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    Motten

    Motten hat "einen sehr ordentlichen Haushalt aufgestellt"

    2010 war die Grundschule in Motten frisch saniert, nun stehen auf Grund der offenen Ganztagsgrundschule, die im nächsten Schuljahr startet, neue Investitionen an. Foto: Stephanie Elm
    2010 war die Grundschule in Motten frisch saniert, nun stehen auf Grund der offenen Ganztagsgrundschule, die im nächsten Schuljahr startet, neue Investitionen an. Foto: Stephanie Elm
    Wie gewohnt, hat Kämmerer Steffen Schneider dem Gemeinderat "einen sehr ordentlichen Haushalt aufgestellt", lobte Bürgermeister Jochen Vogel (CSU) in der Gemeinderatsitzung. Nach der zeitlich rekordverdächtigen Darstellung gab es auch keine Rückfragen aus dem Gemeinderat.

    Im Bereich des Verwaltungshaushalts stehen die Personalkosten mit 525.000 Euro im obersten Ausgabenbereich. Diese steigen in den letzten Jahren stetig. Die Kreisumlage werde voraussichtlich 741.000 Euro betragen. Sie ist auch abhängig von den Schlüsselzuweisungen. Diese fallen auf Grund der bayernweit guten wirtschaftlichen Lage nicht so gering aus, wie befürchtet. Für dieses Jahr könne man von Einnahmen in Höhe von 402.000 Euro ausgehen. Die Entwicklung der Einkommenssteuerbeteiligung setzte ihren positiven Trend fort (838.000 Euro). Ein schwankender Wert stellt die Gewerbesteuer dar. Mit 500.000 Euro wurde der Ansatz bei der Gewerbesteuer angegeben. Schneider betonte, dass diese Summe der Gemeinde nicht zu 100 Prozent zugutekomme. Eine Umlage an Land und Bund reduziere diese Summe um voraussichtliche 110.000 Euro.


    Neue Posten Mittagsbetreuung

    Die Mittagsbetreuung der Grundschüler ist als neuer Posten im Mottener Haushalt zu finden. Ab September wird es eine offene Ganztagsgrundschule geben, hierfür werden Gelder im Haushalt bereitgestellt. So erhöhen sich die Unterhaltskosten für das Schulgebäude, die Reinigungskosten sowie die Kosten für die Belegung der Turnhalle. Die Mehrkosten liegen circa 4.000 Euro über den bisherigen Ausgaben. Hinzu kommen knapp 4.500 Euro für den gemeindlichen Anteil und neue Materialien für die Mittagsbetreuung. Auf der Einnahmenseite fällt dagegen der Posten "Gastschulbeiträge" in Höhe von 3.000 Euro komplett weg, da für dieses Schuljahr keine Kinder von Asylbewerbern gemeldet sind.


    Mehr als verdoppelt haben sich die EDV-Kosten. Die Umstellung des Rechenzentrumsbetriebs, Supportkosten und Softwarepflege erhöhten den Posten von 14.000 Euro auf 33.600 Euro.
    Die Straßen der Gemeinde waren nicht zuletzt durch die nun endgültig abgerechnete Ortsdurchfahrt Motten Thema. Auch hier sind die Posten für den Unterhalt von Straßen, Wegen, Verkehrsschildern und Brücken deutlich erhöht, doch "zahlt es sich aus, die Straßen immer neu anzupacken", erklärte Steffen Schneider.


    Ein großes Thema ist die Wasserversorgung in Motten. Einerseits werden durch die Erhöhung der Gebühren 128.000 Euro (statt 97.300 Euro in 2017) erwartet, doch waren die Investitionen für das klare Nass ebenfalls deutlich erhöht. Unterhaltskosten für betriebstechnische und Wasserversorgungsanlagen (20.000 Euro statt 7.000 Euro in 2017), Sachverständigenkosten (8.000 Euro) und durch den Betrieb der UF-Anlage ein gestiegener Stromverbrauch (23.700 Euro statt 10.100 Euro in 2017) relativieren diese Einnahmen. Dennoch können dem Vermögenshaushalt 152.000 Euro zugeführt werden.

