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    Riedenberg

    Kommentar: Gemütlichkeit fällt hinten runter

    Renate und Bernd Hoffmann aus Sachsen-Anhalt kommen seit 23 Jahren ans Berghaus. Ihren Urlaub verbringen sie in Riedenbe...

    Gemütlichkeit - ein Begriff, der so deutsch ist, dass ihn sowohl Franzosen als auch Engländer in ihre Sprache aufgenommen haben. Aber welche Konnotationen weckt die Wendung eigentlich? Gemütlich sollten beispielsweise die Wanderhütten in der Rhön sein. Der Blick auf die Gemündner Hütte am Hang des Kreuzbergs zeigt eindrucksvoll, dass den Gästen eine heimelige Atmosphäre wichtig ist. Selbiges lässt sich auch auf dem Feuerberg in der Kissinger Hütte feststellen. Von der Bevölkerung weniger akzeptiert waren die Umbauten am Würzburger Haus, das raumplanerisch offen angelegt ist.

    Am Mittwoch präsentierte der Kreisausschuss den Genehmigungsplan des geplanten Berghaus Rhön. Seit Beginn der Planungen stand für Landrat Thomas Bold fest, dass das neue Gebäude "Hüttencharakter" haben sollte. Im Zusammenhang mit der gezeigten Visualisierung des Architekturbüros muss die Aussage des Landrates jedoch differenziert betrachtet werden.

    Hütten-Atmosphäre ist für mich die Verbindung von Charakter und Optik. Bereits das äußere Erscheinungsbild muss überzeugen können - Holzverkleidete Wände, Grundmauern aus Stein. Das Gebäude muss sich in die Landschaft einfügen. Vom Konzept her hat das Architekturteam diesen Gedanken aufgenommen und in der Planung realisiert: Die Wände sind holzverkleidet und bauen auf die bestehenden Basalt-Grundmauern auf. Optisch erinnern die Stirnseiten mit den angefügten Treppenhäusern jedoch eher an den Kissinger Gradierbau in Miniaturformat.



    Auch zu den inneren Werten gibt es einiges zu sagen. Beim Kopfkinobesuch mit dem Film "Wanderhütte" tauchen kleine Sitznischen, Holzvertäfelungen, niedrige Decken und schummriges Licht vor dem inneren Auge auf. Selbstverständlich spielt auch das Interieur eine Rolle. Für dieses ist im Fall des Berghauses der Pächter verantwortlich - eine Frage der Gestaltungsliebe und Investitionen also. Wie sich der angedachte mobile Raumtrenner des offenen Speisesaals in das urige Hüttenbild einfügen soll, ist ebenfalls schleierhaft. Johannes Schlereth

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