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    Burkardroth

    Mittelschule für Zukunft gerüstet

    Die Sanierung ist abgeschlossen, und nun sollte gefeiert werden - aber die geplante Einweihung Ende April ist wegen der Corona-Krise abgesagt worden.
    Die Generalsanierung der Mittelschule ist abgeschlossen. Jetzt warten Schulleiterin Heidrun von Schoen und Bürgermeister Waldemar Bug auf die Schüler.  Foto: Sigismund von Dobschütz/Archiv       -  Die Generalsanierung der Mittelschule ist abgeschlossen. Jetzt warten Schulleiterin Heidrun von Schoen und Bürgermeister Waldemar Bug auf die Schüler.  Foto: Sigismund von Dobschütz/Archiv
    Die Generalsanierung der Mittelschule ist abgeschlossen. Jetzt warten Schulleiterin Heidrun von Schoen und Bürgermeister Waldemar Bug auf die Schüler. Foto: Sigismund von Dobschütz/Archiv

    Nach vierjähriger Bauzeit ist die fünf Millionen Euro teure Generalsanierung der Mittelschule Burkardroth endlich abgeschlossen. "Unser Schulhaus ist jetzt ein moderner, digital und technisch gut ausgestatteter Lernort für die nächsten Jahrzehnte", stellt Bürgermeister Waldemar Bug (ödp) zufrieden fest. Für den Markt Burkardroth und seine Einwohner wäre die Fertigstellung also ein willkommener Grund zum Feiern. Doch die für den 29. April geplante Einweihungsfeier musste wegen der Corona-Pandemie auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben werden.

    Eigentlich sollte die Einweihungsfeier direkt vor dem Amtswechsel für Waldemar Bug der krönende Abschluss seiner zwölfjährigen Amtszeit und zugleich seine Abschiedsfeier sein. Daraus wird nun nichts. Stattdessen wird irgendwann sein Nachfolger Daniel Wehner (CSU/WG Gefäll) die Festgäste begrüßen, unter ihnen Waldemar Bug als Ehrengast. Doch der Noch-Bürgermeister nimmt es gelassen: "Mich freut es, dass das Gebäude in seiner jetzigen Ausstattung den modernsten schulischen Anforderungen entspricht."

    Statt der anfangs geschätzten drei Millionen Euro kostet die Gesamtmaßnahme der Marktgemeinde inzwischen knapp fünf Millionen, von denen etwa die Hälfte der Freistaat Bayern übernimmt. Gründe für die Verteuerung sind nicht nur die in letzter Zeit gestiegenen Baukosten, sondern auch zusätzliche Leistungen, die sich im Lauf der Baumaßnahme als notwendig herausstellten. Wichtigster Grund für die Generalsanierung war die allein eine Million teure Erneuerung der noch aus den 1960er Jahren stammenden Elektrik. Auch war die energetische Sanierung längst überfällig wie auch die Anpassung des Brandschutzes an die heute geltenden Vorschriften.

    Schulleitung und Gemeindeverwaltung nutzten die Gelegenheit des Umbaus zur Optimierung der Gebäudenutzung und für die räumliche Neuverteilung von Mittelschule (5. bis 9. Klasse), Offener Ganztagsschule und dem im Untergeschoss neu eingerichteten Hort für die Grundschüler. Die WC-Anlage wurde aus dem Mitteltrakt entfernt, der jetzt als Aula genutzt werden kann. Der neu gestaltete Vorhof vor dem Haupteingang, der für Pausenaufenthalt oder Unterricht im Freien genutzt werden kann, wurde um 50 Zentimeter auf das Bodenniveau der Schule angehoben, so dass die bisherigen Treppen abgebaut werden konnten. Bug: "Barrierefreiheit ist nicht nur in Zeiten der Inklusion wichtig, sondern Voraussetzung für staatliche Zuschüsse."

    Die Schulverwaltung und Lehrer haben neue Räume im Erdgeschoss bekommen und haben nun auch kürzere Wege und besseren Einblick auf den Haupteingang und das Geschehen auf dem Vorhof. Auch Hausmeister Daniel Metz, der während der langen Baumaßnahme im Keller einquartiert war, konnte ins Erdgeschoss, sozusagen "wieder ans Tageslicht geholt werden", freut sich Schulleiterin Heidrun von Schoen. "Ich bin sehr, sehr froh über das Ende der Bauzeit." Immerhin wurde die Schule vier Jahre lang bei laufendem Lehrbetrieb umgebaut. Von Schoen ist nicht nur ihren Kollegen dankbar, "die alles mitgemacht und alles ertragen, nur sehr selten geschimpft haben", sondern auch ihren über 100 Schülerinnen und Schülern. "Dafür haben wir jetzt eine helle, freundliche und technisch sanierte Schule, die in Planung und Gestaltung ihrer Zeit voraus ist", freut sich die Schulleiterin. Alle Räume sind technisch soweit ausgerüstet, dass sie bedarfsgerecht genutzt werden können.

    Auch Architektin Cornelia Geßner ist sehr zufrieden mit dem unfallfreien Verlauf und dem fristgerechten Ende der gewaltigen Baumaßnahme, die zum Glück nicht mehr durch die Corona-Folgen betroffen waren, da zuletzt ohnehin nur noch wenige Handwerker auf der Baustelle gleichzeitig arbeiteten. Geßner lobt vor allem die hervorragende Zusammenarbeit mit der Schulleitung und bedankt sich beim Lehrerkollegium: "Alle haben die Beeinträchtigungen mit Demut ertragen."

    Eigentlich sollte nun der Schulbetrieb in der fast wieder neuen Mittelschule nach den Osterferien richtig losgehen. Aber noch vermag niemand der Schulleiterin zu sagen, wann es damit endlich weitergehen wird.

    "Nichts ist schlimmer als eine Schule ohne Schüler", klingt Heidrun von Schoen am Telefon etwas betrübt und denkt an die vergangenen Jahre: "Da ist ja fast Unterricht mit Baulärm schöner - gemeinsam mit Schülern."

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    Sigismund von Dobschütz

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