• aktualisiert:

    Diebach

    Kuriositäten aus der Heimat

    Ein Blickpunkt beim Sommerfest in Diebach war die Kuriositätenschau alter Geräte. Foto: Gerd Schaar
    Ein Blickpunkt beim Sommerfest in Diebach war die Kuriositätenschau alter Geräte. Foto: Gerd Schaar

    Als Besuchermagnet erwies sich am Wochenende das Sommerfest des Vereins für Gartenbau und Heimatpflege auf der Schafferwiese. Vorsitzender Kurt Heid und Fritz Gensler, der Vorsitzende des Vereinsrings, waren zufrieden. Den musikalischen Rahmen setzte die Diebacher Blaskapelle.

    Ein Blickpunkt war die Kuriositätenschau alter Geräte aus Haushalt, Garten und Landwirtschaft . An der Tischkante befestigt und mit der Handkurbel betrieben wurden diese Geräte. Auf diese Weise wurden vor etlichen Jahrzehnten noch Kirschen entkernt, Bohnen geschnippelt oder Nüsse gemahlen. Viele Senioren kamen zu dieser Ausstellung und erinnerten sich an ihre Jugendzeit. Aufgeklärt scheint sich der Verwendungszweck der alten Blechform mit Deckel zu haben. Heid erhielt einen überzeugenden Hinweis aus der Dorfbevölkerung: Es handelt sich offensichtlich um eine Puddingform. Ein Rezept war gleich mitgeliefert worden. Da kamen damals auch Brotreste zum Einsatz, denn in kargen Zeiten wurde nichts weggeworfen.

    Dass die Gesundheit gewissermaßen vor der Haustüre wächst, das konnten die begeisterten Teilnehmer von der Kräuterwanderung erfahren. Die kundige Kräuterfee Ingrid Bold aus Neuwirtshaus gab anschließend einen Anschauungsunterricht, den sich die etwa 30 Teilnehmer auf der Zunge zergehen lassen durften. Sie verkosteten Proben der selbst hergestellten Kräuterbutter, testeten einen schmackhaften Brotaufstrich mit Kräutern und waren erstaunt, wie einfach das Kräutersalz hergestellt werden kann. Als dekorativer Spieß kann der Halm einer Schafgarbe dienen, auf dem Käsestückchen und kleine Tomaten aufgereiht werden.

    Bald wird Mariä Himmelfahrt gefeiert. Und so waren die Zuhörer von Ingrid Bold dankbar für die Hinweise, wie die Kräuterbüschel herzustellen seien, die an diesem Feiertag traditionell vom Priester geweiht werden. Den Dank gab es von der Ortsbeauftragten Elisabeth Assmann (Grüne / Bündnis 90) für den intensiven Kräutereinsatz.

    Im fleißigen Helfereinsatz waren etliche Diebacher, die ihre Gäste mit Speis und Trank versorgten. Am Grill, an der Kuchentheke und am Getränkeausschank herrschte zeitweilig Hochbetrieb.

    Nachfragen kamen zur übermannshohen Holzfigur, die neben den alten Traktoren , dem motorgetriebenen Erdsieb und der historischen Kartoffelwaschanlage stand. "Diese Figur soll demnächst an der Saale aufgestellt werden", sagte Gensler der Zeitung. Man warte derzeit noch auf die amtliche Erlaubnis. Die Holzfigur soll an jene historische Zeiten erinnern, als die Salztransporte über die Diebacher Brücke gingen. "Denn hier war der Brückenzoll am günstigsten", erklärte Heid. Das Thema Maut ist offensichtlich nicht neu.

    Gerd Schaar

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!