• aktualisiert:

    LKR Bad Kissingen

    Landkreis Bad Kissingen: Sicher Essen gehen?

    Um trotz den Lockerungen die Infektionsgefahr niedrig zu halten, gibt es Auflagen für die geöffneten Bereiche. So auch für die Restaurants. Aber: Wer kontrolliert eigentlich was?
    Die Auflagen in der Gastronomie müssen kontrolliert werden. Welche Stelle übernimmt was?   Symbolfoto: 9mot/Adobe Stock       -  Die Auflagen in der Gastronomie müssen kontrolliert werden. Welche Stelle übernimmt was?   Symbolfoto: 9mot/Adobe Stock
    Die Auflagen in der Gastronomie müssen kontrolliert werden. Welche Stelle übernimmt was? Symbolfoto: 9mot/Adobe Stock

    Das Coronavirus hat in vielen Bereichen des Lebens Dinge verändert. Unter anderem in Restaurants. Aber: Wer kontrolliert, ob die neuen Hygiene-Auflagen im Gastronomiebereich eingehalten werden?

    Hierfür kommen verschiedene Stellen: Zum einen gibt es die Polizei . Stellvertretender Dienststellenleiter der Polizei Bad Kissingen Thomas Baumeister erläutert: "Wir kontrollieren in der Gastronomie nur, wenn wir angerufen und darauf hingewiesen werden, dass etwas nicht passt. Also proaktiv machen wir nichts." Von Thomas Hack , Pressesprecher der Stadt Bad Kissingen , heißt es, zuständig für die Einhaltung der Beschränkungen sei das Landratsamt Bad Kissingen. Das Ordnungsamt der Stadt Bad Kissingen prüfe daher nichts.

    Schon Bußgelder verhängt

    Lena Pfister, Pressesprecherin des Landratsamtes Bad Kissingen, erklärt: "Da die Kontrolle der Corona-Reglungen sehr themenspezifisch ist, sind dafür vorrangig die Kollegen aus dem Gesundheitsamt zuständig." Matthias Kleinhenz aus dem Gesundheitsamt Bad Kissingen äußert sich dazu: "Wenn Anzeigen kommen, schauen wir uns das an. Wir kontrollieren aber nur anlassbezogen." Das bedeutet: Solange niemand einen Betrieb wegen eines Verstoßes gegen die Hygiene-Auflagen meldet, kontrolliert das Gesundheitsamt dort nicht.

    Anzeigen hätte es bereits gegeben, folglich auch Kontrollen. Aus dem Landratsamt heißt es von Burkard Lamer aus der Pressestelle dazu: "Es sind schon Mitteilungen zu Verfehlungen in der Gastronomie eingegangen und gehen laufend ein. Je nach Einzelfall wurde bereits verwarnt beziehungsweise wurden bereits Bußgelder verhängt. Die Hinweise über Verstöße stammen ganz überwiegend aus der Bevölkerung."

    Matthias Kleinhenz aus dem Gesundheitsamt ergänzt: "Die Anzeigen halten sich aber in Grenzen. Ich denke mal, dass Gastronomie und Hotellerie bestrebt sind, die Auflagen einzuhalten." Die Verstöße, die die Hygienekontrolleure bei den Besuchen in Restaurants erfasst haben, sind Dinge wie nicht eingehaltene Abstandsregeln oder ein nicht korrekt getragener Mund-Nasen- Schutz.

    Die Bußgelder bei Verstößen in der Gastronomie sind an Betriebsinhaber, Wirt oder Geschäftsführung gerichtet und betragen 5000 Euro. Die Zahl an Bußgeldern in allen Bereichen des Lebens sind laut Pfister in letzter Zeit stark zurückgegangen. Das Landratsamt hat in den vergangenen fünf Werktagen täglich acht Bescheide wegen Verstößen gegen die Corona-Auflagen versandt.

    Vorher schon sicher

    Zu unterscheiden von diesem Vorgehen sind die Kontrollen der Lebensmittelüberwachung im Veterinäramt. Hierbei handelt es sich um die unangekündigten Kontrollen, mit denen jedes Restaurant ein- bis zweimal im Jahr konfrontiert ist. Die Lebensmittelüberwachung kontrolliert Betriebsräume, Gegenstände und Anlagen wie Messer oder Arbeitsplatten, sowie Abfalllager, Transportfahrzeuge und die Dokumentation.

    In diesem Rahmen nehmen die Kontrolleure regelmäßig auch Lebensmittelproben. Weil es das Grundprinzip dieser Einrichtung ist, werde bei den Kontrollen der Lebensmittelüberwachung generell stark auf Hygiene geachtet, heißt es aus dem Landratsamt.

    Heinz Stempfle ist Hotelbesitzer und Kreisvorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga für Bad Kissingen. Er meint: "Es hat sich nicht viel verändert, es geht einfach darum, auf verstärkte Hygiene zu achten. Vieles musste vorher schon gemacht werden." Neu seien unter anderem die Ständer mit Händedesinfektion für die Kunden und, dass das Personal die Tische und ebenso die Türklinken regelmäßig desinfizieren müsse.

    Spülmaschinen gegen das Virus

    Sorgen über verkeimte Gläser müssen sich die Gäste nicht machen. Tim Drignat wartet bei seiner Arbeit für die Firma KS Gastro Konzept Maschinen in Großküchen - also in Restaurants und Kantinen. Er erklärt: "Gewerbespülmaschinen laufen normal auf 60 Grad Celsius. Zum Schluss gibt es dann immer einen Nachspülgang, in der Regel mit 85 Grad. Das führt dann dazu, dass das Geschirr wirklich hygienisch sauber wird." Es gebe auch Spülmaschinen, bei denen stündlich die Temperatur abgelesen und notiert werden muss.

    Die größere Gefahrenquelle im Zusammenhang mit dem Coronavirus nannte Christian Drosten, Leiter der Virologie in der Berliner Charité im Podcast Corona Virus Update. Er bewertete die Öffnung der Gastronomie als nicht wirklich sicher, nur "weil wir ja jede Menge Desinfektionsmittel versprühen und uns immer schön die Hände waschen." Für ihn liegt das Problem bei den Aerosolen, die sich vor allem in Innenräumen gut in der Luft halten.

    Gastronomie mit Auflagen

    - Außengastronomie und Innengastronomie dürfen wegen des Beschlusses des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs wieder zu ihren üblichen Uhrzeiten geöffnet sein. Die zeitliche Betriebsbeschränkung sei laut dem BayVGH unverhältnismäßig.

    - Infektionen mit Coronaviren über Lebensmitteln sind nicht bekannt. Das Personal hält die allgemeinen Hygieneregeln bei Anlieferung, Einlagerung und Verarbeitung von Lebensmitteln ein. Br/Dehoga/ emue

    Zwei Mal wöchentlich bequem per E-Mail:
    Abonnieren Sie jetzt den kompakten Bad Kissingen-Newsletter!

    Ellen Mützel

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!