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    Elfershausen

    Knappe Entscheidung im Elfershäuser Gemeinderat

    Der Bebauungsplan "Bohnleite" erhitzt die Gemüter in Machtilshausen. Ein Unternehmer möchte dort eine Lagerfläche anlegen. Die geänderte Planung wird für 30 Tage öffentlich ausgelegt und ins Internet gestellt, entschied der Rat mit 6 zu 5 Stimmen.
    Zwischen der von Bürgermeister Karlheinz Kickuth (r.) vertretenen Gemeinde und Dr. Joachim Heilmann (l.) besteht zwar eine mündliche Absprache über die Praxiseinrichtung doch kein Vorvertrag, bemängelten einige Gemeinderäte.       -  Zwischen der von Bürgermeister Karlheinz Kickuth (r.) vertretenen Gemeinde und Dr. Joachim Heilmann (l.) besteht zwar eine mündliche Absprache über die Praxiseinrichtung doch kein Vorvertrag, bemängelten einige Gemeinderäte.
    Zwischen der von Bürgermeister Karlheinz Kickuth (r.) vertretenen Gemeinde und Dr. Joachim Heilmann (l.) besteht zwar eine mündliche Absprache über die Praxiseinrichtung doch kein Vorvertrag, bemängelten einige Gemeinderäte.

    Es waren wohl die "heißen Themen" die so viele Zuhörer - besonders aus Machtilshausen - in die Gemeinderatssitzung lockten, dass die Stühle nicht ausreichten. Der erste Programmpunkt betraf den Bebauungsplan "Bohnleite" mit integrierter Grünordnung im Ortsteil, gegen den sich Machtilshausener Bürger in Form einer Unterschriften-Liste stellen. 164 Personen hatten gezeichnet.

    Für eine Erweiterung, eine Lagerfläche, strebte das Bauunternehmen Koch eine frühzeitige Beteiligung der Träger öffentlicher Belange an. Angesichts der Unterschriftenaktion stellte Vize-Bürgermeister Jürgen Englert Antrag auf Einstellung des Verfahrens und die Frage nach den Kosten . Bürgermeister Karlheinz Kickuth möge mit dem Unternehmer ein Gespräch führen. Es darf vorweggenommen werden, dass der Antrag bei Stimmengleichheit durchfiel.

    Nach Ansicht von Bernd Büttner haben die Protestler einen Anspruch darauf, dass der Rat ihre Argumente behandelt. Dieser Meinung war auch Kickuth "obwohl sich in der Bürgerversammlung kein Widerstand regte. Es gibt auch Bürger , die mit dem Projekt einverstanden sind", fügte er hinzu. Doch richtig sei es, mit der Entscheidung nicht bis nach den Wahlen zu warten. Allerdings war die Mehrheit des Ratsgremium mit dem "bestmöglichen Verkauf" bei seinem früheren Beschluss einverstanden, erinnerte er.

    Die Stellungsnahmen der Träger öffentlicher Belange warfen keine Probleme auf. Die Vorgaben und Empfehlungen werden bei Stimmen-Mehrheit in die Planung eingearbeitet, beziehungsweise berücksichtigt. Jedoch wartete Planer Michael Öchsner vom beauftragten Büro Auktor auch mit zwei privaten Einwänden auf. Ihre Argumente: Erhöhte Staub- und Lärmbelästigung, steigender Schwerlastverkehr, die "ungute Nähe" zu einem Kinderspielplatz und die Zerstörung eines Naherholungs-Gebiets sind einige Beispiele. Dagegen setzte Öchsner die planerischen Fakten des im Außenbereich liegenden Grundstücks, die die knappe Stimmenmehrheit erbrachten. Die geänderte Planung wird für 30 Tage öffentlich ausgelegt und ins Internet gestellt, entschied der Rat mit 6 zu 5 Stimmen.

    Zur Nutzungsänderung des ehemaligen Kaufhauses in der August-Ullrich-Straße zu einer Arztpraxis legte Architekt Thomas Ruser eine Planung für das Untergeschoss vor. Zwar passierte das Vorhaben mit großer Mehrheit, aber es gab Kritik zur Gesamtnutzung des Gebäudes, das sich im Besitz der Gemeinde befindet. Wie vermarkten wir das Obergeschoss, dem die Barrierefreiheit fehlt?, fragten Christine Neeb-Wittmann und Büttner. Alfons Hausmann beklagte die Planung ohne Vorvertrag mit dem Nutzer.

    Für den Bürgermeister ging es vorrangig um das Erdgeschoss. "Das Obergeschoss, das einen eigenen Eingang besitzt, behandeln wir später", beschied er. Eventuell komme hier ein Portalaufzug im rückwärtigen Außenbereich in Eingangsnähe in Frage. Bezüglich sicherer Zusagen solle Kickuth noch einmal ein Gespräch mit dem künftigen Nutzer führen, empfahl Jürgen Englert . Die Kosten für die bis Ende des Jahres fertigzustellende Maßnahme, der Ausbau des Untergeschosses, werden auf etwa 350 000 Euro geschätzt.

    Ohne Einwände passierten die weiteren privaten Bauanträge den Gemeinderat. Auch der Einstellung einer Registratur- und Archivkraft für die Allianz stimmte das Ratsgremium zu. Der Markt ist an dem auf fünf Jahre angelegten Projekt mit jährlich rund 4500 Euro beteiligt.

    Dem Antrag des Kindergartens Machtilshausen auf Kostenbeteiligung für eine neue Küche entsprach der Rat. Der Markt übernimmt hier 50 Prozent der Kosten . Auch der SV Machtilshausen erhält einen Zuschuss in gleicher Höhe für den Austausch einer Nebeneingangstüre und für die Instandsetzung seiner Spielgerätehalle.

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    Winfried Ehling

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