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    Bad Kissingen

    Lollipop und "the drunken Sailor"

    Die beiden Chöre hatten gerade so Platz in der "Konzertmuschel" der Wandelhalle. Foto: Klaus Werner
    Die beiden Chöre hatten gerade so Platz in der "Konzertmuschel" der Wandelhalle. Foto: Klaus Werner

    Chorgesang hat seine Liebhaber - dies bewies der Zuschauerzuspruch trotz drückender Temperaturen beim Saale-Musicum-Konzert der Chöre aus Arnshausen und Garitz in der Wandelhalle. Geboten wurde ein abwechslungsreiches Programm aus bekannten Volksweisen wie "Wohlauf, die Luft geht frisch und rein" und modernen Stücken wie "Dreaming".

    Über 50 Veranstaltungen werden im Rahmen der Konzertreihe "Saale-Musicum" angeboten, bevor der Abschluss am 28. Juli in Gemünden erfolgt. Allein am vergangenen Sonntag fanden vier Veranstaltungen statt und eine davon war in der Wandelhalle von Bad Kissingen - "der größten in Europa", wie ein Moderator den aufmerksamen Zuhörern voller Stolz verkündete. Die Wandelhalle bot für die Chöre der Vereine Harmonie 1910 Arnshausen und Gesangverein 1883 Garitz eine besondere Atmosphäre, um mit ihren Gesangsstücken die Gäste zu erfreuen. Als erstes erklommen Arnshäusener Sängerinnen und Sänger die wenigen Stufen zur "Konzertmuschel". In Rot und Schwarz präsentierten sie sich und starteten mit "Die kleine Bergkirche" nach einem Text von Konrad Wolf, der voller Inbrunst bestätigte, was man in den Bergen fühlen kann: Man ist Gott näher. Abwechslungsreich und international ging es mit dem französischen Volkslied "Das kleine Veilchen" weiter, das mehrstimmig die schöne blaue Blume als Metapher für das Warten auf das geliebte Gegenüber besang. Mal miteinander, mal abwechselnd präsentierten die Männer- und Frauenstimmen das hohe Lied auf das Feiern beim Stück "Heute ist ein herrlicher Tag" und daran schloss sich die heimliche fränkische Nationalhymne "Wohlauf, die Luft geht frisch und rein" von Victor von Scheffel an. Im zweiten Teil ihres Chorvortrags unter der Leitung von Ewald Müller und der Piano-Begleitung von Thomas Betzer widmete man sich moderneren Stücken.

    Das Lebensgefühl der 90er Jahre lebte mit "Es geht mir gut" von Marius Müller-Westernhagen auf, in die 60er Jahre entführte das Stück "Lollipop", dessen verkannter Refrain von den Gästen im Stillen mitgesungen wurde. Die Bandbreite der Chorwerke zeigten das Spiritual "Come and go", bei dem Ewald Müller die Solo-Stimme übernahm, das Stück "The drunken sailer" für alle, den das Meer lieber ist als das Land, und der "Abschiedskummer-Blues" von Albin Freibott.

    Der Frauenchor des Gesangvereins 1883 Garitz übernahm die beschwingte Stimmung, die sich in der Wandelhalle ausgebreitet hatte, und brillierte mit der Humoreske "Ein kleines Reh" von Joachim Ringelnatz , deren Melodie von Robert Bauch stammt. Mit den beiden Stücken "Dreaming" (Lorenz Maierhofer) und "Those were the days" der walisischen Sängerin Mary Hopkin - in der übersetzten Version "An jenem Tag" - begeisterten die Sängerinnen unter der Leitung von Andrea Metzler, die anschließend für den Garitzer Männerchor auf der Bühne blieb.

    Mit "Das Morgenrot" erklang kräftiger Männergesang in der Wandelhalle, der sich passend zum Bild eines Sonnenaufgangs gestaltete und sofort mit lebhaftem Applaus bedacht wurde. Mehrstimmig und kraftvoll ging es weiter mit "Der Jäger Abschied", eine Weise von Felix Mendelssohn-Bartholdy nach dem Text von Joseph von Eichendorff , wogegen der Chor seine melancholische Seite bei "Ich bin kein Bajazzo" zeigen durfte. Harmonische Tonfolgen und wunderbare Klangfarben erfüllten die Wandelhalle bei Schuberts Stück "Die Nacht", bevor mit der beschwingten Weise "Wohlauf in Gottes schöne Welt" die Schlussakkorde ertönten. Als gemischter Chor präsentierten sich die Garitzer Sängerinnen und Sänger mit dem Stück "Sommerlied", das von ihrem Ehrenchorleiter Robert Bauch komponiert wurde und das mehrstimmig die Schönheit der Welt bejubelte.

    Dann wurde es nochmals eng auf der Bühne, denn alle Sängerinnen und Sänger des Abends verabschiedeten sich mit der russischen Volksweise "Wenn der Abendwind", die vielstimmig die Weite der russischen Steppe als musikalische Illusion bei den Gästen herbeizauberte - und nicht nur dafür erhielten die Akteure den herzlichen Applaus der Gäste. Nach einem Dankeschön an die Chorleiter und die weiteren Akteure wurde die Wandelhalle zum Proberaum, denn zusammen mit den Gästen erklang "Kein schöner Land in dieser Zeit".

    Klaus Werner

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