• aktualisiert:

    Bad Bocklet

    Kirche feiert Jubiläum

    Die Kirche in Großenbrach feiert heuer ein ganz besonderes Jubiläum: vor 50 Jahren wurde sie eingeweiht, regelmäßig finden hier unter der Woche Gottesdienste statt. Diese sind jeweils dienstags um 19 Uhr, in Ausnahmefällen auch einmal sonntags, so beispielsweise beim Patronatsfest - die Kirche ist dem Heiligen Andreas geweiht. Bis heute sind die Großenbracher auf ihre Kirche stolz, die 140 bis 150 Personen Platz bietet.
    "Werktags liegt der Gottesdienstbesuch bei 30 bis 35 Personen", berichtet Kirchenpfleger und Mesner Günter Neumann. Seit Jahrzehnten kümmert er sich liebevoll um die Kirche, zum buchstäblichen Inventar gehört auch Organistin Ruth Roth, die seit 50 Jahren am selben Harmonium den Gottesdienst mit feierlichen Klängen untermalt. Beim Festgottesdienst am 3. Juni wird sie es sich natürlich nicht nehmen lassen, an der Orgel zu sitzen. Domkapitular Thomas Keßler wird dann in der Kirche den Festgottesdienst halten.


    Kein leichtes Unterfangen

    Bevor die Kirche in Großenbrach gebaut wurde, musste man zur Kirche nach Aschach, wo auch heute noch die Sonn- und Feiertagsgottesdienste gefeiert werden. Lange gab es Pläne dafür, in Großenbrach eine Kirche zu errichten. Schließlich teilte am 25. März 1952 der Generalvikar des Bistums dem Pfarramt Aschach mit, dass man keine Bedenken gegen den Kapellenbau habe, "doch darf keine Kirchenverwaltung bestellt und die Abhaltung von Sonn- und Feiertagsgottesdiensten nicht zugesagt werden", ist in dem Schreiben zu lesen.

    Damals gab es 240 Katholiken in Großenbrach, es wurde 1953 eine Kapellenstiftung eingerichtet und drei Personen schenkten als Vermögensausstattung landwirtschaftliche Flächen. Natürlich wurden auch Spendengelder eifrig gesammelt. Das war kein leichtes Unterfangen, und Architekt Michael Niedermaier schrieb 1962 an Pfarrer Anton Zink, dass die Sache wohl ziemlich hoffnungslos sei. Doch entmutigen lies man sich nicht, ganz im Gegenteil: im Jahr 1966 wurde am 1953 angelegten Friedhof eine Kapelle errichtet, was natürlich mit viel Eigenleistung einherging. Spenden und Eigenmittel hatten dafür gesorgt, dass man dazu genug Geld in der Kasse hatte, das große Engagement aus der Bevölkerung zeigte, wie wichtig den Großenbrachern die Kapelle war und bis heute ist. 1968 konnte man den Bau fertigstellen.
    Am 8. Juni 1968 war es dann soweit: man konnte die Früchte der Bemühungen genießen: an diesem Tag benedizierte Weihbischof Alfons Kempf die Kirche. Allerdings wies er auch darauf hin, dass regelmäßige Sonntagsgottesdienste nicht möglich seien. An einem Tag in der Woche solle aber das Messopfer in Großenbrach gefeiert werden, eine Tradition, die auch heute noch aufrechterhalten wird.
    In den Jahren 1992 und 1993 wurde die Kirche dann komplett außen und innen renoviert. Dies kostete insgesamt 180 000 D-Mark, wovon 120 000 DM von der Diözese aufgebracht und der Rest von den Großenbrachern zur Verfügung gestellt werden musste.


    Große Spendenbereitschaft

    Die Spendenbereitschaft war sehr groß, und so glückte auch dieses Projekt. Neue Fenster wurden eingebaut, ein Buntfenster wurde angebracht und ein neues Altarbild zierte ab sofort die Kirche. Neben dem Heiligen Josef und der Heiligen Maria befinden sich im Innenraum auch der Heilige Wendelinus, der früher an der Wendelinusstraße in Großenbrach stand, sowie der Patron der Kirche, St. Andreas. Von Pfarrer Hugo Link wurde ein Kreuzweg gestiftet, der die Gestaltung im Innenraum abrundet. Am 30. November 1993 wurde die Kirche von Weihbischof Helmut Bauer gesegnet sowie der Altar geweiht.
    Die Leichenhalle, die sich in der Nähe der Kirche befindet, ist 2002 errichtet worden. Im Jahr 2006 erhielt die Kirche dann innen erneut eine Farbanstrich, was von den Großenbrachern ehrenamtlich gemacht wurde. Ein Jahr später konnte dann die neue Eingangstüre mit Buntgläser, die farblich mit den anderen Fenstern und dem Altarbild korreliert, in der Kirche eingebaut werden. 2008 wurden neue Polsterauflagen für die Bänke angeschafft, was notwendig war, da die alten kaputt waren. "All diese Anschaffungen konnten nur durch Geldspenden und ehrenamtliche Arbeit geleistet werden", sagt Kirchenpfleger Günter Neumann, der seit 1982 Mesner ist. Die Kirche zeige auch, was eine Dorfgemeinschaft alles leisten kann, wenn sie nur will. Er freut sich schon jetzt auf den Festgottesdienst am 3. Juni, der anlässlich des 50-jährigen Jubiläums in der Kirche Großenbrach gefeiert werden wird. Um 10 Uhr wird Domkapitular Thomas Keßler den Festgottesdienst halten, ab 11.30 Uhr gibt es Mittagessen im "Haus der Dorfgemeinschaft".
    Auch die Kaffeebar hat geöffnet. Um 17 Uhr wird es in der Kirche eine Auszeit mit den Hassfurtern geben, Diakon Manfred Griebel wird diese mit seiner Gesangsgruppe gestalten. Nach dieser Auszeit endet dann die Veranstaltung. Bjoern Hein

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)


      Sie sind noch kein Mitglied auf mainpost.de?
      Dann jetzt gleich hier registrieren.