Jäger überzeugt. Ablehnen!" Yvonne Hub ( CSU ) zeigte sich kompromissbereiter und schlug vor, über Alternativen außerhalb der Wälder oder in den Staatsforsten nachzudenken und nicht kategorisch Nein zu sagen. Genau das tat der Marktgemeinderat jedoch in der anschließenden Abstimmung. Die große Mehrheit stimmte gegen die Einbeziehung von Maßbach in das Mountainbike-Radwegenetz.

    Arbeiten vergeben

    Der Gemeinderat genehmigte in seiner ersten Sitzung im neuen Jahr auch fünf Baugesuche und für eines davon 10.000 Euro aus dem Förderprogramm der Allianz SWOL (Schweinfurter Oberland) für Investitionen zur Innenentwicklung im Altort von Maßbach . Im neuen Baugebiet Centleite, am Eingang eines Wohnhauses in der Poppenlauer Straße und am Filtergebäude im Freibad müssen Absturzsicherungen angewandt werden. Vier von sieben Firmen hatten Angebote eingereicht. Der Marktgemeinderat vergab die Arbeiten für 8005 Euro an ein Unternehmen aus Fladungen.

    Neue Alarmanlage eingebaut

    Während der Weihnachtsferien wurde in die Mittelschule Maßbach ohne vorherigen Beschluss des Marktgemeinderates eine neue Alarmanlage eingebaut, die die bisherige nicht zertifizierte Anlage ersetzt. Dazu heißt es in Artikel 37 der Gemeindeordnung: "Der Erste Bürgermeister ist befugt, an Stelle des Gemeinderats ... dringliche Anordnungen zu treffen und unaufschiebbare Geschäfte zu besorgen. Hiervon hat er dem Gemeinderat ... in der nächsten Sitzung Kenntnis zu geben." Das Gremium genehmigte die Kosten in Höhe von 4700 Euro. Diese Alarmanlage, die am ersten Schultag fertig war, soll nicht zum Schutz gegen Einbrecher dienen, sondern ist eine Sprechanlage zwischen dem Lehrerzimmer und den Klassenzimmern, um zum Beispiel bei Amokläufen zu alarmieren.

    Dieter Britz

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