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    Machtilshausen

    "Man lebt wirklich fürs Dorf"

    Edgar und Luzia Wolf sind beide in Machtilshausen groß geworden. Sie haben sich hier kennengelernt und sind geblieben. Seit Jahrzehnten engagieren sie sich für die Dorfgemeinschaft. Am Samstag, 20. Juni, sind sie 50 Jahre verheiratet.
    Immer noch glücklich: Luzia und Edgar Wolf Foto: Dieter Ackerl       -  Immer noch glücklich: Luzia und Edgar Wolf Foto: Dieter Ackerl
    Immer noch glücklich: Luzia und Edgar Wolf Foto: Dieter Ackerl

    Zusammen alt werden, in guten und in schlechten Tagen gemeinsam zusammenstehen, das wünscht sich wohl jedes Paar, wenn es heiratet. Edgar (73) und Luzia Wolf (68) aus Machtilshausen freuen sich am Samstag über ihren 50. Hochzeitstag .

    Luzia hieß mit Geburtsnamen Mützel und ist 1951 in Machtilshausen geboren. Edgar Wolf ist fünf Jahre älter und 1946 in Wingst in der Nähe von Cuxhaven geboren.

    Erstes Kennenlernen

    Sie kennen sich schon so lange, dass es ihnen zunächst schwer fällt, das Kennenlernen zu beschreiben. "Wir wissen es nicht ", sagt Luzia erst. Die beiden hätten schon jahrelang nur ein paar Straßen voneinander entfernt gewohnt. Kurz darauf fällt es ihnen doch ein.

    Beim Tanzen in den Mai im Gasthaus Remling in Hammelburg habe es gefunkt. Zwei Jahre sei Edgar bei Luzias Familie "ein- und ausgegangen", ein Jahr habe er bei ihr und ihrer Familie gewohnt, bis die beiden 1970 zuerst im Standesamt und dann kirchlich in der Dorfkirche St. Jakobus der Ältere heirateten . Nach der Hochzeit zogen sie zu Edgars Vater und seiner Stiefmutter. In diesem Haus wuchsen später auch ihre eigenen Kinder auf.

    Erst Büttner, dann beim Bund

    Edgar machte eine Lehre als Büttner, die damalige Bezeichnung für Handwerker, die Behälter und Gefäße aus Holz herstellen. Er war zwei Jahre bei der Bundeswehr und machte dort seinen Lkw-Führerschein. Rund fünf Jahre war er Lkw-Fahrer und arbeitete dann bis zur Rentenzeit für das Unternehmen Bindrum in Hammelburg. Lucia arbeitete vor der Hochzeit fünf Jahre in der damaligen Metzgerei Bischof.

    1971, ein Jahr nach der Hochzeit , kam Tochter Romana auf die Welt. Die zweite Tochter Carina wurde 1977 geboren. Mittlerweile haben auch sie Kinder. Fünf Enkelkinder haben Edgar und Luzia. "Alle Buben."

    Das allerwichtigste für ihre Eltern sei es, alle um sich herum zu haben, sagt ihre älteste Tochter Romana.

    Die Aufgabenverteilung zuhause funktioniert recht klassisch. Luzia erledigt viel im Haus. Auch im Garten ist sie besonders gerne. "Am liebsten Tag und Nacht", sagt sie. Edgar kümmere sich um den Rest. Über die Aufgabenverteilung habe es nie Streit gegeben.

    "Ein paar diskussionswürdige Punkte hat es schon gegeben, aber das ist dann ausdiskutiert worden und man ist zu einer Lösung gekommen", sagt Edgar. "Abends gibt es wieder ein Küsschen" und am nächsten Tag sei die Sache vergessen. "Wir haben nie an Scheidung gedacht." "Die beiden haben immer alles zusammen gemacht", sagt ihre Tochter .

    Jahrzehntelang Ehrenamt

    Die beiden engagieren sich jahrzehntelang im sozialen, kommunalpolitischen sowie sportlichen Bereich. Edgar spielt schon seit seiner Jugend begeistert Fußball und war als Vorstand unter anderem ehrenamtlich als Jugendtrainer und Jugendleiter aktiv.

    Viele Arbeiten hat er beim Sportheim und bei der Einrichtung des Fußballplatzes übernommen. Auch beim Bau des Wassertretbeckens 2006 war er federführend mit dabei. "Das macht sich nicht von alleine, da muss man von Haus zu Haus gehen und Leute zusammensuchen", sagt Edgar. "Dadurch ist ein Zusammengehörigkeitsgefühl entstanden." Von 1989 bis 2014 war er für die Bürgerliste Machtilshausen Mitglied im Gemeinderat Elfershausen. Zwölf Jahre lang war er 3. Bürgermeister. "Man lebt wirklich fürs Dorf und die Allgemeinheit."

    Verleihung des Bundesverdienstkreuzes

    2016 hat er für seinen unermüdlichen Einsatz das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen bekommen. "Darüber habe ich mich sehr gefreut. Darauf bin ich auch sehr stolz", sagt er. Luzia ist seit über 30 Jahren in der Gymnastikgruppe vor Ort aktiv und hilft bei der Organisation und Gestaltung zahlreicher Feste mit.

    Ihre Feier zum 50. Hochzeitstag haben sie schon vor langem wegen Corona abgesagt. "Wir feiern dann einfach nächstes Jahr 50 + 1", sagt Edgar.

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    Charlotte Wittnebel-Schmitz

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