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    Maßbach

    Maßbacher Gemeinderat weist auf Bodendenkmäler hin

    Die Höchstspannungstrasse "Südlink" sollte ursprünglich mit riesigen  Masten oberirdisch laufen. Doch das hat sich ja nun erledigt, denn sie ist auf weiten Strecken unterirdisch geplant. Unser Foto ist Panoramaaufnahme innerhalb eines großen Strommastes.Dieter Britz
    Die Höchstspannungstrasse "Südlink" sollte ursprünglich mit riesigen Masten oberirdisch laufen. Doch das hat sich ja nun erledigt, denn sie ist auf weiten Strecken unterirdisch geplant. Unser Foto ist Panoramaaufnahme innerhalb eines großen Strommastes.Dieter Britz

    Der Marktgemeinderat gab zur geplanten Höchstspannungsleitung " Südlink ", die vermutlich östlich der Autobahn auf Maßbacher Gemarkung verlaufen wird, in seiner jüngsten Sitzung noch keine Stellungnahme ab. Dem Gremium lag zwar eine siebenseitige Beschlussvorlage der Verwaltung vor. Ausführlich diskutiert werden soll erst in der nächsten Sitzung, wenn Saskia Albrecht, Projektsprecherin der Transnet-BW, Rede und Antwort stehen wird.

    Diese Firma betreibt Übertragungsnetze und ist eine 100-prozentige Tochter des EnBW-Konzerns mit Hauptsitz in Stuttgart. Sie ist auch am Südlink-Projekt beteiligt, ebenso wie der deutsch-holländische Netzbetreiber Tennet .

    Die Trasse entlang der A 71 sei die Vorzugsvariante, die von Tennet der Bundesnetzagentur gemeldet worden sei, so Bürgermeister Matthias Klement ( CSU ). Innerhalb des Korridors, in dem die Stromleitung unterirdisch verlegt werden soll, befinden sich unter anderem Photovoltaik-Flächen, ein Windrad und eine Fläche, auf der in Poppenlauer ein weiterer Solarpark gebaut werden soll. Es sei darauf zu achten, dass die Trasse im Westen und nicht östlich der Autobahn verläuft, heißt es in der Sitzungsvorlage. Drei Bodendenkmäler aus der Vor- und Frühgeschichte seien nicht berücksichtigt worden.

    Der derzeitige Korridor liege je 500 Meter rechts und links der Autobahn. Der genaue Verlauf der 34 Meter breiten Trasse, die während der Bauzeit 55 Meter beträgt, wird im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens festgelegt, heißt es weiter. Diese Strecke müsse in Zukunft von tief wurzelnden Pflanzen eingehalten werden. Radwege, Flurwege und ähnliches dürften darüber aber gebaut werden.

    Aus den Bebauungsplänen und realisierten Projekten sei erkennbar, dass der Markt Maßbach sich für eine saubere Energiegewinnung entschieden hat. Durch Südlink sei eine weitere Entwicklung auf den von der Trasse belegten Flächen nicht mehr möglich. Die Gemeinde wäre in ihrer Planungshoheit berührt und in ihrer künftigen Entwicklung eingeschränkt. Dies gelte auch für eine Erweiterung des Gewerbegebietes in Richtung Autobahn.

    Auch Naturschutz-Gründe werden in der Stellungnahme aufgeführt. Genannt werden unter anderem eine große Ansiedelung des geschützten Dipdam, die für den Bau der Autobahn angelegten Ausgleichsflächen, Magerrasen, Orchideen, ein Wanderfalken-Brutplatz. Berücksichtigt werden müsse auch, dass zwei Aussiedlerhöfe von der östlichen Trassenführung tangiert werden.

    In dem Beschlussvorschlag heißt es deshalb "demnach ist die Trasse auf den Westen der A 71 zu legen". Entschieden wurde noch nicht, das soll erst in der nächsten Sitzung geschehen. Die Gemeinde kann, ebenso wie Privatleute, noch bis zum 24. Juni bei der Bundesnetzagentur Eingaben machen.

    Die Wasserversorgung in der Marktgemeinde wird durch Austausch der SPS-Anlagen (speicherprogrammierbare Steuerung) am Freibad und in Weichtungen sicherer gemacht. Die alten Anlagen seien über 15 Jahre alt, es gebe ständig Ausfälle, Ersatzteile seien nicht mehr vorrätig und müssten kostenintensiv geschafft werden, heißt es in der Beschlussvorlage. Die Lieferung wurde an die Firma, die schon die bisherige Anlage gebaut hat und sie wartet, für 50 000 Euro vergeben.

    Erheblich teurer als eingeplant wurden die Asphaltarbeiten an den Wirtschaftswegen der Gemeinde und Straßenunterhaltungsmaßnahmen. Der Marktgemeinderat hatte die Arbeiten im Juni 2018 für rund 120 500 Euro vergeben. Die Arbeiten sind ausgeführt. Die Schlussrechnung betrug rund 165 000 Euro. Der Bauhof kürzte sie nach Prüfung auf rund 163 000 Euro. Damit sind Mehrkosten von rund 42 500 Euro entstanden. Matthias Klement begründete das unter anderem mit Rohrbrüchen. "Sind wir davon unterrichtet worden? Ein Dreivierteljahr später bekommt man 30 Prozent mehr aufgebrummt" merkte Marktgemeinderat Diethard Dittmar ( SPD ) kritisch an. Die Mehrkosten wurden einstimmig genehmigt und werden nun aus dem Haushalt 2019 bezahlt.

    Im Rahmen einer Sicherheitsbegehung fiel dem Sicherheitsingenieur auf, dass an zwei Treppen in der Grundschule der zweite Handlauf fehlt. Die Lieferung und Montage wurde vom Gemeindebauhof beschränkt ausgeschrieben. Zwei von zehn Firmen gaben Angebote ab. Der Marktgemeinderat beschloss, den Auftrag an eine Firma aus Thundorf für 1562 Euro zu vergeben.

    Keine Sitzung ohne Baugesuche: In der Straße am Heidig in Maßbach soll eine 19 Meter lange und 13 Meter breite Lager- und Abstellhalle für Container gebaut werden. In der Hauptstraße in Maßbach ist ein barrierefreies Mehrfamilienhaus geplant. Da beide Bauvorhaben den Bebauungsplänen genau entsprechen, ist keine förmliche Baugenehmigung nötig. An der Centleite in Maßbach soll ein Einfamilienhaus errichtet werden. Hier sind nicht alle Vorschriften des Bebauungsplans eingehalten. Deshalb erteilte der Marktgemeinderat Dispens.

    Dieter Britz

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