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    Poppenlauer

    Maßbach: Ein Wunsch geht in Erfüllung

    Endlich! Das Schild "Theater Schloss Maßbach - unterfränkische  Landesbühne" ist in Arbeit und kann spätestens Anfang 2020 an der Autobahn  angebracht werden. Bürgermeister Matthias Klement stellte es in der  Bürgerversammlung in Poppenlauer vor. Foto: Dieter Britz
    Endlich! Das Schild "Theater Schloss Maßbach - unterfränkische Landesbühne" ist in Arbeit und kann spätestens Anfang 2020 an der Autobahn angebracht werden. Bürgermeister Matthias Klement stellte es in der Bürgerversammlung in Poppenlauer vor. Foto: Dieter Britz

    Es wurde eng im Saal des bayerischen Hofes, denn über 60 Einwohner kamen zur Bürgerversammlung. Sie wollten aus dem Mund von Bürgermeister Matthias Klement ( CSU ) erfahren, was sich das Jahr übergetan hat und in der anschließenden Diskussion auch Anregungen geben und Kritik loswerden.

    Der Gemeinderat war beschlussfähig. Wie zu erwarten, spielte das leidige Thema "Ludwigstraße" eine große Rolle. In den nächsten Wochen geht ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung: An der Autobahn wird ein Schild mit dem Hinweis auf das " Theater Schloss Maßbach - unterfränkische Landesbühne" aufgestellt.

    Sperrzone ohne Alkohol zu Fasching

    Der Umzug am Faschingsdienstag kann trotz der Vorkommnisse beim letzten Umzug stattfinden, aber mit Kontrollen. Der Bürgermeister teilte mit, dass sich Vertreter des Vereinsrings, der Polizei , der Gemeinde, des Roten Kreuzes usw. zusammengesetzt haben. Ergebnis: "Jeder will, dass auch im nächsten Jahr ein Umzug am Faschingsdienstag stattfindet". Ein Konzept, wie Alkoholprobleme vor allem mit Jugendlichen und sehr jungen Gästen wie im letzten Jahr vermieden werden können, gibt es auch: Es soll Absperrungen geben. Im abgesperrten Bereich ist kein Alkohol erlaubt.

    "Ein echtes Problemkind ist unser Dorfplatz. Seit einem Jahr reden die Anwälte miteinander, aber es geht nicht richtig vorwärts", damit leitete der Bürgermeister zum zweiten Aufreger-Thema über. Immerhin gebe es nun von der Bezirksregierung die Zusage, dass die Gemeinde die Straße asphaltieren darf, ohne dass sie Zuschüsse zurückzahlen muss. Marktgemeinderätin Yvonne Hub, die als Fachanwältin für Baurecht die Gemeinde vertritt, wies darauf hin, dass zunächst von der Bezirksregierung die Pflasterung der Ludwigstraße vorgegeben worden war. Wenn nun die Straße asphaltiert wird, gibt es keinen höheren Zuschuss, wenn es dadurch teuer wird. "Wenn wir Klage einreichen, zieht sich die Sache noch mehr in die Länge" sagte sie und "die Rechtslage ist nicht ganz eindeutig". Bürgermeister Klement ergänzte: "Wenn es keine Bereitschaft von der Gegenseite gibt, etwas zu tun, dann klagen wir". Ein Bürger monierte "das Sumpfloch, die Grünfläche" auf dem Dorfplatz. Das sei vom Architekten so gewollt, erfuhr er.

    Natürlich konnte der Bürgermeister auch mit erfreulichen Themen aufwarten. Fünf Jahre gibt es nun warmes Mittagessen in der Kita Lauerland. Die "tollen Köche" bereiten 100 Essen pro Tag zu und versorgen auch die Kita in Maßbach. Die Hortbetreuung für Schulkinder wird immer wichtiger. Mit zwölf Plätzen fing die Gemeinde an, dann waren es 20, jetzt sind 55 genehmigt, aber 67 Kinder sind angemeldet. Deshalb wurde kurzfristig ein weiterer Hort an der Mittelschule in Maßbach eingerichtet. Auf Dauer soll bei der Grundschule in Poppenlauer ein Hort mit 100 Plätzen eingerichtet werden. Die Kostenberechnungen laufen, dann soll ein Förderantrag gestellt werden. Die Gemeinde hofft auf Gelder aus einem Programm des Freistaates. "Warum machen wir nicht gleich die Grundschule als Ganztagesschule mit Betreuung im Klassenzimmer?" wollte ein Besucher wissen. Das sei Sache des Freistaates, bei der Ganztagsschule gebe es zum Beispiel Probleme in den Ferien, so Matthias Klement .

