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    Münnerstadt: Große Feier braucht viel Platz

    Auf dem Gelände am Sportzentrum soll die Festwoche zur 1250-Jahrfeier der Stadt Münnerstadt im Juli 2020 stattfinden. Darauf hat sich der Stadtrat jetzt geeinigt. Thomas Malz
    Auf dem Gelände am Sportzentrum soll die Festwoche zur 1250-Jahrfeier der Stadt Münnerstadt im Juli 2020 stattfinden. Darauf hat sich der Stadtrat jetzt geeinigt. Thomas Malz

    Obwohl lange Zeit favorisiert, wird das Jubiläum 1250 Jahre Münnerstadt im Juli 2020 nicht auf den Lauerwiesen entlang der Coburger Straße gefeiert. Die Kosten für die offensichtlich notwendigen Befestigungen waren den Stadträten letztlich zu hoch. Weil aber ein großes Festzelt gewünscht wird, und offensichtlich sehr bekannte Bands spielen sollen, fiel die Wahl schließlich auf das Areal am Sportzentrum. Lediglich Bürgermeister Helmut Blank ( CSU ) sprach sich dagegen aus. Er hätte das Fest lieber - in abgespeckter Form - in der Altstadt gesehen.

    Bisher hatte sich eine Arbeitsgruppe mit der Vorbereitung des Jubiläumsfestes befasst. Über den Stand hatte sich Stadträtin Rosina Eckert (Forum aktiv) in der letzten Stadtratssitzung erkundigt, bei der jüngsten Sitzung stand das Thema auf der Tagesordnung. Dazu hatte der Bürgermeister Matthias Kirchner vom Planungsbüro Bautechnik Kirchner geladen, der seine Standortanalyse zum geplanten Festplatz an der Coburger Straße vorstellte. "Ergebnisoffen und neutral" habe er die Analyse durchgeführt, betonte Matthias Kirchner. Dabei hat er Unterlagen verwendet, die ihm vom Stadtmarketing zur Verfügung gestellt worden waren.

    Das Areal liegt komplett im Überschwemmungsgebiet, sagte Matthias Kirchner, es müssten noch verschiedene Genehmigungen eingeholt werden. Seine Analyse machte deutlich, dass das Gelände durchaus geeignet wäre, der springende Punkt aber ist der Untergrund, den der Planer als "absolut weich" bezeichnete. "Bei nasser Witterung kommt da kein Auto mehr raus." Für die Befestigung der Fahrstraßen und Fahrspuren auf den Parkflächen hatte er Kosten von mehr als 260 000 Euro errechnet.

    Bürgermeister Helmut Blank erinnerte daran, dass für das Fest bereits 300 000 Euro bewilligt worden seien. Wegen der zusätzlichen Kosten für die Herrichtung der Wiesen an der Coburger Straße hält er diesen Standort für ungeeignet. Eine Alternative sei das Gelände am Sportzentrum. Im Juli 2020 sollen dort aber die Generalsanierung der Mehrzweckhalle laufen. Möglich sei der Standort aber trotzdem. Helmut Blank kam zu dem Schluss: "Für mich kommt nur die Altstadt in Frage, der Anger in einer der schönsten Städte Unterfrankens. Da gehört das Stadtfest hin", betonte er. Allerdings seien ihm die geplanten zehn Tage, die das Fest dauern soll, zu lang. Dann gab er bekannt, dass Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ( CSU ) die Schirmherrschaft übernommen hat.

    Dieter Petsch ( Freie Wähler ) verwies darauf, dass es sich bei den zehn Tagen um den Zeitraum handele, Veranstaltungen könne man auch nur an sechs, sieben Tagen durchführen. Obwohl Dieter Petsch bisher die Coburger Straße favorisiert hatte, meinte er: "Ich könnte mich auch mit der Mehrzweckhalle anfreunden." Denn im Juli, wenn das Stadtfest stattfinden soll, könnten die Flurwege rund um das Sportzentrum als Parkraum genutzt werden. Der Anger ohne ein Festzedlt komme für ihn als Veranstaltungsort nicht in Frage, so Dieter Petsch: "Das Risiko, das wir für Markus Söder einen Schirm halten müssen, ist mir zu groß."

    "Mir auch", sagte der Bürgermeister dazu. Das Gelände an der Mehrzweckhalle könne auf jeden Fall als Veranstaltungsort dienen. Er sprach sich trotzdem für die Altstadt aus.

    "Ich glaube, dass in der Festwoche auch Veranstaltungen in der Altstadt dazukommen", sagte Leo Pfennig ( Freie Wähler ), der aber ein großes Festzelt favorisiert. Bei den von Bürgermeister Blank ins Feld geführten Ausgaben in Höhe von 300 000 Euro müsse man bedenken, dass es bei attraktiven Bands auch Einnahmen gibt, das Defizit also weitaus geringer ausfalle.

    Man müsse doch erst einmal abwarten, ob überhaupt Personal für die Durchführung des Festes gefunden wird, warf Klaus Schebler (Neue Wege) ein. Am 20. März soll es dazu noch einmal ein Treffen des Arbeitskreises geben.

    Er sei verwundert, dass jetzt der Platz an der Coburger Straße 260 000 Euro kosten soll, meinte Zweiter Bürgermeister Andreas Trägner. In Bad Bocklet werde doch auch immer ein Festzelt direkt an der Saale aufgestellt. Der Unterschied sei, meinte Matthias Kirchner dazu, dass in Bad Bocklet nur Fußgänger unterwegs sind, die Wiesen an der Coburger Straße aber stark von Autos frequentiert werden sollen. Der Stadtrat treffe die Entscheidung, erklärte der Bürgermeister. Es könne auch die Coburger Straße sein. Das mache keinen Sinn, fand Georg Heymann ( CSU ). Es gebe jetzt nur noch das Areal an der Mehrzweckhalle und die Altstadt.

    Vor einem halben Jahr sei mit der Planung begonnen worden und jetzt komme der Bürgermeister mit solchen Kosten , ärgerte sich Andreas Trägner. Die Planung sei jetzt um ein halbes Jahr zurückgeworfen worden. Das sah auch Britta Bildhauer ( SPD ) so. Andreas Trägner kam zu dem Schluss: "Weil der Herr Blank seinen Job nicht macht." Aber der Bürgermeister hielt entgegen, dass es keinen Zeitverlust gebe. Er bat um eine Entscheidung, die er nach einer sehr ausführlichen, sachlich geführten Diskussion auch bekam. Michael Kastl schlug vor, dass der Stadtrat ab jetzt immer wieder über den Sachstand der Festvorbereitungen informiert wird.

    Thomas Malz

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