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    FUCHSSTADT

    Leserforum: So wichtig sind Wiesen

    Zur Diskussion im Fuchsstädter Gemeinderat um einen Solarpark.

    „Nur“ eine Wiese für den Solarpark opfern, Funkmast in der Industriestraße zu „nah“, Fuchsstadt ist Mitglied der Allianz Saaletal und beteiligt sich am Projekt Grüngitter, das seit Oktober 2018 vom Freistaat Bayern zu 75 Prozent gefördert wird. Zwecke dieses Vereins sind unter anderem Schaffung und Erhalt von Lebensräumen für Insekten und nachhaltige Entwicklung der natürlichen Lebensgrundlagen.

    Im Gemeinderat von Fuchsstadt ist dieses Bestreben Wiesen, Felder und Hecken zu schützen und Neupflanzungen zu starten, um die Artenvielfalt der Insekten zu bewahren wohl noch nicht angekommen. Wie ist es sonst zu verstehen, dass einem Projekt von Prowind einen Solarpark auf einer Fläche in unmittelbarer Nähe zum Umspannwerk zu errichten, stattgegeben wird.

    Ein berechtigter Einwand eines Gemeinderats, kostbares Ackerland zu sparen wurde mit der Bemerkung abgetan, dass es sich nur um eine Wiese handle. Wiesen sind Lebensgrundlage für Insekten aller Art insbesondere für Bienen, um dem Bienensterben entgegen zu wirken wurde eigens ein Gesetz erlassen.

    Für die Errichtung von Solaranlagen gibt es genügend Alternativen, Vorträge werden gehalten mit dem Slogan „macht die Dächer voll“ warum wird dies in Fuchsstadt nicht umgesetzt? Ausreichend Dächer liegen direkt vor der Nase, nämlich die großen Dächer der Firmen im Gewerbegebiet dazu gibt es weitere Möglichkeiten, nämlich die Dächer von gemeindeeigenen Einrichtungen, um als Mitglied des Projekts Grüngitter aktiv an dessen Umsetzung Grünflächen zu erhalten und neu anzulegen mitzuwirken.

    Die Entscheidung eine Bodenfläche für eine Solaranlage zu nutzen ist sicher der einfachere Weg, dem Bauherrn wird bei Eingriffen in die Natur das Anlegen einer Ausgleichsfläche auferlegt, damit ist die Angelegenheit erledigt, diese Flächen entsprechen oft nicht den Vorgaben oder werden zum Teil gar nicht umgesetzt und tragen somit zum Verlust der Artenvielfallt bei.

    Auch am Kohlenberg würde wieder ein massiver Eingriff in die Natur erfolgen, durch den geplanten Bau eines 40 Meter hohen Mobilfunkmastes. An diesem Standort will der Gemeinderat mit allen Mitteln festhalten, obwohl die Telekom kein Interesse mehr daran zeigt und einen Vertrag mit einem Privatanbieter geschlossen hat, um den Mast in der Industriestraße zu errichten.

    Das Argument der Räte/Innen gegen diesen Standort lautet „der wäre dann doch zu nah“ und ein in Auftrag gegebenes Gutachten hätte ergeben, dass dieser Standort nur eingeschränkt zu nutzen wäre.

    Gegen das „zu nah“ möchte ich einwenden, dass bereits seit Jahren ein Mobilfunkmast mitten im Dorf „strahlt“ und am Standort Kohlenberg von der Funkstrahlung noch mehr Haushalte betroffen wären als im Industriegebiet. Also Am Kohlenberg „tut“ er nichts im Industriegebiet ist er zu nah?

    Zudem ist es fraglich, dass Telekom Funkmasten an Stellen errichten will, die nur eingeschränkt zu befürworten sind. Ein Mobilfunkmast in entsprechender Höhe im Industriegebiet deckt sicher auch die Funklöcher ab, die es noch in Fuchsstadt gibt. Eine Entscheidung zu Gunsten des Standortes Industriegebiet würde den Kohlenberg schützen, da in diesem Bereich unter Naturschutz stehende Pflanzen wachsen, dieses Areal ein begehrtes Ausflugsziel ist und ein Naturlehrpfad und der Kapellenrundwanderweg zu finden ist, wenn man diesen Pfad und Weg begeht würde man sonst buchstäblich über einen 40 Meter hohen Funkmast stolpern, das kann doch keiner wollen.

    Fuchsstadt ist bereits eingekreist von Gewerbe und Technik, mein Aufruf an den Gemeinderat: Schützt den Kohlenberg und seine Umgebung als Naherholungsgebiet mit seiner Flora und Fauna, denn der Natur und dem dortigen Landschaftsbild wurde durch eine überdimensionierte Baumaßnahme schon genügend Schaden zugefügt.

    Andrea Röll-Glaser

    97727 Fuchsstadt

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    Kommentare (1)

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