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    Bad Kissingen

    Mit Ehrgeiz und Kreativität

    Die fränkische Weinkönigin Klara Zehnder gratuliert den beiden Siegerinnen Marlene Knopp (links, Dorint-Hotel Bad Brückenau) und Ramona Schum (rechts, Heiligenfeld-Kliniken Bad Kissingen).  Foto: Andreas Gamperl
    Die fränkische Weinkönigin Klara Zehnder gratuliert den beiden Siegerinnen Marlene Knopp (links, Dorint-Hotel Bad Brückenau) und Ramona Schum (rechts, Heiligenfeld-Kliniken Bad Kissingen). Foto: Andreas Gamperl

    Zum achten Mal kämpften auch in diesem Jahr wieder acht Köche und sechs Hotel- und Restaurantfachleute aus vier unterfränkischen Landkreisen bei der Bad Kissinger Stadtmeisterschaft zwei Tage lang um Platz und Sieg. Für eine Überraschung sorgte am Dienstag Marlene Knopp, Koch-Auszubildende im Dorint-Hotel in Bad Brückenau: Erst morgens als Ersatz eingesprungen, bekam sie am Nachmittag den Siegerpokal in ihrer Sparte überreicht. Sieger bei den Hofa/Refa-Azubis wurde Ramona Schum von den Heiligenfeld-Kliniken in Bad Kissingen .

    Um auf den Spuren des Entdeckers Vasco da Gama zu reisen, muss man nicht erst von Portugal aus nach Indien reisen. Da genügte schon die Teilnahme an der diesjährigen Bad Kissinger Stadtmeisterschaft, die seit 2011 alljährlich gemeinsam vom Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband, dem Verein Bad Kissinger Köche und dem Fachbereich Gastronomie der staatlichen Berufsschule Bad Kissingen ausgetragen wird. Denn dies war heuer die Aufgabenstellung sowohl an die sechs Hofa/Refa-Auszubis des zweiten und dritten Ausbildungsjahrgangs als auch an die angehenden Köche .

    Zum Thema passend mussten die Hotelfachleute für das fiktive Vier-Sterne-Hotel "Rhön-Resort & Spa" einen dreitägigen Hotelaufenthalt mit Ausflugsprogramm planen und zur nötigen Bewerbung einen Flyer gestalten. Für das von ihren Kollegen in der Küche zu komponierende Vier-Gang-Menü waren im Restaurant die Tische für die Gäste einzudecken und zu dekorieren. Zum Menü war eine Weinauswahl zu treffen und ein Fantasy-Cocktail nach eigener Rezeptur zu mixen.

    Kritische Gäste

    Das wohl Nervenaufreibendste für die sechs Hofa/Refa-Azubis dürfte am Dienstag der Tisch-Service für die geladenen Ehrengäste gewesen sein - ausnahmslos erfahrene Gastronomen aus dem jeweils eigenen und aus anderen Ausbildungsbetrieben.

    Zwar ohne Beobachtung durch kritische Gäste, aber nicht weniger stressig, ging es in der Berufsschulküche zu. Aus einem von den Prüfern vorgegebenen Warenkorb sowie einer breiten Auswahl weiterer Zutaten hatte jeder Koch-Azubi zuvor sein ganz persönliches Menü entworfen, das es nun binnen kurzer Zeit zuzubereiten galt. Aus Rotzunge und Lachs sollte es eine Vorspeise geben, in die indisch anmutende Suppe kamen nicht nur Curry, sondern vor allem Hokkaido-Kürbis und Garnelen.

    Auch Dekoration entscheidet

    Für den Hauptgang standen jedem jungen Koch Schulter- und Rückenstücke vom Lamm zur Verfügung, und als Dessert war eine Komposition aus Kaffebohnen, Sahne, Ei, Orange und Blätterteig mit Anis, Zimt und Nelke gefordert. Bewertet wurden abschließend die Zubereitungstechnik, die Materialverwendung, der Geschmack des Gerichts sowie die Art der Anrichtung und das Erscheinungsbild des gefüllten Tellers.

    Ähnlich wie der Entdecker Vasco da Gama auf der Suche nach dem Seeweg ins Gewürzland Indien hätten auch die Meisterschaftsteilnehmer "ihre Komfortzone verlassen und sich auf den Weg zu unbekannten Ufern gemacht", nahm Studiendirektorin Ursula Delißen, Fachbereichsleiterin Gastronomie an der Berufsschule, das Thema der diesjährigen Stadtmeisterschaft in ihrer Begrüßung auf.

    Die Auszubildenden hätten ein Wagnis auf sich genommen, aber mit ihrem Mut besonderes Engagement gezeigt. Auch Heinz Stempfle, Kreis- und Bezirksvorsitzender des bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes lobte den Ehrgeiz der Teilnehmer. Sie hätten allein schon mit ihrer Teilnahme an der Meisterschaft ihre überdurchschnittliche Einsatzfreude für die Gastronomie, der immer mehr die Fachkräfte ausgehen, unter Beweis gestellt. "Nach bestandener Abschlussprüfung steht Ihnen die Welt offen", erklärte er.

    Sigismund von Dobschütz

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