• aktualisiert:

    Motten

    Kindergarten in Motten wird erheblich teurer

    Bürgermeister Jochen Vogel nahm Georg Schneider mit Eidesformel und Handschlag als Feldgeschworenen auf. Stephanie Elm
    Bürgermeister Jochen Vogel nahm Georg Schneider mit Eidesformel und Handschlag als Feldgeschworenen auf. Stephanie Elm

    Die Gemeinderäte waren geplättet. Der aktuelle Stand um den Kindergartenneubau präsentierte sich erheblich teurer als im Vorentwurf. Gemeinderat Tobias Herbert (WG Motten ) fand als erster die Sprache wieder: "Wir reden hier von fast 40 Prozent mehr. Ich finde das nicht lustig." Die tatsächliche Differenz zu den geschätzten Zahlen aus dem Vorentwurf liegt bei exakt 823.919,68 Euro. Die Gesamtkosten belaufen sich aktuell auf gut 2.948.000 Euro. Im Vorentwurf, der gerade mal ein halbes Jahr alt ist, waren die zu erwartenden Ausgaben noch mit knapp über 2.124.000 Euro angegeben worden.

    Architekt Rudolf Röbig führte die Mehrkosten unter anderem auf einen achtprozentigen Anstieg bei den Baupreisen und die Anlagentechnik zurück. Diese stellt den größten Posten in der Mehrkostenliste auf. Um knapp 552.000 Euro stieg er von etwa 277.000 Euro auf nun 828.714 Euro an. "Ich will das nur verstehen", betonte Tobias Herbert. Rudolf Röbig verwies auf den Fachingenieur, der die Zahlen für die Kostenerläuterung geliefert hatte.

    Auch Rudolf Will (WG Motten ) erschlossen sich die Mehrkosten nicht: "Ich erwarte mehr Transparenz und Sorgfalt bei Vorentwürfen." Dem entgegnete Röbig: "Ich kann keine Verantwortung für den Anstieg der Baupreise übernehmen." Der intensiven Diskussion, ob der Zuschussantrag mit diesen unerwarteten Zahlen überhaupt bewilligt werden solle, verhalf die Information, dass auch nach dem Förderbescheid gegebenenfalls reduziert und variiert werden könne, zu Entspannung. Unter Einhaltung der gesetzlichen und technischen Vorgaben könne durchaus von dem Förderantrag abgewichen werden, erklärte Röbig. Kämmerer Steffen Schneider verwies auf das Problem, dass bei höheren Baukosten eine Nachförderung möglich sein könnte, bei niedrigeren Baukosten hingegen die Förderung geringer ausfallen könnte.

    Bürgermeister Jochen Vogel ( CSU ) schlug vor, "die Zahlen zu hinterfragen, aber nicht soweit runterzurechnen, bis uns die Zahl gefällt". Ein Fachplaner solle beauftragt werden, die einzelnen Posten aufzuschlüsseln und Einsparmöglichkeiten aufzuzeigen. Der Zuschussantrag solle auf jeden Fall gestellt werden, "um bei dem 4. Investitionsprogramm dabei zu sein", so Vogel. Der Gemeinderat stimmte dem einhellig zu.

    Bereits in der vergangenen Gemeinderatsitzung hatte Jochen Vogel die Amtsniederlegung des Gemeinderats Marco Hillenbrand (FW Kothen-Motten-Speicherz) angekündigt. Der Gemeinderat bestätigte nun den Antrag. Bislang konnte kein Nachfolger gefunden werden. Die Listennachfolger werden der Reihe nach angeschrieben, ohne dass dies vorab im Gemeinderat bekannt gegeben wird.

    Das Gemeindeoberhaupt vereidigte einen neuen Feldgeschworenen. Georg Schneider unterstützt die bislang acht Kothener Feldgeschworenen in den "Amtspflichten, Verschwiegenheit und zeitlebens Bewahrung des Siebenergeheimnisses" - so heißt es in der Eidesformel.

    Die Helfer vor Ort (HvO) sind in Motten seit fast drei Jahren im Einsatz. Christian Schrott zeigte Statistisches aus dem vergangenen Jahr auf. 49 Einsätze verzeichneten die HvO in 2018, zwei in Speicherz, 16 in Kothen und 31 in Motten . Vermutlich liegt Speicherz nicht so sehr im Versorgungsbereich der HvOler, da der Rettungsdienst aus Bad Brückenau dorthin genauso lang unterwegs ist wie die HvOler aus Motten . Ansonsten liegt der durchschnittliche Zeitvorteil vor Eintreffen des Notarztes bei elf Minuten. In einem Fall war der Rettungsdienst erst 25 Minuten nach den Ersthelfern vor Ort. Diese benötigen im Regelfall nur zwei bis drei Minuten, bis sie am Einsatzort sind. Bürgermeister Jochen Vogel wiederholte sich gern: "HvO ist eine tolle Einrichtung. Das kann man gar nicht hoch genug schätzen."

    Die 2. Änderung des Bebauungsplans "Am Leimersfeld" wurde auf die nächste Gemeinderatsitzung verschoben, da ein gefordertes Gutachten noch nicht vorlag. Der Gemeinderat fand keinen Grund, den Teilflächennutzungsplan der Gemeinde Sinntal zur Windenergiesteuerung abzulehnen. Der Gemeinde entstünden keine Beeinträchtigungen durch Geräusche oder Schattenwurf.

    Für das Mottener Kirchenumfeld wurden bislang keine Angebote angenommen und daher auch kein Auftrag vergeben, gab Bürgermeister Jochen Vogel bekannt. "Auf dem Baumarkt picken sich die Firmen die Rosinen raus". Mit der Regierung möchte Vogel die nächsten Schritte besprechen und mit einem Büro Gespräche führen.

    Der im Ideenworkshop Anfang April gewünschte Jugendraum in Kothen war gedanklich schon im Gemeindehaus angesiedelt. Für eine langfristige Nutzung müsse hier allerdings erst die Bausubstanz geprüft werden, was die Erfüllung des Wunsches verzögert. Als Übergangslösung schlug Kothens Jugend zwei leerstehende Räume im Feuerwehrhaus vor. An den Renovierungsarbeiten würde sie sich ebenfalls beteiligen.

    Gegen keinen der drei Bauanträge hatte der Gemeinderat etwas einzuwenden. In Motten darf in der Ringstraße das Gelände aufgefüllt werden. In der Fuldaer Straße darf der Antragsteller das Dach seines Wohnhauses sanieren und mit Gauben ausbauen. Außerdem befürwortete der Gemeinderat die Anbringung einer Außentreppe. In Speicherz wurde der Neubau eines Einfamilienwohnhauses genehmigt sowie die Befreiung von der Dachform und -neigung.

    Stephanie Elm

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!