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    Steinach an der Saale

    Kleine Entdecker mit großer Neugier auf der Streuobstwiese in Steinach

    Kinder des Stänicher Zwergentreffs und Steinacher Erstklässler kamen zu einer Naturkunde-Stunde auf der Streuobstwiese von Irene und Alois Gundalach.  Links im Hintergrund Alois  Gundalach und Bürgermeister    Andreas Sandwall. Foto: Dieter Britz
    Kinder des Stänicher Zwergentreffs und Steinacher Erstklässler kamen zu einer Naturkunde-Stunde auf der Streuobstwiese von Irene und Alois Gundalach. Links im Hintergrund Alois Gundalach und Bürgermeister Andreas Sandwall. Foto: Dieter Britz

    Wenn Irene und Alois Gundalach Schlagzeilen machen, dann meist, weil sie in ihrem Dorf mit einer kleinen Bereitschaft die Fahne des Roten Kreuzes hochhalten und seit 30 Jahren die zentrale Weihnachtsfeier des BRK im Landkreis für Menschen mit Behinderung organisieren. Um die 100 Frauen und Männer nehmen immer daran teil. Doch ihnen liegen auch die Jüngsten im Ortsteil Steinach am Herzen.

    Sie luden die Erstklässler der Grundschule und die Vorschulkinder des Stänicher Zwergentreffs, die im nächsten Schuljahr in die Schule wechseln, auf ihre mit vielen Obstbäumen bewachsene Streuobstwiese am Eckartspfad zu einer Naturkunde-Stunde ein. Und Bratwürste mit Brötchen gab es für die stets hungrigen Buben und Mädchen auch.

    Bürgermeister Andreas Sandwall hat als gelernter Forstwirt mit Studium der Umweltschutz-Technik von Haus aus besonderes Interesse an der Umwelt. Er kam extra vorbei, um die Kinder zu begrüßen sowie Irene und Alois Gundalach seinen Dank für diese Aktion auszusprechen. Seit etwa fünf oder sechs Jahren schon ist der Steinacher Nachwuchs für einen Vormittag auf diesem Grundstück am Rand des Dorfes zu Gast. Lehrerin Lisa Pfennig war mit zehn Erstklässlern von der Schule hierher gewandert. Ebenfalls zehn Vorschulkinder kamen unter der Führung von Simone Hartmann und Ellen Gehring.

    Alois Gundalach schwärmt von seinem kleinen Paradies am Rande des Ortes mit einer großen Streuobstwiese, alten Obstbäumen, Sträuchern, einer Feuerstelle zum Grillen, einem großen Schäferkarren. Für Insekten aller Art hat er natürlich ein überdimensionales Insektenhotel errichtet. Viele Tierarten sind hier zu Hause, zum Beispiel Blindschleichen, Eidechsen, ein paar Kröten und Frösche, Eichhörnchen. Auch Feldhasen gibt es hier, die mit Blumenkohlblättern und Karotten gefüttert werden. Sogar eine schwarze Kreuzotter hat seit Jahren hier ihr Zuhause, erzählt Gundalach nicht ohne Stolz. Doch er beruhigt gleich "die Luft und der Boden sind noch viel zu kalt, die liegt irgendwo bewegungslos und gut versteckt".

    Nistkästen hängen an Bäumen und warten auf gefiederte Gäste. Letztes Jahr war einer von einem Steinkauz belegt. Ansonsten bietet diese Streuobstwiese mit den alten Bäumen und den Büschen Vögeln aller Art sehr viel Gelegenheit, Nester zu bauen. Kein Wunder also, wenn er sagt "meine Frau und ich sind fast jeden Tag hier draußen".

    90 Jahre alter Apfelbaum umgefallen

    Erst vor zwei Wochen ist direkt neben dem Schäferkarren ein ziemlich großer, fast 90 Jahre alter Apfelbaum umgefallen, weil seine Wurzeln kaputt waren und ihn nicht mehr gegen den Wind schützen konnten. Alois Gundalach erklärte den aufmerksam zuhörenden Schul- und Vorschulkindern, dass dieser Baum das Ende seiner Lebenszeit erreicht hat. Er wird nicht etwa entfernt, sondern er bleibt an Ort und Stelle und zerfällt nun in den nächsten zehn bis zwölf Jahren, während Moose , Pilze, Feuerschwämme und anderes auf ihm wachsen und ihn zersetzen. Auch Insekten und andere Kleintiere finden hier einen Lebensraum. Hier gibt es also viel über die Natur, über Tiere und Pflanzen zu berichten.

    Bürgermeister findet es top

    Die Kinder hörten nicht nur aufmerksam und interessiert zu, wenn Alois Gundalach erzählte, sie stellten viele Fragen an ihn, sie durften auf dem Grundstück auch selbst stöbern und sich als Naturforscher und Entdecker betätigen. In einem Erdloch sahen sie einen weißen Punkt. War es etwa ein Auge einer Kröte, wie einige von ihnen schon vermuteten? Sie holten Erwachsene zu Hilfe. Es war nur ein kleiner weißer Stein. Bürgermeister Andreas Sandwall , als früherer Forstwirt und Umweltschutztechniker vom Fach, meinte: "Was Sie hier oben machen, finde ich top. Mir gefällt die Unordnung hier in der Natur". Dieses Grundstück sei eine kleine Oase. Die "Grüngitter", die im Landkreis geschaffen werden, gingen in diese Richtung. Die Gemeinde müsse Vorreiter sein, "wir werden den Bauhof umstellen. Am Rathaus-Platz wird es mehr Grün, Bäume und Sträucher geben."

    Dieter Britz

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