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    Münnerstadt

    Münnerstadt als "Bildungshochburg"

    Die Krone für das Richtfest wird vorbereitet, das am Freitag rund ein Jahr nach dem Spatenstich stattfand. Thomas Malz
    Die Krone für das Richtfest wird vorbereitet, das am Freitag rund ein Jahr nach dem Spatenstich stattfand. Thomas Malz

    "Der Tag des Richtfestes ist der Tag der der Handwerker", sagte Landrat Thomas Bold ( CSU ) am Freitag beim Richtfest für das neue Berufsbildungszentrum in Münnerstadt . Doch bevor Anton Schick den Richtspruch aufsagte, alle Beteiligten hochleben ließ und das obligatorische Weinglas zerschmetterte, nutzten die Verantwortlichen und Gastredner die Gelegenheit, den Neubau zu würdigen. Ein Neubau, der mit einem Kostenvolumen von rund 30 Millionen Euro die größte Schulbaumaßnahme des Landkreises darstellt, wie der Landrat sagte.

    Er nannte auch den Grund, warum der Landkreis in Kooperation mit der Caritas Schulen gGmbH so viel Geld investiert. "Es geht ja um soziale Berufe ." Es gehe darum, dass hier ein Berufsfeld ausgebildet wird, bei dem der Bedarf hoch sei. "Diesen Bedarf zu decken ist unser Ziel, wir sehen das als gemeinsame Verpflichtung." Er dankte dem Kreistag, BBZ-Schulleiter Georg Gißler und seinem Vorgänger Harry Koch, dass sie das mittragen. "Es ist schön wenn man eine neue Schule auf der grünen Wiese bauen kann und der Schulbetrieb ungestört weiter laufen kann", sagte Thomas Bold . "Das ist für alle das Optimale."

    Ein Richtfest sei ein Meilenstein, meinte Rudolf Hoffmann, Geschäftsführer der Caritas Schulen gGmbH. "Wir bauen hier für soziale Berufe ." Vor 15, 20 Jahren wären sie dafür noch belächelt worden. Doch das habe sich geändert. "Es ist eine Investition in die Zukunft, die sich auf alle Fälle lohnt." Die Caritas verstehe kirchliches Engagement so, vor Ort Möglichkeiten zu schaffen, solche sozialen Berufe zu erlernen. Er hoffe, dass die Schule in gut einem Jahr fertig ist, dass die Arbeiten im Kostenrahmen und weiterhin unfallfrei bleiben, so Rudolf Hoffmann.

    Sie freue sich, in der "Bildungshochburg Münnerstadt zu sein", sagte die Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär ( CSU ). Es werde immer schwieriger, Großprojekte auf den Weg zu bringen, um so mehr freue sie sich, dass es gerade in ihrem Wahlkreis geschieht. "Alles, was mit Bildung zu tun hat, ist jeden Euro wert", betonte sie. Dorothee Bär dankte auch der Caritas für das Engagement. Sie wisse die Arbeit zu schätze, weil sie selbst einen Pflegefall in ihren vier Wänden habe. Dorothee Bär ging auch auf die Digitalisierung ein, die auch bei der Pflege helfen könne. Doch in einigen Medien sorge das Wort "Pflegeroboter" regelmäßig für Panik . Unbegründet, wie sie findet. "Digitalisierung ist Segen, nicht Fluch."

    Landtagsabgeordneter Sandro Kirchner ( CSU ) ging auf die drei Banner ein, die anlässlich des Richtfestes aufgehängt wurden: "Standort, besser", "Arbeiten, besser" und "Leben, besser". Der Landkreis liege zwar weit weg von München, aber mitten in Europa und Deutschland. Hier biete sich jungen Menschen, die sich engagieren wollen, die Möglichkeit, eine Ausbildung zu bekommen. Die Kooperation zwischen dem Landkreis und Caritas Schulen gGmbH , zeige die Möglichkeiten, die sich ergeben, wenn Staat und Kirche zusammenarbeiten.

    Die zuvor von Dorothee Bär genannte Bezeichnung "Bildungshochburg" sei ihm "runtergegangen wie Öl", sagte Münnerstadts Bürgermeister Helmut Blank . Die Kommune bezeichne sich selbst als Schulstadt. Stellvertretend für die Augustiner, dankte der Bürgermeister Pater Wilfried Balling. Den Augustinern hatten die Flächen gehört, auf denen das neue BBZ entsteht. Es sei der Wunsch aller gewesen, dass das BBZ möglichst nah an der Altstadt gebaut wird.

    "Ich habe die Ehre und die Aufgabe eine große Schule zu bauen", sagte Architekt Professor Gunther Benkert. "Und das an einem so schönen Ort, im Garten des Studienseminars St. Josef." Diese Erde sei schon vor 7000 Jahren besiedelt worden. Er ging kurz auf die Struktur der Schule mit ihren fünf Cluster ein. "Eine digitale Schule werden wir bekommen", meinte er und nannte als Beispiel die digitalen Tafeln. "Aber die Welt ist immer noch analog." Er warnte vor zu viel Gebrauch digitaler Medien, an die gefühlt eine ganze Generation verloren gehe. "Die Welt ist zum Verbessern da, nicht zum Ertragen", zitierte Gunther Benkert.

    Beim Richtspruch ließ Anton Schick alle Beteiligten am Bau hochleben. Für die musikalische Umrahmung des Richtfest sorgten der Chor des Berufsbildungszentrums und die Percussion-Gruppe.

    Thomas Malz

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