• aktualisiert:

    Wartmannsroth

    Kommunalwahl Wartmannsroth: Florian Atzmüller tritt für die CSU an

    Florian Atzmüller (37) arbeitete sieben Jahre im Wirtschaftsministerium und leitet aktuell das Sachgebiet "Soziale Angelegenheiten und Senioren" im Landratsamt Main-Spessart. Jetzt will der CSU-Mann Bürgermeister werden.
    Der Erhalt der Grundschule in Dittlofsroda ist dem CSU-Bürgermeisterkandidaten Florian Atzmüller besonders wichtig. Foto: Ralf Ruppert       -  Der Erhalt der Grundschule in Dittlofsroda ist dem CSU-Bürgermeisterkandidaten Florian Atzmüller besonders wichtig. Foto: Ralf Ruppert
    Der Erhalt der Grundschule in Dittlofsroda ist dem CSU-Bürgermeisterkandidaten Florian Atzmüller besonders wichtig. Foto: Ralf Ruppert

    Florian Atzmüller ist ein typischer Rückkehrer: Nach 15 Jahren Ausbildung und Arbeit außerhalb zog er 2016 zurück nach Dittlofsroda . "Wir wollten keine Familie in Freising gründen", sagt der 37-Jährige. Davon habe er auch seine Frau überzeugt, obwohl sie nicht aus der Region stammt. "Das Leben auf dem Land ist attraktiver als in der hektischen Stadt", verweist er auf die Hilfe durch Großeltern, den freien Kita-Platz oder die Grundschule im Ort. Am 15. März tritt Florian Atzmüller für die CSU als Bürgermeister-Kandidat an.

    "Ich war schon immer ein politisch interessierter Mensch", erzählt Atzmüller. Als einziger der drei Bürgermeister-Kandidaten in Wartmannsroth gehört er einer Partei an: Bereits mit 18 sei er in die Junge Union eingetreten, seit 2011 engagiert er sich in der CSU . Kurz nach der Rückkehr wurde er vor drei Jahren zum Vorsitzenden des CSU-Ortsverbandes Wartmannsroth gewählt. Von diesem Netzwerk erhofft er sich auch Vorteile im Falle einer Wahl zum Bürgermeister: "Man tut sich leichter, wenn man sich kennt." Die Zugehörigkeit zur seit Jahrzehnten in Bayern regierenden Partei sei hilfreich. Dass der amtierende CSU-Landrat in der Gemeinde Wartmannsroth wohnt, komme noch dazu.

    "Ich sehe den Bürgermeister vor allem als Kümmerer", sagt Atzmüller zur Rolle des Gemeindechefs. Größtes Anliegen sei ihm deshalb der Austausch mit den Bürgern: "Man muss die Menschen mehr abholen, um sie mitnehmen zu können und gemeinsam weiter zu kommen." Seine alten Verbindungen ins bayerische Wirtschaftsministerium will er vor allem dazu nutzen, den Tourismus weiterzuentwickeln. Den Brennerweg bezeichnet Atzmüller als "Initialzündung für sanften Tourismus". Das Hotel Neumühle, das zu Wartmannsroth gehört, und Ferienwohnungen seien attraktiv und auch gut ausgebucht. Allerdings kann sich Atzmüller durchaus vorstellen, dass es wieder Pensionen wie vor einigen Jahrzehnten geben wird, die Gäste aus dem Raum Frankfurt anlocken. Ideen gebe es jedenfalls sehr viele, etwa die Verbindung von Besuch des Mais-Labyrinths, Brotzeit und Schnapsprobe in Dittlofsroda im vergangenen Sommer. In seinen Gesprächen mit den Bürgern sei ihm unter anderem bewusst geworden, dass das Auto und gute Straßen eine wichtige Rolle spielen (siehe auch Interview unten). Beim Nahverkehr müsse vor allem die nahe Grenze zum Landkreis Main-Spessart durchlässiger werden. Wichtig sei ihm auch die Einbindung der Bauern: "Die Landwirtschaft ist nicht das Problem, sondern ein Teil der Lösung." Unabhängig vom Ausgang der Wahl habe sich der Wettbewerb ums Bürgermeisteramt jedenfalls bereits gelohnt: "Ich habe die Gemeinde von einer anderen Seite und intensiver kennengelernt."

