• aktualisiert:

    Münnerstadt

    Münnerstadt: Eine Ehrung für besondere Verdienste

    Stadtarchivar Klaus Dieter Guhling hat einen ganzen Ordner mit Material über die Stadtmedaille und ihre Träger zusammen gestellt. Er selbst gehört zu den ganz wenigen Personen, die die silberne und die goldene Stadtmedaille verliehen bekommen haben. Thomas Malz
    Stadtarchivar Klaus Dieter Guhling hat einen ganzen Ordner mit Material über die Stadtmedaille und ihre Träger zusammen gestellt. Er selbst gehört zu den ganz wenigen Personen, die die silberne und die goldene Stadtmedaille verliehen bekommen haben. Thomas Malz

    Nur wenigen Münnerstädtern ist diese Ehre vergönnt. Maximal 40 lebende Personen dürfen sich Träger der Stadtmedaille nennen. Anlässlich der 1200-Jahrfeier der Stadt Münnerstadt im Jahr 1970 hatte der Stadtrat ein Jahr zuvor beschlossen, an Personen, die sich um das Wohl und Ansehen der Stadt Münnerstadt besonders verdient gemacht haben, eine Stadtmedaille zu verleihen. Zehn Jahre später kam eine silberne Stadtmedaille hinzu, seither darf die goldene nur noch für "hervorragende Verdienste" verliehen werden. Bisher sind sie immer an natürliche Personen vergeben worden, wobei es eine Ausnahme gibt: der Augustinerorden.

    "In der Stadtratssitzung lag ein Bleiabguss des Stadtsiegels von 1297 bis 1315 vor, das in Silber vergoldet, an Personen als Stadtmedaille verliehen wird, die sich um das Wohl und Ansehen der Stadt besonders verdient gemacht haben", so stand es im August 1969 - vor genau 50 Jahren - in der Zeitung geschrieben. Und: "Mit der Genehmigung des Probedrucks gab der Stadtrat den Startschuss für die Prägung der Verdienstmedaille."

    Nur der Bürgermeister und die Stadträte dürfen einen Antrag stellen, wenn ein Münnerstädter die Stadtmedaille bekommen soll, sagt der geschäftsleitende Beamte der Stadt, Stefan Bierdimpfl. Dann entscheidet der Stadtrat, wobei es einer Mehrheit von zwei Dritteln bedarf. Wenn beispielsweise Vereine die besondere Würdigung für ein Mitglied wünschen, dann sollten sie sich an den Bürgermeister, einen Stadtrat oder die Verwaltung wenden, sagt Bürgermeister Helmut Blank ( CSU ) dazu. Es gibt allerdings ein paar Einschränkungen.

    Zehn lebende Träger der goldenen Stadtmedaille und 30 lebende Träger der silbernen Stadtmedaille - mehr darf es nicht geben. Ungeschriebene Vorgabe ist es auch, dass aktiven Mitglieder des Stadtrats die Medaille nicht verliehen wird. Beenden sie dieses Ehrenamt, wird ihnen in der Regel die silberne Stadtmedaille verliehen, vorausgesetzt sie waren mindestens zwei volle Wahlperioden (also zwölf Jahre) tätig. Die Medaille ist Eigentum des Ausgezeichneten, nach seinem Tod geht sie in den Besitz der Erben über. Bei unwürdigem Verhalten kann die Ehrung auch widerrufen werden, aber das ist bisher noch nicht vorgekommen. Geldprämien oder besondere Rechte sind mit der Verleihung nicht verbunden.

    Es ist eine sieben Zentimeter große Medaille, die in einem Etui ausgehändigt wird. Öffentlich tragen kann ein Geehrter sie nicht. Deshalb hat der Stadtrat im Jahr 2000 folgendes beschlossen: "Als sichtbares Zeichen der Ehrung ist dafür eine Anstecknadel geschaffen, die von den geehrten Personen an der Bekleidung getragen werden kann." Seither wird neben der Medaille auch die Anstecknadel verliehen.

    Wenn man mehr über die Stadtmedaille und ihre Träger wissen will, dann führt der Weg zu Stadtarchivar Klaus Dieter Guhling. Er hat einen ganzen Ordner darüber zusammengetragen. Hatte der Stadtrat 1969 den Weg geebnet, so wurde die Stadtmedaille im August 1970 zum ersten Mal verliehen. Pater Wolfram Rosenkranz, Alfred Bötz und Rudolf-Erich Müller waren die ersten drei verdienten Persönlichkeiten, die damit geehrt wurden. Das geschah in feierlicher Form während der Festwoche anlässlich des Stadtjubiläums. Pater Wolfram Rosenkranz bekam sie für seine Verdienste um die Erhaltung der Kunstschätze, den Wiederaufbau und die Renovierung der Stadtpfarrkirche, Alfred Bötz für seine langjährige Tätigkeit als Stadtrat, für seine Verdienste als Einsatzleiter des städtischen Werktrupps beim Straßenbau und die Stadtverschönerung, Rudolf-Erich Müller für seine Verdienste in der Wirtschaft, die ideelle Förderung von kulturellen Einrichtungen und die großzügigen Zuwendungen für Vereine, Sozialeinrichtungen und das Gymnasium.

    Die Liste der seither Geehrten ist lang. Es sind langjährige Stadträte darunter und viele Münnerstädter, die sich in Vereinen oder als Privatpersonen um die Stadt verdient gemacht haben. Nach der letzten Wahl 2014 bekamen die ausgeschiedenen Stadträte Hermann Brust, Wolfgang Brust, Arno Schlembach und Christine Seger die Stadtmedaille in Silber , Norbert Reiter und Karl-Peter Will die Stadtmedaille in Gold verliehen. 2016 kam der langjährige Generalsekretär des Deutschen Bestatterverbandes, Dr. Rolf Lichtner , und Stadtarchivar Klaus Dieter Guhling (beide Gold ) hinzu, 2017 erhielten Elisabeth Lenhardt und Bruno Schäfer (beide Silber ) die bislang letzten Medaillen .

    Klaus-Dieter Guhling besitzt sogar beide Stadtmedaillen. Als er nach 18 Jahren im Stadtrat 1996 aufhörte, bekam er die silberne verliehen, allerdings war er damals verhindert. 2016 bekam des "personifizierte Gedächtnis der Stadt" für seine 30 Jahre währende engagierte Tätigkeit als Stadtarchivar die Stadtmedaille in Gold und trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein. Die "lustvolle Lebensaufgabe ohne Altersbeschränkung", wie er sein Ehrenamt bezeichnet, erfüllt ihn noch heute.

    Thomas Malz

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!