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    Rannungen

    Mehrzweckhalle ist Dauerthema

    Der Zahn der Zeit nagt an der 40 Jahre alten Rannunger Mehrzweckhalle, in der die Bürgerversammlung stattfand. Die geplante Sanierung kostet etwa 3,2 Millionen Euro.  Fotos: Dieter Britz
    Der Zahn der Zeit nagt an der 40 Jahre alten Rannunger Mehrzweckhalle, in der die Bürgerversammlung stattfand. Die geplante Sanierung kostet etwa 3,2 Millionen Euro. Fotos: Dieter Britz

    Wenn es nach Fridolin Zehner geht, dann heißt der nächster Bürgermeister der Gemeinde wieder Fridolin Zehner . In der mit rund 150 Teilnehmern gut besuchten Bürgerversammlung in der Mehrzweckhalle teilte er mit, dass er nochmals als Bürgermeister-Kandidat antreten wird, wenn die CSU und die Freien Wähler ihn nominieren. Er ging vor allem auf Vorhaben ein, die in nächster Zeit geplant sind und die Bürger unmittelbar berühren.

    Unter den Besuchern waren auch zahlreiche jüngere Bürgerinnen und Bürger , was Zehner besonders lobte. Die Neugestaltung des Schul- und Kirchhofs sei wegen des schlechten Zustandes der Teerdecke dringend notwendig gewesen, betonte Zehner. Es gebe auch Kritik wegen der Gestaltung, räumte er ein. Die Balustrade vor der Kirche und der Belag seien von der Diözese, die die Baumaßnahmen mitfinanziert, so gewünscht worden. Die Baukosten betrugen bisher 1,333 Millionen Euro. Dazu kommen 111 000 Euro Architektenhonorar sowie Kosten für die Balustrade, das Nebengebäude mit dem Jugendtreff und Resthonorar. 170 000 Euro für die Entsorgung von kontaminiertem Boden, 80 000 Euro für die Zisterne und 60 000 Euro für die Abdichtung der Gebäude auf dem Platz waren ursprünglich nicht eingeplant.

    Wasserversorgung

    Ganz genau hörten die Teilnehmer beim Punkt "Wasserversorgung" zu. Die Gemeinde will, vermutlich im kommenden Jahr, auf dem Johannesberg einen Hochbehälter mit zwei Edelstahltanks, die jeweils 200 Kubikmeter fassen sollen, bauen. Der 1956 erbaute Wasserturm dient dann höchstens noch als Löschwasser-Zisterne. Die Gesamtkosten für die Verbesserung der Wasserversorgung betragen 1,3 Millionen Euro. Dafür werden die Bürger direkt zur Kasse gebeten, denn der Gemeinderat hat sich entschlossen, die Kosten über Beiträge zu finanzieren und nicht über erhöhte Wassergebühren. Pro Quadratmeter Grundfläche werden 0,69 Euro, pro Quadratmeter Geschossfläche 4,44 Euro fällig. Auch bisher unbebaute Grundstücke werden durch diese Art der Finanzierung einbezogen. Hier werden als Geschossfläche ein Viertel der Grundstücksfläche angenommen. Für ein unbebautes Grundstück mit 1000 Quadratmetern sind somit 1110 Euro fällig, die in drei Raten gezahlt werden müssen.

    Gutachter bestellt

    Seit Jahren gibt es Unstimmigkeiten wegen der Abwassermengen, die die Gemeinde in der Verbandskläranlage in Gelders-heim einleitet. Dort wird mehr gemessen als in Rannungen abfließt. Bürgermeister Zehner teilte mit, dass die Gemeinde eine Klage eingereicht hat. Das Gericht bestellte einen Gutachter, der bis zum 25. November die Messdifferenzen aufklären soll. "Wir haben an trockenen Tagen manchmal mehr Abwasser , als Wasser gefördert wird und das kann nicht sein" hob Zehner hervor und "es geht um viel Geld. Wenn falsch gemessen wurde, stehen Schadenersatz-Forderungen an".

