• aktualisiert:

    Münnerstadt

    Münnerstadt: Eghalanda Musikanten bald auf CD

    Manfred Heiß (rechts) hat den Konzertraum der Städtischen Musikschule in ein professionelles Tonstudio verwandelt. Drei Tage lang haben die "Eghalanda" Musikanten dort ihre erste CD aufgenommen. Thomas Malz
    Manfred Heiß (rechts) hat den Konzertraum der Städtischen Musikschule in ein professionelles Tonstudio verwandelt. Drei Tage lang haben die "Eghalanda" Musikanten dort ihre erste CD aufgenommen. Thomas Malz

    Es ist ein Wiedersehen. In den Räumen der Städtischen Musikschule Münnerstadt in der Zehntscheune haben viele der Blaskapellenmitglieder ihre ersten musikalischen Gehversuche unternommen. Inzwischen sind rund die Hälfte von ihnen Berufsmusiker, die anderen hochkarätige Hobbymusiker, die alle eins gemeinsam haben: Die Liebe zur Musik von Ernst Mosch und seine Original Egerländer Musikanten. Im großen Raum der Musikschule, dort wo die Ensembles und Orchester proben, nahmen die Eghalanda Musikanten nun ihre erste CD auf. Möglich geworden ist dies, weil Manfred Heiß aus Türkheim im Unterallgäu nicht nur Dirigent des Münnerstädter Blasorchesters ist, sondern auch ein eigenes Tonstudio hat. Das brachte er nach Münnerstadt mit und verwandelte drei Tage lang den Orchesterraum der Städtischen Musikschule in ein professionelles Aufnahmestudio.

    Vor rund zweieinhalb Jahren hatten die "Vollblutfans" Christa und Marco Straub, Thomas Reuß und Günther Sollner zusammen mit rund 20 weiteren Musikern die "Eghalanda Musikanten" gegründet, im November 2016 gab es das erste viel beachtete Konzert in Bad Königshofen. "Inzwischen waren es etwa zehn Konzerte in der Region, aber auch in Blumberg im Schwarzwald und in Hofe haben wir gespielt", sagt Thomas Reuß, der ja auch Leiter der Städtischen Musikschule Münnerstadt ist. In der organisatorischen Leitung arbeitet inzwischen auch André Degand mit. Und Manfred Heiß hat den Dirigentenstab übernommen.

    Christa Straub hat den Allgäuer bei einem Konzert einer anderen Blaskapelle kennengelernt. Da hat er sich wie so oft um die Tontechnik gekümmert. Schnell war er engagiert. "Zwei Jahre habe ich als Tontechniker gearbeitet, dann kam die Beförderung zum Dirigenten ", scherzt Manfred Heiß. Für ihn kein Problem, schließlich hat er ein Orchesterstudium absolviert und leitet in Türkheim ein Orchester .

    "Der Wunsch nach professionellen Aufnahmen kam von vielen Seiten, von den Zuschauern, aber auch vom Rundfunk", sagt Thomas Reuß auf die Frage, woher denn nun die Idee kam, eine CD aufzunehmen. Aber das sei nicht so einfach und vor allem auch mit hohen Kosten verbunden. Normalererweise kostet so etwas 6500 bis 9000 Euro, schätzt Manfred Heiß. "Aber mir gehört ja das ganze Zeug." Also hat er seine Tontechnik und die Akustik-Stellwände in den Transporter gepackt und ist nach Münnerstadt gefahren. Nach dem Aufbau am Abend standen volle frei Tage für die Aufnahmen zur Verfügung, jeweils von 9 bis 17 Uhr. Bis ein Lied tatsächlich perfekt aufgenommen ist dauert es etwa zweieinhalb bis drei Stunden, sagt Manfred Heiß. 16 Stücke von Ernst Mosch sollen eingespielt werden, darunter ein Eigenarrangement. "Das wird ein gutes Produkt", ist Manfred Heiß angesichts der Musiker überzeugt. "Denn die beste Tonanlage nützt nichts, wenn die Musiker nicht gut spielen." In Tontechniker-Kreisen gibt es da einen speziellen Spruch: "Wir haben eine Tonanlage und keine Kläranlage."

    "Es sind viele ehemalige Schüler dabei, aber auch Lehrer der Musikschule", sagt Thomas Reuß. Etwa die Hälfte sind Profimusiker. Für die Lehrer sei so etwas auch wieder einmal eine besondere Herausforderung.

    Manfred Heiß war auch einmal selbst Profimusiker, jetzt steht er an den Reglern, hat alles Im Griff. Der Takt wird vorgegeben, die Musiker setzen ein. Dann bricht er ab. Die Geschwindigkeit stimmt nicht, ein Instrument ist zu hoch. Das Ganze noch mal von vorn. Es dauert wie Weile, bis er wirklich zufrieden ist. Der Anspruch ist hoch. Es soll ja ein gutes Produkt werden. Am dritten Tag sind sie sogar ein wenig früher fertig. Für das Orchester ist die Arbeit getan. Noch etwa zwei bis drei Tage wird Manfred Heiß benötigen, um die Soloeinspielungen und den Gesang aufzunehmen. Christa Straub, Ralf Ott und der Dirigent selbst werden am Mikrofon stehen. "Wir machen das Master, dann wird die CD gepresst", sagt er. Es wird noch etwa zwei Monate dauern, bis sie im Handel ist. Etwa 700 Stück müssten verkauft werden, um die Unkosten zu decken. Aber das ist jetzt erst einmal Nebensache. Wichtig ist den Musikern, dass es eine richtig gute CD wird. Dafür haben sie drei Tage lang hart gearbeitet.

    Thomas Malz

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!