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    Münnerstadt

    Mit dem Teleobjektiv Münnerstadt entdecken

    Unser Mitarbeiter Dieter Britz kramte sein museumsreifes Objektiv hervor und begab sich auf eine Entdeckungsreise durch die Münnerstädter Altstadt.
    Von der obersten Etage des Oberen Tores hat man eine gute Aussicht über die  Stadt. Dieter Britz       -  Von der obersten Etage des Oberen Tores hat man eine gute Aussicht über die  Stadt. Dieter Britz
    Von der obersten Etage des Oberen Tores hat man eine gute Aussicht über die Stadt. Dieter Britz

    Wer kennt sie noch, die Geschichte vom Hanns Guck-in-die-Luft aus dem Kinderbuch "der Struwwelpeter " von Dr. Heinrich Hoffmann? Der Arzt schrieb und zeichnete es vor Weihnachten 1844 für seine Kinder . "Wenn der Hanns zur Schule ging, stets sein Blick am Himmel hing. Nach den Dächern, Wolken, Schwalben schaut er aufwärts allenthalben. Vor die eignen Füße dicht, ja, da sah der Bursche nicht" - so fängt die Geschichte an und endet damit, dass er in einen Fluss plumpst. Auch in Münnerstadt lohnt es sich, nicht nur mit gesenktem Haupt durch die Stadt zu gehen, sondern den Blick auch nach oben zu richten. Natürlich sollte der Spaziergänger vorsichtiger als Hanns Guck-in-die-Luft sein, denn leicht zu übersehende Hindernisse und Stolperfallen finden sich genug.

    In mehr oder weniger luftiger Höhe gibt es viel zu entdecken. Besonders interessant sind natürlich die Türme und Türmchen in der Stadt. Unser Mitarbeiter holte sein fast schon museumsreifes 600-Millimeter-Teleobjektiv aus dem Schrank und unternahm damit eine kleine Fotoexkursion durch die Stadt. Für die Fotoexperten unter den Lesern: es handelt sich um ein "Noflexar" der Memminger Firma Novoflex, umgerüstet für die Verwendung an einer modernen Canon-Digitalkamera.

    Das Dach des alten Gebäudes des Juliusspitals in der Riemenschneiderstraße trägt oben einen kleineren Turm , der in einem Kupfer-glänzenden kunstvollen Aufsatz endet. Er hat oben fast die Form einer Monstranz, die auf einer Kugel sitzt. Dagegen ist der Abschluss des Dicken Turms mit seiner Metallkugel ziemlich schmucklos. Eine Aufnahme des Obergeschosses des Oberen Tores über 100 Meter Entfernung von der Freiherr-von-Lutz-Straße aus zeigt, dass früher mehr Aufwand getrieben wurde für Schmuck und Verzierungen am Bau. Von der Freiherr-von-Lutz-Straße aus, nur ein paar Schritte weiter, entstand auch das Foto vom Türmchen auf dem Dach des Oberen Tors. Gut zu erkennen ist die Glocke, mit der die Türmer einst bei Bränden die Bevölkerung warnten.

    Auf dem Dach des Rathauses ist ebenfalls ein Türmchen zu finden. Vor allem fällt hier aber eine überdimensionale Wetterfahne all denen auf, die ihrem Blick nicht nur am Boden haben. Sie zeigt dem Betrachter genau an, aus welcher Richtung der Wind gerade weht. Das kann für die Arbeit in den Etagen und Büros darunter ganz wichtig sein.

    Auch an der Klosterkirche St. Michael sollte der Wanderer den Blick auch nach oben richten. Den kleinen Kirchturm schließt ein Doppelkreuz ab. Eine besondere Zierde ist ein kupferfarbiger Aufsatz mit einem fünfstrahligen Stern an einem Giebel. Eine Besonderheit weist die Pfarrkirche Sankt Maria Magdalena auf. An der Spitze des hohen Kirchturms wurde nicht etwa, wie er zu erwarten wäre, ein Kreuz angebracht, sondern ein Hahn. Der ist allerdings als Wetterfahne aus Stahl oder Kupfer auf Kirchtürmen gar nicht so selten, wie ein Blick ins Internet verrät. Auf dem niedrigeren Süd-Turm ragt dann das erwartete Kreuz in den Himmel. Ein Foto aufgenommen aus 150 Meter Entfernung, zeigt deutlich, dass das Zifferblatt der Kirchturmuhr neue Farbe vertragen könnte.

    Die Fotoexkursion durch Münnerstadt mit der Tele-Kanone ließe sich schier endlich fortsetzen. Motive in mehr oder minder großer Höhe über Gehweg- und Straßenniveau gibt es genug. Ansprechende und auch andere.

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    Dieter Britz

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