    Dauerthema seit Jahren, auch im Gemeinderat, ist die 40 Jahre alte Mehrzweckhalle. Zu ihrem Zustand meinte der Bürgermeister "es muss was passieren. So können wir sie nicht weiter betreiben". Ein Schweinfurter Architekt und ein Bauausschuss mit Vertretern des Gemeinderates und der Vereine, die die Halle nutzen, haben zusammen detaillierte Pläne, wie die Halle sehr gründlich saniert werden soll, ausgearbeitet. Die 3,2 Millionen Euro Kosten sind, so Zehner, "ein Riesenbetrag". Doch über die Schweinfurter Oberland-Allianz und ein Daseinsvorsorgekonzept kann die Gemeinde wohl Städtebau-Fördermittel in beträchtlicher Höhe, etwa 1,5 Millionen Euro, bekommen. "Theoretisch können wir 2021 mit dem Bau anfangen" sagte der Bürgermeister.

    Bauplätze fehlen

    Ein großes Problem ist, dass die Gemeinde keinerlei eigene Bauplätze hat und aktuell nur zwei Plätze angeboten werden (vorhanden sind aber mehr, die von ihren Eigentümern gehortet werden). Die Nachfrage ist sehr hoch, so der Bürgermeister. "Wer verkaufen möchte, bitte auf die Gemeinde zugehen", appellierte er an die Anwesenden und erinnerte auch daran, dass es für die Aktivierung von Leerständen im Sanierungsgebiet steuerliche Förderung und direkte Hilfe durch die Gemeinde gibt. Wichtig sei aber, dass zuvor immer ein Antrag bei der Gemeinde gestellt wird. Um Bauplätze zu schaffen, wird nun ein Baugebiet mit zehn Plätzen auf dem Johannesberg erschlossen. Von den etwa 700 000 Euro Kosten bleiben rund 100 000 an der Gemeinde hängen.

    Auch die Sanierung der Brunnenstraße für 1,3 Millionen Euro (330 000 Euro sollen dafür vom Freistaat kommen, dazu die jährlichen Zahlungen als Ausgleich für den weggefallenen Straßenausbaubeitrag) und 30 000 bis 100 000 Euro für die Erschließung des Geländes zum Bau einer Tagespflege in der Schulzengasse (Erstattung eventuell bis zu 100 Prozent) stehen in der Investitionsübersicht bis zum Jahr 2022 im Gemeindehaushalt für das Jahr 2019. Dieser liegt gerade im Landratsamt und muss erst noch genehmigt werden. Durch die geplanten Investitionen würde die Verschuldung in den nächsten drei Jahren sehr stark steigen. Doch die Gemeinde habe eine "gute Einnahmeseite", hob der Bürgermeister hervor und "ich habe Rücksprache gehalten mit dem Landratsamt. Die sind nicht grundsätzlich abgeneigt, den Haushalt zu genehmigen".

    Volker Elsner, der zurzeit Qualitätsmanagerin Natalie Langer vertritt, schilderte den Anwesenden seine Arbeit. "Der Fokus liegt förderungsbedingt auf den Senioren . Aber die Gemeinde legt Wert darauf, dass generationsübergreifend gearbeitet wird" , hob er hervor und "jeder, der möchte, kann sich einbringen". Es gehe zum Beispiel darum, dass ältere Bürger möglichst lange selbstbestimmt in ihren eigenen vier Wänden bleiben können. Die Zweite Bürgermeisterin Sybille Büttner stellte die Aktion "Kombine" vor, die das Ziel hat, Senioren wieder aktiver werden zu lassen oder Senioren aktiv zu halten. Dazu werden Mitarbeiter gesucht. Meldung bei ihr oder im Büro des Quartiersmanagers. Rannungen ist für diese Aktion als Pilotgemeinde ausgesucht worden.

    Die Bürger stellten wenig Fragen zu den Ausführungen des Bürgermeisters. Einer meinte zur Gestaltung des Schul- und Kirchhofs "überall nur Steine. Ich habe mir etwas Anderes vorgestellt. Es sollte doch das alte wieder eingearbeitet werden. Vom Gehsteig aus sieht man die Kirche kaum noch". Doch Fridolin Zehner machte ihm keine Hoffnung: "Das ändert sich nicht mehr. Die Gestaltung ist mit der Diözese abgesprochen."

    Dieter Britz

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