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    Bad Kissingen

    Landkreis Bad Kissingen: Ist der Schrott im Wald ein Thema?

    Wegen der Corona-Pandemie zieht es die Menschen vermehrt ins Grüne. Dabei stößt mancher auf unliebsame Hinterlassenschaften.
    Unbekannte haben im Klauswald ihren Müll illegal entsorgt. Mittlerweile ist die Umweltsünde entfernt. Foto: Franz-Peter Potratzki       -  Unbekannte haben im Klauswald ihren Müll illegal entsorgt. Mittlerweile ist die Umweltsünde entfernt. Foto: Franz-Peter Potratzki
    Unbekannte haben im Klauswald ihren Müll illegal entsorgt. Mittlerweile ist die Umweltsünde entfernt. Foto: Franz-Peter Potratzki

    Müll in der Natur ist ein bundesweites Problem. Auch im Landkreis Kissingen gibt es immer wieder einige Fälle - wie jüngst im Klauswald. Die Redaktion hat mit den Bayerischen Staatsforsten , Jägern, Förstern und dem Landratsamt über das Problem auf verschiedenen Ebenen gesprochen.

    Bad Kissingen: Stadtförster lobt das Bewusstsein der Einwohner

    Axel Maunz, Stadtförster in Bad Kissingen , meint: "Es ärgert uns, aber es ist nicht sehr häufig der Fall." Eine Regel zur Häufigkeit lasse sich nicht aufstellen. "Unsere Wälder sind diesbezüglich in einem guten Zustand", meint er. "Das Sauberkeitsempfinden und -bewusstsein ist bei uns gut ausgeprägt." Konkret bedeutet das: "Die Leute machen uns schnell auf so etwas aufmerksam, das deutet daraufhin, dass die Menschen den Müll als störend empfinden." Den Müll im Klauswald entfernte laut Maunz die Bayerische Staatsbad Bad Kissingen GmbH innerhalb kürzester Zeit.

    Zuständig für die Ahndung ist dann das Landratsamt Bad Kissingen . Dort schlägt laut Lena Pfister, aus der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Behörde, allerdings nur eine "eher geringe Anzahl an entsprechenden Meldungen" auf. Der Grund dafür ist, dass die Müllablagerungen häufig "zunächst der jeweils zuständigen Gemeinde vor Ort gemeldet werden".

    Die Suche nach dem Täter

    Täter lassen sich nur schwer ermitteln. "Manchmal ist ein Brief mit dabei", sagt Thomas Hack , Pressesprecher der Stadt Bad Kissingen . Über die Anschrift lasse sich der Verursacher ermitteln, so dass eine Anzeige erstattet werden kann.

    Polizei reagiert auf Hinweise

    Thomas Baumeister, stellvertretender Dienststellenleiter der Polizei Bad Kissingen , sagt: " Im Verhältnis zu den Mitteilungen, die zu illegaler Müllablagerungen bei uns eingehen, ist das eher selten der Fall." Ab und an gelinge es jedoch, den Täter ausfindig zu machen. "Aktiv werden wir erst bei konkreten Hinweisen, zum Beispiel von Landwirten, Wanderern oder Jägern." Ganz selten sei es, einen Täter - etwa im Rahmen einer Streifenfahrt - in flagranti zu erwischen.

    Staatsforsten haben öfters mit dem Problem zu tun

    Philipp Bausch, stellvertretender Forstbetriebsleiter der Bayerischen Staatsforsten in Bad Brückenau, äußert sich ebenfalls zu dem Problem: "Es kommt immer wieder vor, eigentlich sehr regelmäßig." Bei dem Müll handele es sich eher um sperrige Sachen. "Oft sind es Autoreifen. Neulich hatten wir eine ganze Ladung alte Farben." Allerdings: "Das kommt jetzt nicht Lkw-weise in den Wald . Das ist eher so die Menge eines vollen Kofferraums oder das was auf einen Autoanhänger passt."

    In den Bayerischen Staatsforsten entdecken zumeist Mitarbeiter die illegalen Müllkippen. "Das ist oft dort, wo der Zugang zum Wald einfach ist." Direkt am Waldrand würden die Umweltsünder ihren Müll aber trotzdem nicht abladen. "Meistens ist es etwa 100 Meter im Wald . Sie wollen nicht gesehen werden", sagt Bausch.

    Schneller Handlungsbedarf

    Bei den Staatsforsten heißt es laut Bausch dann: "Schnell reagieren. Wo bereits Müll liegt, sinkt bei anderen die Hemmschwelle, ihren Unrat noch dazu zu legen." Bausch erklärt: "Unsere Mitarbeiter sammeln es ein und entsorgen den Müll dann mit dem Landratsamt." Die Behörde unterstützt laut Pfister zudem seit über 20 Jahren freiwillige Sammelaktionen "mit der kostenfreien Gestellung von Sammelcontainern sowie der kostenfreien Entsorgung der Abfälle ."

    Über den Zustand im Kommunal- oder Privatwald hat die Forstbetriebsgemeinschaft Rhön Saale (FBG) einen Überblick. Selten hat Maik Despang, ein Förster der FBG, mit den illegalen Müllhalden zu tun. Despang ist unter anderem für Wald im Bereich Ebenhausen und Ramsthal zuständig. "Es kommt Gott sei Dank selten vor", sagt er. "Es gab mal Pflanzenabfälle oder Altholz und Plastik - aber Bauschutt nicht."

    Gefahr für Flora und Fauna

    Für die Natur bergen die Müllablagerungen verschiedene Gefahren . "Wenn Glasscherben im Spiel sind, können diese als Brennglas fungieren", sagt Dr. Helmut Fischer , Vorsitzender des Bad Kissinger Jägervereins.

    Verletzungsgefahr besteht zudem für die Tiere des Waldes : "Es kann zu Strangulationen oder dem Tod eines Tieres kommen, wenn es sich in weggeworfenen Drahtzäunen oder in einem Plastikring verfängt." Fischer stellt fest: "Es ist ein Schandfleck für Umwelt."

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    Johannes Schlereth

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