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    Burkardroth

    Kinder brauchen mehr Platz

    Die Geburtenzahlen und Schülerzahlen zwingen den Markt Burkardroth zum Handeln. In der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates beschäftigte sich das Gremium unter anderem mit den beiden Punkten.
    Der Kindergarten in Burkardroth muss umgebaut werden. Foto: Johannes Schlereth       -  Der Kindergarten in Burkardroth muss umgebaut werden. Foto: Johannes Schlereth
    Der Kindergarten in Burkardroth muss umgebaut werden. Foto: Johannes Schlereth

    Politik bewegt die Menschen, das zeigte sich bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Burkardroth . Wegen des hohen Besucherandrangs mussten die Gremiumsmitglieder weitere Stühle in den Sitzungssaal bringen. Der Grund dafür war der Tagesordnungspunkt zum vorzeitigen Umbau der Burkardrother Krippe. Dieses Thema zogen die Räte aufgrund des öffentlichen Interesses vor.

    "Die Geburtenzahlen zeigen uns, dass Platzbedarf herrscht", sagte Bürgermeister Waldemar Bug (ödp). Deshalb muss die Kommune die bisherigen Planungen überarbeiten. Bislang sollten drei Regel- und zwei Krippengruppen entstehen. Nun will der Markt auf vier Regel- und zwei Krippengruppen aufstocken. Bei den Umbauten soll der Krippen-Raum erhalten bleiben, für den bislang eine Ausnahmegenehmigung seitens des Landratsamtes vorliegt. Um den Raum weiterhin für eine Krippengruppe nutzen zu dürfen, herrscht jedoch Handlungsbedarf. Es braucht eine Verbindung vom offiziellen Krippenraum hin zum Ausweichraum. "Das muss die Gemeinde in die Hand nehmen, um die Ausnahmegenehmigung weiter sicherzustellen", informierte Bug die Räte. Die Kosten dafür schätzt die Verwaltung auf etwa 10 000 bis 20 000 Euro.

    Verbindung zwingend notwendig

    Würde der Markt den Durchgang nicht schaffen, hätten 15 Kinder keinen Platz in der Krippe mehr. "Es gibt im ganzen Markt keine Kapazitäten um sie unterzubringen", sagte Bug. Für den Zweiten Bürgermeister, Daniel Wehner ( CSU ), war die Sachlage klar: "Es soll zügig voran gehen." Der Marktgemeinderat erkannte geschlossen den gestiegenen Bedarf an, beschloss den Durchgang zu schaffen und entschied sich dafür, die Planungen fortzuführen. Die Kindergarteneltern waren mit dem Beschluss zufrieden - das zeigte sich an "sehr gut"-Rufen und Applaus aus dem Zuschauerbereich.

    Einstimmig war auch der Beschluss zu dem Anbau von Hortplätzen an der Grundschule in Lauter. "Im Herbst haben wir den Bedarf ermittelt, dabei sind wir auf etwa 60 Plätze gekommen", sagte Bug. In den vergangenen fünf Jahren lag die Schülerzahl allerdings zwischen 76 und 90 Kindern. Die Erfahrungen am Hort in Premich hätten gezeigt, dass es sinnvoll sei, mehr Plätze zu schaffen. Dort war die Nachfrage bald größer als das Angebot, mit der Folge, dass der Markt anbauen musste. Auch das Landratsamt verwies darauf, den Hort in Lauter größer zu bauen. "Die Behörde rät zu vier Gruppen für 100 Kinder", sagte Bug. In dieser Größenordnung sollen nun die weiteren Planungen stattfinden.

    Auf Anregung des Rhönklub- Zweigvereins Burkardroth soll ein neuer vier Kilometer langer Wanderweg im oberen Aschachtal entstehen. Dabei handelt es sich um einen Themen-Rundweg bei Stangenroth, in dem auf vier Schautafeln etwa die Wasserversorgung oder Köhlerstellen thematisiert werden. Die Strecke verläuft auf bestehenden Wegen. Die Kosten für die Wegweiser und Infotafeln liegen etwa bei 10 000 Euro. Der Rhönklub beteiligt sich daran mit einem freiwilligen Zuschuss von 2000 Euro. Der Marktgemeinderat beschloss, die Übernahme der Kosten bis zu einer Höhe von 8000 Euro. Eine Idee, die in diesem Rahmen aufkam, war, die wiederbelebte Wirtschaft in Stangenroth als Einkehrmöglichkeit auszuschildern. Diesbezüglich müsse allerdings zunächst mit dem Wirt gesprochen werden.

    Grünes Licht gaben die Gemeinderäte insgesamt neun Bauanträgen. Zudem stimmten sie einer Bauvoranfrage zu. Drei Grundstückseigentümer wollen in Premich eine Gemeinschaftshalle bauen, wie sie auch in Gefäll oder Zahlbach zu finden ist.

    Im Bebauungsplan des Stangenrother Gewerbegebiets "Nordöstlich der Ortschaft" änderte der Markt eine Textpassage. In dem Rahmen sprach das Gremium über die Stellungnahmen der Behörden und Bürger . Insgesamt acht von 32 angefragten Stellen hatten ihre Hinweise und Anmerkungen an den Markt übermittelt. Darunter etwa das Landesamt für Denkmalpflege , das sich mit dem Auffinden von Bodendenkmälern befasste. Dieser Aspekt ist allerdings bereits ausführlich im Bebauungsplan beschrieben, weshalb der Marktgemeinderat die Auffassung vertritt, dass der Denkmalpflege ausreichend Rechnung getragen wurde. Das Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in Schweinfurt sowie die Untere Bauaufsichtsbehörde baten darum, die Daten für das Baugebiet in digitaler Form bereitzustellen. "Ich denke, das können wir machen", sagte Bug. Die Räte stimmten dem zu. Von den Einwohnern Stangenroths kamen keine Bedenken. Die Bayernwerk Netz GmbH verwies auf die 20 KV-Freileitung über dem Baugebiet. Eine Anpassung der Plans ist jedoch nicht erforderlich, weil sie bereits in den Unterlagen auftaucht. Der Markt möchte die Leitung wohl noch heuer unterirdisch verlegen.

    In der Sitzung beschäftigten sich die Räte nicht nur mit Themen aus dem Markt. Auch Bad Kissingen fand sich auf der Tagesordnung. Dabei handelte es sich um den Bebauungsplan des Thermenhotels. Das Gremium stellte fest, dass durch das Vorhaben keine Belange des Marktes berührt werden. In diesem Zuge beauftragten die Gemeinderäte die Verwaltung dazu, in Zukunft gleiches zu bekunden.

    Einstimmigkeit herrschte im Marktgemeinderat ebenfalls bei der neuerlassenen Satzung zu den Erschließungsbeiträgen. "Wegen neuer gesetzlicher Grundlagen wird eine Anpassung notwendig", sagte Bug. Die bisherige Satzung stammt aus dem Jahr 1979. Die Verwaltung lehnte den verabschiedeten Entwurf an eine Mustersatzung des bayerischen Gemeindetags an.

    Im Rahmen der Sitzung verabschiedeten sich die Gemeinderäte außerdem noch von Ganna Kravchenko, der Allianzmanagerin des Kissinger Bogens. Kravchenko war knapp fünf Jahre für die Allianz tätig. Kravchenko orientiert sich beruflich neu. Sie ist seit Anfang März als Umweltbeauftragte der Ordensgemeinschaft der Erlöserschwestern in Würzburg tätig. Diese betreuen mehrere Heime und Kliniken, unter anderem das St. Josef Krankenhaus in Schweinfurt.

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    Johannes Schlereth

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