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    Bad Brückenau

    Markus Huth in Bad Brückenau: Tiere als echte Herausforderung

    Auf seiner Lesereise durch 20 Städte in Deutschland und Österreich machte Markus Huth auch Station in Bad Brückenau. Im Anschluss an seinen Vortrag über den Job als Tiersitter stand er dem Publikum in der Galerie Form+Farbe Rede und Antwort. Foto: Rolf Pralle
    Auf seiner Lesereise durch 20 Städte in Deutschland und Österreich machte Markus Huth auch Station in Bad Brückenau. Im Anschluss an seinen Vortrag über den Job als Tiersitter stand er dem Publikum in der Galerie Form+Farbe Rede und Antwort. Foto: Rolf Pralle

    In Zeiten des Internets und der Globalisierung sind Dinge möglich, die sich Otto Normalverbraucher bisher eigentlich nicht vorstellen konnte. So gibt es sogar spezielle Websites , auf denen sich erlebnishungrige Menschen um den Job eines Tiersitters - zumeist für einen genau definierten Zeitraum - bewerben können. Der Journalist und Fotograf Markus Huth hat den Schritt gewagt.

    Im kleinen Kreis gestaltete der 37-Jährige bei einer gemeinsamen Veranstaltung des städtischen Kulturbüros und der Galerie Form+Farbe einen unterhaltsamen Abend für das Rhöner Publikum . Im Mittelpunkt der abwechslungsreichen Lesung stand natürlich Huths aktuelles Buch "Mit 80 Viechern um die Welt", das in den vergangenen Wochen bereits auf reges Medieninteresse gestoßen ist. Darüber hinaus stand der Autor den Zuhörern im Anschluss aber auch Rede und Antwort zu seiner nicht gerade alltäglichen Beschäftigung, die er immerhin rund anderthalb Jahre ausgeübt hat.

    Neugier und Naivität

    Huth verheimlicht in seinen Ausführungen keineswegs, dass neben der sprichwörtlichen gesunden Neugier bei ihm auch eine Portion Naivität im Spiel war. Schließlich hatte sich der erste Job auf La Gomera im Prinzip recht locker dargestellt. So sollte das Tiersitter-Dasein aber nicht bleiben. Denn beispielsweise auf einer Pferderanch in Bulgarien warteten auf den "Cowboy in Ausbildung" echte Herausforderungen, denen er nicht immer gewachsen war. Anstatt hoch zu Ross durch die Gegend zu reiten, war erst einmal Dreck wegmachen tief am Boden angesagt.

    Also zurück nach La Gomera, wo er mit Nena die Frau fürs Leben findet. Jetzt geht es zu zweit auf Tour, und zwar gleich nach Kanada. Dort müssen sich die beiden Abenteurer mit dem pausenlos plappernden Wellensittich Wasabi und dem Riesenhund Chester, einem Leonberger, intensiv beschäftigen. "Mit großem Hund kommt großer Haufen", ist eine Erfahrung, die Huth wohl nie aus seinem Gedächtnis streichen wird. Und auch die penetrante Stimme des kleinen Vogels klingt ihm nach heute in den Ohren.

    Nicht immer folgsame Dickhäuter

    Da lockt dann schon eher etwas Exotik, die sich das Paar von einem Abstecher nach Sri Lanka verspricht. Unerwartet kontrastreich gestaltet sich das Programm in Asien. Die Globetrotter arbeiten sowohl auf einer Zimtplantage, als auch mit nicht immer folgsamen Dickhäutern bei einer Elefanten-Stiftung.

    Der Autor erzählt seine Erlebnisse bei der Lesung in Bad Brückenau völlig unaufgeregt und mit einer Gelassenheit, dass man ihm einfach jedes Wort glauben muss. Einige Passagen produzieren laute Lacher, andere Schilderungen menschlicher Schicksale machen für den Moment nachdenklich. Auf einer Leinwand im Hintergrund laufen eindrucksvolle Bilder, die das gesprochene Wort in vielfältiger Form ergänzen.

    Ohne größere Blessuren

    Trotz aller Herausforderungen und Hemmnisse hat Huth sein anderthalbjähriges Intermezzo als Tiersitter rund um den Globus übrigens ohne größere Blessuren an Leib und Seele gut überstanden. Mit seiner Frau Nena und seinem kleinen Sohn Josef ist er inzwischen auf der Kanareninsel La Gomera sesshaft geworden.

    Rolf Pralle

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