    In Zeiten des demographischen Wandels wird Bauleitplanung immer schwieriger: Wie beurteilen Sie das geplante Baugebiet in Wartmannsroth samt Spielplatzverlegung, und in welchen weiteren Gemeindeteilen werden aus Ihrer Sicht neue Bauplätze benötigt?

    Florian Atzmüller: Um Bauwillige in der Gemeinde zu halten oder für sie zu gewinnen, ist das Angebot von Baumöglichkeiten in allen Ortsteilen notwendig. Wir haben in der Gemeinde attraktive Baugebiete , was ich u.a. bei meinen Haustürbesuchen sehen konnte. Das neue Baugebiet in Wartmannsroth ist daher nötig, ebenso wie bspw. die Fertigstellung des Baugebiets in Waizenbach. Entscheidend ist es meiner Meinung nach, die sich bietenden Innenentwicklungsmöglichkeiten in allen Ortsteilen zu nutzen und zu fördern.

    Vor allem Flächengemeinden haben ihre Not mit der Infrastruktur, von Straßen über Nahverkehr bis Breitband und Mobilfunk: Wo hakt es in Wartmannsroth besonders und was kann die Gemeinde tun, um daran etwas zu verbessern?

    Die Weiterentwicklung der Infrastruktur in der gesamten Gemeinde ist für mich eine der zentralen Herausforderungen und Zukunftsaufgaben. Es wird persönliche Aufgabe des neuen Bürgermeisters sein, mit Hartnäckigkeit und guten Argumenten, sich insbesondere für bessere Staatsstraßen einzusetzen. ÖPNV und Mobilitätsangebote müssen mit Blick auf die junge, aber auch die ältere Generation erweitert werden. Ich kann mir sehr gut einen Bürgerbus o.ä. vorstellen. Beim schnellen Internet müssen wir mit staatlicher Förderung den Weg weiter in Richtung Glasfaser und noch höherer Geschwindigkeiten gehen. Hartnäckig zu sein gilt es auch im Zusammenhang mit der Verbesserung des Mobilfunknetzes und möglichst in allen Ortsteilen freies WLAN anzubieten. Insgesamt gilt es, die Chancen und Möglichkeiten der Digitalisierung zu ergreifen

    Was würden Sie im Falle einer Wahl zum Bürgermeister als erstes anpacken?

    Danke sagen bei den Menschen unserer Gemeinde und meiner Familie für das entgegengebrachte Vertrauen und die Unterstützung. Und dann konkrete Taten folgen lassen. Packen wir es an!

    Zur Person

    Privat Florian Atzmüller wuchs in Dittlofsroda auf und ging dort zur Grundschule. 2001 legte er sein Abitur in Hammelburg ab. 2016 zog er mit seiner Frau in sein Elternhaus, das Ehepaar hat eine zweieinhalbjährige Tochter.

    Beruf Die Ausbildung im gehobenen nicht-technischen Dienst bei der Deutschen Rentenversicherung Unterfranken schloss Atzmüller mit dem Diplom-Verwaltungswirt (FH) ab. 2008 wechselte er zum Bezirk Oberpfalz, 2009 ins Wirtschaftsministerium nach München, 2010 machte er den Abschluss als Wirtschaftsjurist. Seit März 2016 leitet er das Sachgebiet "Soziale Angelegenheiten und Senioren " im Landratsamt Main-Spessart.

    Ämter Florian Atzmüller ist seit drei Jahren Vorsitzender des CSU-Ortsverbandes Wartmannsroth . Zudem gehört er dem Pfarrgemeinderat und dem Vorstand des Dekanatsrates Hammelburg an.

    Zwei Mal wöchentlich bequem per E-Mail:
    Abonnieren Sie jetzt den kompakten Bad Kissingen-Newsletter!

    Ralf Ruppert

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!