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    Motten

    Kinder unter drei Jahre fahren künftig nach Motten

    Der Gemeinderat beschloss mehrheitlich, den Kothener Kindergarten nicht für eine U 3-Gruppe umzubauen. Dafür hätte der Turnraum geopfert werden müssen. Sandra Reith
    Der Gemeinderat beschloss mehrheitlich, den Kothener Kindergarten nicht für eine U 3-Gruppe umzubauen. Dafür hätte der Turnraum geopfert werden müssen. Sandra Reith
    Erneut rege bis hitzig diskutiert wurde in der Mottener Gemeinderatsitzung über die Kindergärten . Bürgermeister Jochen Vogel ( CSU ) berichtete von den Rückmeldungen auf die Umfrage zum gewünschten Bedarf. Ein überwiegend großer Teil der angeschriebenen Mottener Bürger hat sich für die klassische Variante, also eine Regelgruppe und eine U 3-Gruppe ausgesprochen.

    Bereits in der vorherigen Gemeinderatsitzung war dargelegt geworden, dass für den Mottener Kindergarten keine Aufstockung empfohlen wurde und Kinder ab zwei Jahren in Kothen nur nach baulichen Veränderungen aufgenommen werden können. Jochen Vogel schloss daraus, dass es am sinnvollsten sei, den Mottener Kindergarten neu zu bauen und den Kothener Kindergarten nicht umzubauen, was bedeutet, dass er keine andere Betriebserlaubnis erhält.

    Auch Kindergartenleiterin Sandra Reith hatte das Pro und Contra in "vielen schlaflosen Nächten" abgewogen und schlussendlich einen Umbau des Kothener Kindergartens aus pädagogischen Gründen abgelehnt. Würden nun auch Zweijährige in den Kothener Kindergarten gehen, würden diese mit den Ältesten in einer Gruppe betreut. Zudem fiele der Turnraum weg, der nach dem Mittagessen als Schlafraum genutzt wird und in dem sich die Kinder normalerweise austoben können. Dies sei "an den Kindern vorbei geplant", so Sandra Reith: "Hinter dem Plan kann ich mit meiner Pädagogik nicht stehen".


    Die Kothener Gemeinderäte Markus Bug und Marco Hillenbrand (FW Kothen-Motten-Speicherz) sprachen sich für den Umbau des Kothener Kindergartens aus. Zeitnah würde dies zu realisieren sein. Zudem sei es den Kothener und Speicherzer Eltern nicht zuzumuten, ihre Kinder acht Kilometer nach Motten zu fahren. Wer gegen den Ausbau sei, besiegle das Ende des Kindergartens in Kothen.

    Jochen Vogel hatte zu dem Punkt bereits Rücksprache mit der Regierung von Unterfranken gehalten, die acht Kilometer als "keine Entfernung" bezeichnet hatte. Zudem, und auch das war bereits in der vorherigen Gemeinderatsitzung erläutert worden, würde der Kothener Kindergarten im Falle von sinkenden Buchungszahlen als Landkindergarten weitergeführt werden.

    Seinem Vorschlag, den Mottener Kindergarten neu zu bauen, entsprachen 75 Prozent des Gemeinderates. Im Kothener Kindergarten wird es also keinen Um- und Ausbau geben, zwei Gemeinderäte hatten hier ihre Zustimmung verweigert. Mit dem Beschluss zum Neubau des Mottener Kindergartens wurde, mit einer Gegenstimme, der Bebauungsplan "Am Leimersfeld" geändert.

    Für den barrierefreien Zugang zum Josefsheim sind laut Bewilligungsbescheid 850 000 Euro veranschlagt. Mit knapp 55-prozentiger Förderung würden der Gemeinde 461 200 Euro beigesteuert werden. Einstimmig beschloss der Gemeinderat die geplante Maßnahme.

    Keinen Beschluss gab es zu dem ersten Entwurf für das direkte Kirchumfeld, ist doch der derzeitig Sachstand noch weit von einer Planung entfernt. Laut Bürgermeister Jochen Vogel habe man "Zeit, uns damit dementsprechend auseinanderzusetzen". Vorerst sicher ist der Rückbau der Mottener Kirche auf ihre ursprüngliche Größe. Das damit größere Kirchumfeld könne die Gemeinde nun gestalten. Eine grobe Kostenschätzung hierfür liegt bei 350 000 Euro, nach Abzug der zu erwartenden Förderung bleibt der Gemeinde ein zu zahlender Eigenanteil in Höhe von circa 157 00 Euro.

    Laut Kirchenverwaltung liegen die Kosten für den Kirchumbau bei 1,8 bis 1,9 Millionen Euro. Bislang fielen der politischen Gemeinde ein Drittel für die Mit-Finanzierung zu, nun müsse neu verhandelt werden, da es sich um einen Rückbau handelt.

    Gemeinderat Alfons Erb fragte nach, ob es keinen Kirchumbau gebe, falls die Gemeinde die Kirchumfeldgestaltung ablehne. Die Diözese hatte die Maßnahme für das Jahr 2027 angekündigt, sollte die Gemeinde sich nicht finanziell am Kirchumfeld beteiligen, gab Vogel bekannt.

    Der Bürgermeister kritisierte das Verhalten der Diözese, die wiederholt gemahnt hatte, an den Umbaukosten zu sparen. Zudem habe die Kirchenverwaltung, deren Mitglieder viel Zeit und Engagement eingebracht hatten, von der Diözese viel Ablehnung erfahren. Den ersten Entwurf wolle der Gemeinerat nun als Grundlage nehmen. Ein grober Plan sei für die Feststellung der Förderhöhe und für weitere Verhandlungen mit der Diözese nötig.

    Stephanie Elm

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