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    Bad Kissingen

    Landtagswahl 2018: Vertreter für Rhön und Saaletal

    Sandro Kirchner (CSU) erhielt bei der letzten Wahl insgesamt 56,8 Prozent der Gesamtstimmen und vertritt seitdem den Landkreis Bad Kissingen politisch in München. Während mit Robert Kiesel (CSU) und Sabine Dittmar (SPD) bis 2013 zwei Politiker aus der Region im Maximilianeum vertreten waren, ist Kirchner ein Einzelkämpfer. Den übrigen Parteien aus dem Stimmkreis war es vor fünf Jahren nicht gelungen, Kandidaten über die Listen ins Parlament zu bringen.

    Der Bezirk Unterfranken schickt 19 Abgeordnete nach München, davon zehn Direktkandidaten sowie neun Listenkandidaten. Der CSU-Politiker Kirchner ist Favorit für den Sieg auf das Kissinger Direktmandat. Aber wie stehen diesmal die Chancen, dass es weitere Kandidaten für den Stimmkreis über die Liste in den Landtag schaffen? Das hängt im wesentlichen von zwei Faktoren ab. Erstens von dem Ergebnis der jeweiligen Partei, also davon ob und mit wie vielen Abgeordneten die Partei im Parlament vertreten ist. Und es hängt zweitens von den Stimmen ab, die der Bewerber selbst erhält.

    In Bayern gibt es die verbesserte Personenwahl. Schaffen es beispielsweise die unterfränkischen Grünen, zwei Listenkandidaten nach München zu entsenden, so müssen das nicht zwingend die Politiker sein, die auf Platz eins und zwei der Liste stehen. Vielmehr bekommen diejenigen mit den meisten Wählerstimmen die Mandate.

    Als chancenlos im Stimmkreis Bad Kissingen darf der Listenkandidat der CSU, Steffen Hörtler, bezcihnet werden. Aktuell liegen die Christsozialen in den Umfragen bei knapp über 36 Prozent, das wären rund 70 Abgeordnete im neuen Parlament. Wenn die Partei erwartungsgemäß einen Großteil der 90 Direktmandate in Bayern gewinnt, dann bedeutet das, dass es nur wenige Listenkandidaten in den Landtag schaffen. Tatsächlich gehen in der Region viele CSU-Politiker davon aus, dass für sie in Unterfranken eventuell nur ein Listenmandat zu holen ist.

    Spannend ist dabei, dass die bisherige Landtagspräsidentin Barbara Stamm für Würzburg ausschließlich über die Liste antritt. Auch wenn die 76-Jährige von Parteifreunden als Stimmkönigin bezeichnet wird - ihre Wiederwahl ist alles andere als sicher.

    Der Stimmkreis Bad Kissingen

    Kandidaten Für den Stimmkreis treten an: Sandro Kirchner (CSU), Norbert Schaub (SPD), Yatin Shah (Grüne), Matthias Kleren (Freie Wähler), Christian Hänsch (Linke), Hans-Joachim Hofstetter(FDP), Freia Lippold-Eggen (AfD), Franz Sadlo (BP), Michaela Reinhard (ÖDP) und Christiane von Thüngen (Die Franken). Auf dieser Seite stellen wir ihnen die Direktkandidaten vor, deren Parteien nach den Umfragen aussichtsreiche Chancen haben, am 14. Oktober ins Maximilianeum einzuziehen.

    Gebiet Der Stimmkreis besteht aus dem Landkreis Bad Kissingen sowie den Kommunen Bischofsheim, Fladungen, Ostheim, Hausen, Nordheim, Oberelsbach, Sandberg, Sondheim und Willmars aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld.

    Steckbrief Sandro Kirchner (CSU)

    Kirchner kandidiert für die CSU als Direktkandidat. Der Diplom-Ingenieur (43) wohnt in Premich, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er war Gemeinderat und zweiter Bürgermeister in Burkardroth, ist Mitglied des Kreistages und wurde 2013 zum ersten Mal in den Landtag gewählt.

    Das ist mir im Wahlkampf ein besonderes Anliegen: Die Anliegen der Menschen aufnehmen und gemeinsam unsere Heimat weiter in eine positive Zukunft führen - das ist nicht mit einem Punkt getan, sondern da spielen viele Dinge eine Rolle.

    Bayern ist für mich: Ein wunderbares und leistungsfähiges Land mit den besten Voraussetzungen für unsere Zukunft, einfach unsere Heimat!

    Meine größte politische Niederlage: In der Politik geht es nicht um Sieg oder Niederlage, sondern um die beste Lösung für unsere Gesellschaft. Wichtig ist, dass man niemals aufgibt. Mein größter politischer Erfolg: Erfolg ist dann gegeben, wenn politische Entscheidungen unserer Gesellschaft helfen. Für unsere Region konnten wir in den letzten fünf Jahren sehr viele Dinge erreichen - etwa das Haus für Gesundheitsmanagement mit 100 neuen Arbeitsplätzen - das ist gut für unsere Heimat und unsere Lebensqualität, die weiter steigt.

