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    Motten

    Motten lässt sich Wasser und Brücken etwas kosten

    Die Auersbergbrücke ist nun nach der Traglasterhöhung wieder befahrbar.  Foto: Stephanie Elm
    Die Auersbergbrücke ist nun nach der Traglasterhöhung wieder befahrbar. Foto: Stephanie Elm

    Bürgermeister Jochen Vogel ( CSU ) gab in der jüngsten Gemeinderatsitzung bekannt, dass die Auersbergbrücke in Kothen nun wieder befahrbar ist. Die "gute Substanz" der Brücke sorgte für eine Kostenminderung, konnte Alfred Ditzel vom gleichnamigen Ingenieurbüro mitteilen. Auch musste auf der Fahrbahn nicht so viel Aufbau wie geplant aufgetragen werden. Ein Handlauf werde noch auf das Geländer angebracht, damit die geforderte Mindesthöhe von 1,10 Meter erreicht ist. Ein "Brückenbuch" will Ditzel erstellen, in dem eine Übersicht aller Brücken der Gemeinde "für nachfolgende Generationen" festgehalten ist.

    Ditzel räumte mit "Kuriositäten" auf. Im Zuge der Sanierungsarbeiten hätten Bürger an ihn herangetragen, den Fußgängersteg mit einem Netz zu sichern, damit Kinder nicht zu Schaden kommen. Seine Ablehnung habe er damit begründet, dass gerade durch das Netz die Unfallgefahr erhöht werde. Mehrere Bürger hatten sich daraufhin an Bürgermeister Vogel gewandt, der sich "darum kümmern" wollte. Ditzel stellte klar, dass er mit der Planung und Durchführung der Sanierung beauftragt worden war und somit die Haftung übernehme. Sollten Punkte entgegen seiner Expertise durchgeführt werden, hafte die Gemeinde, gegebenenfalls sogar eine Einzelperson.

    "Trinkwasser ist Lebensmittel Nummer eins", sagt Bauingenieur Sven Müller von Baurconsult. Demzufolge investiert die Gemeinde in das kostbare Nass. Nach der Sanierung der Quellen und des Hochbehälters soll im Wasserwerk eine stationäre Ultrafiltrations (UF)-Anlage die derzeitige provisorische UF-Anlage ersetzen.

    90 000 Kubikmeter Wasser müssen den Mottener Bürgern pro Jahr zur Verfügung gestellt werden, pro Tag sind das 250 Kubikmeter, am heißesten Tag auch mal 450 Kubikmeter. Die neue UF-Anlage sei für eine Versorgung von 23 Kubikmeter pro Stunde ausgelegt, so Sven Müller. Seine grobe Kostenschätzung zeigt eine Gesamtsumme von 515 000 Euro (alle Preise Netto) an. Zusätzlich zur UF-Anlage mit Pumpen und Installation (110 000 Euro) kommen Trennwände im Saugbehälter und im Filterbecken, PE-Behälter für Roh- und Spülwasser, Auskleidung mit PE-Platten, Dosieranlagen sowie Be- und Entlüftung. Außerdem fallen circa 50 000 Euro für die Elektroinstallation , circa 70 000 Euro für die Steuerungstechnik und 135 000 Euro als "Nebenkosten" an. Dies seien Architektenhonorare, erklärte Müller auf Nachfrage aus dem Gemeinderat, die sich noch an der alten Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) orientieren. Damit der Betrieb auch während der drei-bis viermonatigen Umbauphase weiterläuft, wird die Filterspülung mit einer provisorischen Spülleitung gewährleistet. Momentan muss der Wasserwart die Filterspülung "händisch" ausführen, die chemische Reinigung wird von einer Fremdfirma übernommen.

    Gemeinderat Tobias Herbert (WG Motten ) hatte den Eindruck, dass die von Sven Müller aufgezeigten Maßnahmen eher einem "Komplettumbau" gleichkämen. Müller gab zu, dass die geplanten Trennwände nicht direkt in Verbindung mit der UF-Anlage stünden. Doch seien sie in Absprache mit dem Gesundheitsamt nötig, um auf dem aktuellen Stand der Technik zu sein. Für die nächsten 30 Jahre sei die Gemeinde dann gerüstet, bestätigte der Bauingenieur. Zunächst möchte der Bürgermeister prüfen, welche finanziellen Zuwendungen durch das Land Bayern möglich sind.

    Die Gemeinde erlässt eine Resolution gegen die Wechselstromleitung P43, kündigte Bürgermeister Vogel an, alle Gemeinderäte sprachen sich dafür aus. Im Frühstadium sei es wichtig, zu prüfen, nachzuhaken und zu hinterfragen. Ob P43 überhaupt nötig sei, müsse zunächst geprüft werden. Zwar entscheide letzten Endes die Bundesnetzagentur , doch: "Der Neubau einer Leitung in neuer Trasse kann als Ergebnis einer gerechten Interessenabwägung und aus Gründen der Verhältnismäßigkeit nur das letzte Mittel sein. Zuvor ist auf transparente Weise nachzuweisen, dass sämtliche anderen Möglichkeiten ausscheiden", heißt es ein der Resolution, mit der sich die Gemeinde Motten dem Landkreis anschließt. In den Rathäusern liegen zudem Unterschriftenlisten aus. Vogel befürwortete es, dass sich Bürger per Unterschrift einbringen können.

    Gegen den einzigen Bauantrag gab es keine Einwände. Der Speicherzer Bauherr darf seine landwirtschaftliche Halle erweitern und als Lagerhalle und Büro nutzen.

    INFO:

    Die Traglasterhöhung der Auersbergbrücke verursacht für dieses Jahr Kosten in Höhe von 126 000 Euro zuzüglich Ingenieurs- und Architektenleistungen in Höhe von mehr als 10 000 Euro. Dies gab Kämmerer Steffen Schneider mit dem Haushaltsentwurf bekannt.

    Laut diesem belaufen sich die Sanierungskosten für den Hochbehälter auf 378 000 Euro und für das Wasserwerk mit 250 000 Euro. Die Gesamtkosten werden auf 2019 (258 000 Euro) und 2020 (370 000 Euro) aufgeteilt.

    Stephanie Elm

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