    Marktgemeinderätin und Bundestagsabgeordnete Sabine Dittmar ( SPD ) wies darauf hin, dass der Bund zwei Milliarden Euro für Ganztags-Grundschulen zur Verfügung stellt. Es liege an den Ländern, dieses Geld abzurufen, "aber Bayern ist da immer etwas zurückhaltend".

    Geradezu dramatisch ist die Lage im Gemeindewald. Trockenheit, Hitze und Borkenkäfer haben Kiefern, Fichten und sogar Buchen stark geschädigt. "In den nächsten Jahren müssen wir Geld in den in den Wald stecken, um ihn zu erhalten" kündigte Matthias Klement an.

    In der Diskussion wurde unter anderem kritisiert, dass viele Autofahrer direkt vor dem alten Rathaus auf dem Gehweg parken und damit das Durchkommen für Rollatoren und Kinderwägen blockieren. "Die Polizei kommt kaum zu Kontrollen, ich habe beim Polizeipräsidenten darauf hingewiesen" sagte der Bürgermeister. Moniert wurde auch eine eingefallene Hausfassade in der Hauptstraße. "Das Land hat dem Eigentümer schon mehrere Bescheide geschickt. Wenn er die nicht bezahlt, könnte es eine Zwangsversteigerung geben" sagte dazu Matthias Klement .

    Weitere Kritikpunkte waren ein seit zwei Jahren auf dem Pendler-Parkplatz abgestelltes Auto und die zu schnell fahrenden Fahrzeuge auf der Gemeindeverbindungsstraße Maßbach-Poppenlauer.

    Die Marktgemeinde in Zahlen: Bevölkerungsentwicklung Im Ortsteil Maßbach minus sieben, in Poppenlauer plus sechs, in Weichtungen minus acht, in Volkershausen plus fünf - damit ergib sich ein Plus von zwei Personen in der Marktgemeinde. Maßbach ist mit 1827 Einwohnern der größte Ortsteil , es folgen Poppenlauer mit 1814, Weichtungen mit 415 und Volkershausen mit 358. Die Steuerkraft je Einwohner beträgt 656 Euro (letztes Jahr 605 Euro) und liegt ein Drittel unter dem Landesdurchschnitt. Der Verwaltungshaushalt Gemeindehaushalt hat ein Volumen von 9,4 Millionen Euro. Wichtigste Einnahmequellen sind die Einkommensteuer mit 2,5 Millionen und die Schlüsselzuweisungen vom Land mit 1,8 Millionen Euro. Die wichtigsten Ausgaben sind die Kreisumlage und die Personalkosten (einschließlich Kita) mit je 1,8 Millionen Euro.

    Noch 1,7 Millionen Euro Schulden

    Im Vermögenshaushalt ist die Hangsicherung in der Parksiedlung die wichtigste Ausgabe mit 1,5 Millionen Euro. Der Schuldenstand beträgt 1,7 Millionen Euro und ist um 223 000 Euro gesunken. Eigentlich war eine Erhöhung der Schulden um 800 000 Euro und die Aufnahme von Krediten geplant. Aber einige Maßnahmen konnten nicht durchgeführt oder noch nicht komplett abgerechnet werden. Deshalb ist 2019 keine Kreditaufnahme nötig. Die Pro-Kopf-Verschuldung lag letztes Jahr bei 431 Euro und damit erheblich unter dem Landesdurchschnitt von 582 € Euro. Sie sind dieses Jahr weiter auf 385 Euro gesunken. In der gemeindeeigenen Kita Lauerland sind 49 Kindergarten-Kinder, in der Krippe 20 und im Hort 67. Die Grundschule Poppenlauer besuchen 199 Kinder (Vorjahr 193). Auch in der Mittelschule Maßbach stieg die Schülerzahl von 91 auf 100.

    Dieter Britz

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