    Hier schlagen vor allem die Kanalerneuerung im Zuge des Ausbaus der Ortsdurchfahrt in Motten und der Um- und Ausbau der Wirtschaftswege zu Buche. Für Architekten- und Ingenieursleistungen sind 11.000 Euro bereit gestellt, doch ist die tatsächliche Umsetzung im Bereich des Kirchumfelds "derzeit fraglich". Dennoch wurden Finanzplanwerte in Höhe von insgesamt 762.000 Euro für die Sanierung des Josefsheims, die Kirchentreppen und die Gestaltung des Kirchumfelds für 2019 angegeben. Zwar gibt es noch keinen Beschluss für oder gegen einen Kindergartenneubau in Motten, doch stehen für Architektenleistungen bereits 50.000 Euro bereit.

    Keine Fragen und keine Einwände hatte der Gemeinderat zum Haushalt, er wurde einstimmig beschlossen.


    Jeder Hausbesitzer soll seine eigenen Geschichten aufschreiben

    Motten hat nicht nur einen sauber aufgestellten Haushalt, seit circa einem Monat liegt auch das Häuser- und Familienbuch von Matthias Elm vor. Der Autor gab Einblicke in sein Werk, in dem alle älteren Häuser, die bis in die 1950er Jahre erbaut worden sind, behandelt wurden. Weitere interessante Punkt wie die Zollstation, die Flößerei und was es in Motten mit der Nepumuk-Statue auf sich hat sowie Hintergründe zum Grafenbau wurden vorgestellt. Elm rief auf, dass jeder Hausbesitzer seine eigenen Geschichten aufschreiben solle, stelle das Häuser- und Familienbuch doch "nur eine Ansammlung von Daten" dar. Er finde es "wichtig, zu gegebener Zeit eine umfassende Chronik über Motten zu erstellen, denn es sind noch einige Punkte ungeklärt". Bürgermeister Jochen Vogel freute sich "dass aus einer Idee so ein Buch geworden ist, das zeitlich sehr weit zurückgeht".


    Haushalt in Zahlen

    2018 stehen im Verwaltungshaushalt 2.971.250 Euro, der Vermögenshaushalt wird mit 2.599.750 Euro angegeben. Auch in diesem Jahr bleibt der Hebesatz unverändert bei 300 v.H, ebenso Grundsteuer A und B. Investitionen in Höhe von 974.000 Euro sind einkalkuliert. Diese können laut Kämmerer Schneider "schnell wieder aufgebaut" werden. Bereits für 2020 werden Rücklagen in Höhe von knapp 764.000 Euro erwartet.

    Der Schuldenstand verringert sich kontinuierlich. 2018 beträgt der Schuldenstand etwas über 202.000 Euro (2017: 234.000 Euro), die Pro-Kopf-Verschuldung sinkt dementsprechend von 133,57 Euro auf 115,07 Euro.Die Bevölkerung schrumpft. Nach einer kurzen Erhöhung 2016, die durch die Flüchtlinge bedingt war, geht die Kurve wieder beständig nach unten, ab einem Alter von 51 Jahren jedoch deutlich nach oben.

    Kennzahlen des Haushalts 2018 stehen im Verwaltungshaushalt 2 971 250 Euro, der Vermögenshaushalt wird mit 2 599 750 Euro angegeben. Investitionen in Höhe von 974 000 Euro sind einkalkuliert. Für 2020 werden Rücklagen in Höhe von knapp 764 000 Euro erwartet.

    Schulden 2018 beträgt der Schuldenstand etwas über 202 000 Euro (im Jahr 2017: 234 000 Euro), die Pro-Kopf-Verschuldung sinkt von 133,57 Euro auf 115,07 Euro.

    Einwohner Die Bevölkerungszahl in der Gemeinde schrumpft. Nach einer Erhöhung im Jahr 2016, bedingt durch die Flüchtlinge, geht die Kurve beständig nach unten. blm

    Stephanie Elm

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