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    Bad Kissingen

    Bei der Zweiten Bad Kissinger Boxnacht hing keiner in den Seilen

    Die zweite Bad Kissinger Boxnacht lockte über 500 Zuschauer in den Tattersall. Dadaev Zelimban (links) im Kampf. Foto: Jürgen Schmitt
    Die zweite Bad Kissinger Boxnacht lockte über 500 Zuschauer in den Tattersall. Dadaev Zelimban (links) im Kampf. Foto: Jürgen Schmitt

    Einmal den Jugendstar treffen - für Joachim Dunger und Jens Nöhrbaß wurde das bei der Bad Kissinger Boxnacht Realität. Am Samstag trafen die beiden den Profi-Boxer René Weller , bei einem Meet-and-Greet im Hotel Dappers. Dabei knipsten Dunger und Nöhrbaß nicht nur Erinnerungsfotos und ließen sich Autogramme geben, sondern erhielten Antworten auf Fragen, die sie bereits seit mehreren Jahrzehnten beschäftigten.

    Meet-and-Greet im Hotel Dappers in Bad Kissingen: Aufgeregte Gewinner

    "Ich war so aufgeregt in der Nacht von Freitag auf Samstag, dass ich fast nichts geschlafen habe", sagte Dunger. Statt Schlaf gab es für den 1961 geborenen Kissinger die Suche nach seinen alten "Bravo"-Magazinen aus den 70er Jahren. Eine Frage, die ihn seit seiner Jugend beschäftigte, war die Schnürung von Wellers Schuhen. "Er hatte immer so große Schleifen. Ich weiß bis heute nicht, ob das ein Glücksbringer war, oder ob es einen anderen Grund hatte." Die Antwort gab es vom ehemaligen Starboxer: "Weißt du, das war rein wegen der Optik." Begeistert von der Möglichkeit mit dem Star zu sprechen, war auch Nöhrbaß. "Ich war damals einfach zu jung", sagt der 46-Jährige. Eine Faszination übe der Boxer dennoch aus. "Er ist immer wieder im Gespräch. Außerdem sieht man einen Profiboxer nicht so oft im Leben", erklärte der Kissinger. Für das Treffen im "Dappers" kaufte er sich sogar extra ein Paar Boxhandschuhe, die Weller signierte. Dabei kam die Frage nach der aktuellen Anzahl von Wellers Boxhandschuhen auf. "So viele habe ich nicht - es sind vielleicht vier bis fünf Paare", sagte der Star. Sie helfen ihm dabei fit zu bleiben - Weller trainiert täglich.

    In Form waren auch die Boxer , die im Tattersall in den Ring stiegen. "2018 war das noch ein Experiment", sagte Oberbürgermeister Kay Blankenburg ( SPD ), der sich mit seiner Frau alle zwölf Kämpfe ansah. "Heuer lässt sich das schon nicht mehr aus dem Veranstaltungskalender wegdenken." Seine Erinnerungen an René Weller kreisen vor allem um dessen Auftreten in der Öffentlichkeit: "So schlagfertig wie er im Ring war, war er auch in seinen Interviews ."

    Boxerlegende René Weller ist noch heute von Bedeutung

    Aber auch bei der Generation, die Wellers Kämpfe nie live sah, hinterließ er bleibenden Eindruck. Mohammad Shadab, der am Abend selbst noch in den Ring stieg, sah sich einige Kämpfe des zweifachen Europameisters im Internet an. "Die Schnelligkeit von ihm ist beeindruckend", sagte der 23-jährige Kissinger Boxer . Dem Profi ganz nahe kam Elias Leifels. Das Treffen mit Weller sorgte beim Zwölfjährigen für Herzklopfen: " René Weller ist eins meiner Idole!" Der 65-Jährige war sichtlich gerührt. Im Interview mit Saale-Zeitungs-Redakteur Jürgen Schmitt sprach der Ex-Champion über seine Karriere. Über den freundlichen Empfang in Bad Kissingen war seine Frau Maria begeistert. In den Pausen stand Weller seinen Fans für Autogramme, Fotos und Gespräche zur Verfügung. Die Kämpfe im Tattersall verfolgte er ruhig und bedächtig, seine Augen stets auf die Kämpfer gerichtet.

    Besonders die Hauptkämpfe, wie der von Mohammad Shadab, sorgten für Emotionen im Publikum. Angst vor seinem Kampf hatte der Kissinger Boxer nicht. "Ich gehe fünf Minuten vorher noch mal in mich und sammle mich", beschrieb er sein Ritual. Im Ring bewies Shadab sein Können und siegte souverän gegen den Thüringer Hamlet Simonyan. Dass es beim Boxen jedoch zu gefährlichen Situationen kommen kann, erzählte Wellers Frau Maria in einer Anekdote. "Ich habe einmal das Handtuch in den Ring geworfen, weil ich solche Angst um René hatte. Für mich war es am Ring immer schlimm."

    Doch nicht nur um die Kämpfe geht es beim Boxen. Nummerngirls und Tanzeinlagen sorgten dafür, dass keine Langweile aufkam. Organisator ist die Boxabteilung des TSV Bad Kissingen . Edgar Feuchter, Boxtrainer und Abteilungsleiter, war zufrieden: "Wir waren ausverkauft: Es waren 600 Gäste im Tattersall." Damit knüpfe der Verein nahtlos an das vergangene Jahr an. "Mit dem Unterschied, dass wir heuer sogar etwas mehr Zuspruch hatten." Das zeigte sich an der Getränkeausgabe: Im Verlauf des Abends mussten die Organisatoren mehrfach neue Getränke heranbringen.

    Johannes Schlereth

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