• aktualisiert:

    Bad Kissingen

    Modern und traditionsbewusst

    Das Jugendmusikkorps der Stadt Bad Kissingen beeindruckte das Publikum.  Fotos: Peter Klopf
    Das Jugendmusikkorps der Stadt Bad Kissingen beeindruckte das Publikum. Fotos: Peter Klopf

    Irgendwie meinen die Bayern, dass die großen Komponisten bekannter Militärmärsche südlich des Weißwurstäquators herkommen. Jedenfalls kann man dies immer wieder hören, wenn man Blasmusikkonzerte in Ober- und Niederbayern besucht. Georg Fürst (1870-1936) schrieb den "Badonviller-Marsch", aber auch 1935 den "FC-Bayern-Marsch" und wurde in Feuchtwangen geboren. Adolf Scherzer (1815-1864) kam in Neustadt an der Aisch zur Welt. Seine berühmteste Komposition ist der "Bayerische Defiliermarsch". Einer der noch heute bekanntesten Marschkomponisten ist der in Gochsheim bei Schweinfurt geborene Stabstrompeter Georg Seifert (1819-1876). Sein "König-Ludwig-II.-Marsch" ist noch heute im Repertoire der Militärkapellen der Bundeswehr zu finden.

    Schwungvolle Eröffnung

    Modern und traditionsverbunden präsentierte sich auch das Jugendmusikkorps der Stadt Bad Kissingen bei seinem Konzert in der Bad Kissinger Wandelhalle. Mit dem "Bayerischen Defiliermarsch", dem "König-Ludwig-II.-Marsch" und dem "Josias-Coburg-Marsch" von Johann Michael Haydn wurde der traditionellen Marschmusik gehuldigt. Moderne Blasmusik lag mit "Eye of the Falcon" - das Auge des Falken - von Ed Huckeby auf den Notenpulten. Huckeby schuf eine kreative Komposition und bot dabei eine faszinierende Vereinigung aus dramatischen Harmonien und synkopierten Melodielinien. Eindrucksvoll und anschaulich, aber auch einzigartig ist dieses Werk. Von einer schwungvollen Eröffnung, lebhaften melodischen und langsamen lyrischen Abschnitten bis zum mächtigen Abschluss ist dieses Werk einzigartig. Mit einer kleinen Besetzung von nur 40 jungen Musikern eine reife Leistung, so eine anspruchsvolle Musik zu interpretieren. Doch Bad Kissingens musikalischer Nachwuchs beeindruckt immer wieder.

    Stadtmusikdirektor Bernd Hammer und seiner Crew gelingt es immer wieder, die Herzen der Zuhörer zu erobern. Fehlt der Bass, sind die Posaunen mehr gefordert. Spielfreudig, diszipliniert, konzentriert und engagiert, so kann man die jungen Musiker beschreiben. Es ist eine wahre Wonne, ihnen zuzuhören, aber auch zuzusehen, wie sie rastlos - ohne in Hektik zu verfallen - jede noch so anspruchsvolle Konzertliteratur meistern.

    Auch solistisch sind die jungen Musiker immer "up to date". So auch der Schlagzeuger Jascha Heilmann. Von Hammer als "Meister aller Klassen" betitelt, kam sicher dem einen oder anderen Zuhörer ein Lächeln über die Lippen. Doch als er das berühmte Xylophon-Solo "Erinnerung an Zirkus Renz" begann, war man begeistert. Als am Ende des Stückes Hammer vorschlug, man könne das Stück auch noch mal mit doppelter Geschwindigkeit spielen, kamen einem große Zweifel. Doch der junge Musiker schaffte es auch bei dieser rasanten Geschwindigkeit, fehlerfrei zu spielen. Einzigartig glitten die Schläger über die schmalen Stäbe des Xylophons. Mit riesigem Applaus dankte das Publikum für diese einzigartige Leistung. Auch die Leistungen des gesamten Orchesters wurden zu Recht am Ende des Konzertes mit stehenden Ovationen gefeiert. Den Musikern gelang durch ihre konzertante, moderne, aber auch bodenständige Musik, ein Spagat, die vielseitigen Musikinteressen der Zuhörer zu treffen. Hut ab kann man nur sagen. Stehende Ovationen und riesiger Applaus waren überaus verdient.

    Peter Klopf

    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!