• aktualisiert:

    Waldfenster

    Kirchenbau geht voran

    In Waldfenster werkeln Handwerker an der Kirche Mariä-Himmelfahrt. Die Umbauaktion sorgt für Gerüchte. Die Redaktion hat sich auf der Baustelle umgesehen und mit den Verantwortlichen gesprochen.
    Die Kirche Mariä Himmelfahrt in Waldfenster wird derzeit umgebaut. Foto: Johannes Schlereth       -  Die Kirche Mariä Himmelfahrt in Waldfenster wird derzeit umgebaut. Foto: Johannes Schlereth
    Die Kirche Mariä Himmelfahrt in Waldfenster wird derzeit umgebaut. Foto: Johannes Schlereth

    Bei der Waldfensterer Kirche geht es voran. Seit 2018 arbeiten Handwerker an dem Umbau des Gotteshauses aus dem 19. Jahrhundert. Dafür musste zunächst die in den 1960er Jahren gebaute St. Pius Kirche weichen. Abriss und Anbauten waren von der rechnerischen Seite her günstiger, als die Sanierung von St. Pius. Die Umbauaktion ist umstritten: Es kursieren Gerüchte und auch bei den Faschingszügen war Mariä Himmelfahrt Thema. Der Tenor: Die Kirche sei zu groß, zu teuer und es herrsche Stillstand am Bauwerk. Dem ist allerdings nicht so: Läuft alles nach Plan, soll Mariä Himmelfahrt heuer fertiggestellt sein.

    "Die Maurerarbeiten sind fertig und die Spengler sind auf dem Dach schon am werkeln", sagt Christoph Vierheilig, der Mitglied des Bauausschusses ist. Seine Mitstreiter im Gremium sind Franz-Peter Jörg, Willi Zehe, Elmar Schmitt und Gerhard Schlereth. "Eigentlich ist jeden Werktag mindestens eine Person von uns vor Ort." Viele würden sich beim Bau der Kirche miteinbringen. Eigenleistung findet sich beispielsweise beim Trockenbau an der Empore, bei den Dämmarbeiten aber auch beim Verlegen der Fliesen in der Sakristei. Andere Gewerke verzögern sich etwas, denn oft sei es unabkömmlich, Rücksprache mit Behörden und den Handwerkern vor Ort zu halten. Unterstützung erhalten sie dabei von einem Architekten. Ein großes Thema in diesem Zusammenhang ist der Denkmalschutz. "Es ist normal, dass auch mal kurz Stillstand auf so einer Baustelle ist", kommentiert Jörg die Gerüchte.

    Im Kirchenschiff und den neuangefügten Seitenschiffen werkeln bereits die Verputzer. Die Anbauten sorgten bei den Rosenmontagsumzügen für Spott. Auf einem Wagen fand sich beispielsweise der Spruch "Der Waldfensterer Dom , was für 'ne schöne Sach, hätt mer ach weng klenner könn mach". Für zu groß hält Vierheilig die Erweiterung der alten Kirche Mariä Himmelfahrt nicht: "Wir gehen von etwa 450 auf 170 Plätze zurück." Die Größenordnung sei im Rahmen und würde auch benötigt. Kritische Stimmen gab es auch zur Optik: Die Anbauten hätten mehr Spitzgiebel als der Kölner Dom und der Architekt sei womöglich Vorsitzender im Taubenverein - würden doch die Fenster in den Seitenschiffen eher Einfluglöchern als Fenstern ähneln.

    Die Kosten der Bauarbeiten liegen etwa bei 3,7 Millionen Euro und entfallen auf die Diözese sowie die Pfarr- und politische Gemeinde. "Wir sind froh, dass wir angefangen haben", meint Vierheilig. "Heute gäbe es wegen des Baumoratoriums wohl keine Möglichkeit mehr." Dabei handelt es sich um einen verhängten Bau-Aufschub seitens der Diözese für drei Jahre. Hintergrund sind sinkende Kirchensteuereinnahmen.

    Betroffen vom Baumoratorium ist nach jetzigem Stand das Dach der Kirche. "Wir haben unerwartet Schäden entdeckt", sagt Vierheilig. Die Ziegel seien brüchig, weshalb die Arbeiten möglicherweise im Zuge des Anbaus miterledigt werden sollen. Das Gewerk lasse sich mit 20 Prozent fördern. Die übrigen 80 Prozent müsse die Pfarrgemeinde stemmen. Dafür setzen sie unter anderem auf Spenden. Am Spendenbarometer vor der Kirche sind zwölf Sterne angebracht. "Jeder Stern steht für 10 000 Euro", erklärt Jörg das Prinzip. "Momentan stehen wir bei neun Sternen." Die Summe sei über Spendenaufrufe und Aktionen zusammengekommen. Spenden fließen etwa in die Restaurationsarbeiten der Kreuzwegstationen oder des Hochaltars.

    Spenden nimmt die Kirchenstiftung Waldfenster unter der DE 91 790 650 28 060 223 0330 entgegen.

    Zwei Mal wöchentlich bequem per E-Mail:
    Abonnieren Sie jetzt den kompakten Bad Kissingen-Newsletter!

    Johannes Schlereth

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!