    Steckbrief Norbert Schaub (SPD)

    Norbert Schaub tritt als Direktkandidat für die SPD an. Schaub, 45, wohnt im Hammelburger Stadtteil Westheim. Er arbeitet als Bereichsleiter in der Lebenshilfe-Werkstatt in Sennfeld.

    Das ist mir im Wahlkampf ein besonderes Anliegen: Ich will bodenständig, ehrlich, bürgernah und sachorientiert arbeiten, ohne in populistische Äußerungen, leere Versprechungen oder Augenwischerei zu verfallen.

    Bayern ist für mich: Bayern ist ein starkes Land.

    Meine größte politische Niederlage: Politische Niederlagen gibt es für mich nicht. Politik besteht aus dem Gespräch miteinander. Mein größter politischer Erfolg: Zum einen zählt für mich dazu die Kandidatur als Direktkandidat für den Bayerischen Landtag zum anderen kommunalpolitisch bei den Themen der Bürgerinnen und Bürger dran zu bleiben. Hierzu zählt für mich der Erhalt des Bürgerspitals Hammelburg.

    Steckbrief Yatin Shah (Grüne)

    Yatin Shah steht als Direktkandidat für Bündnis 90/Die Grünen auf dem Stimmzettel. Der 40-jährige Arzt lebt in Bad Königshofen. Neben der Politik hat sich Yatin Shah dem Sport und der Musik verschrieben.

    Was ist mir im Wahlkampf ein besonderes Anliegen: Klare Haltung und Einsatz für eine Politik des gesellschaftlichen Zusammenhalts, eine nachhaltige Gesundheitspolitik und den Schutz unserer Lebensgrundlagen.

    Bayern ist für mich: Heimat mit Traditionsbewusstsein und Weltoffenheit.

    Meine größte politische Niederlage: Stand heute gibt es für mich keine "größte politische Niederlage" zu berichten. Mein größter politischer Erfolg: Die Nominierung zum Direktkandidaten von Bündnis 90/D5e Grünen für den Stimmkreis Bad Kissingen und die Rhön und die sich daraus ergebende Chance, mich für die Menschen und unsere Region politisch einzusetzen.

    Steckbrief Matthias Kleren (Freie Wähler)

    Matthias Kleren tritt als Kandidat für die Freien Wähler an. Der 45-jährige Polizeibeamte wurde in Bad Kissingen geboren und lebt heute in Althausen bei Münnerstadt. Matthias Kleren ist verheiratet und hat drei Kinder. Politisch engagiert ist er seit 2014, politische Vorbilder hat er keine. Seine Hobbys sind die Familie, die Kreisverkehrswacht, Lesen und Schwimmen.

    Was ist mir im Wahlkampf ein besonderes Anliegen: Die Förderung des ländlichen Raumes in allen Bereichen und somit die Chancengleichheit in ganz Bayern sichern.

    Bayern ist für mich: Das schönste Bundesland.

    Meine größte politische Niederlage: Wenn man dies so nennen möchte, die verlorene Wahl zum Ortssprecher.

    Mein größter politischer Erfolg: Der Einzug in den Stadtrat.

    Steckbrief Freia Lippold-Eggen (AfD)

    Freia Wilhelmina Lippold-Eggen ist Direktkandidatin der AfD. Die 63-Jährige hat drei Kinder, ist verheiratet und wohnt in Bad Kissingen. Kochen und Malen sind Hobbys der Betriebswirtin.

    Was ist mir im Wahlkampf ein besonderes Anliegen: Das er fair ist. Unsere Plakate nicht abgerissen werden wie bei der Bundestagswahl.

    Bayern ist für mich: Meine Heimat.

    Meine größte politische Niederlage: Es gibt keine politische Niederlage. Ich war Schatzmeister bei der CDU im Wangerland in Niedersachsen und stellvertretende Schatzmeisterin bei den Piraten in München. Aus der CDU bin ich ausgetreten weil ich nach Bayern gezogen bin. Und die Piraten kein Eurokonzept hatten. Es war aber keine Niederlage.

    Mein größter politischer Erfolg: Die Landtagskandidatur jetzt. Ich wurde gefragt und ich tu es für meine Heimat und die Zukunft meiner Kinder. Weil ich meine Heimat und meine Kinder liebe.

    Steckbrief Hans-Joachim Hofstetter (FDP)

    Der Augenarzt und Bad Kissinger Stadtrat (60) kandidiert als Direktkandidat für die Freien Demokraten. Der Schachspieler nennt Helmut Schmitt und Hans-Dietrich Genscher als politische Vorbilder Was ist mir im Wahlkampf ein besonderes Anliegen: Ein fairer Umgang mit den Mitbewerbern.

    Bayern ist für mich: Heimat.

    Meine größte politische Niederlage: Hatte ich noch nicht. Mein größter politischer Erfolg: Berufspolitisch: Als Newcomer mit einer eigenen Liste in die Bayerische Ärztekammer gewählt zu werden.

    Benedikt Borst

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