• aktualisiert:

    Münnerstadt

    Münnerstadt: Große Trauer um Bruno Eckert

    Bruno Eckert, hier in seiner Paraderolle als Michel Stapf, ist tot. Foto: Heike Beudert
    Bruno Eckert, hier in seiner Paraderolle als Michel Stapf, ist tot. Foto: Heike Beudert

    Wie verabschiedet man einen Menschen, der Zeit seines Lebens für die Gemeinschaft gearbeitet hat und sich dafür immer jedes "Dankeschön" verbeten hat? Wäre es nach Bruno Eckert gegangen, so hätte er sich vermutlich auch jetzt jedes Wort verbeten. Doch manche Wünsche darf man einfach nicht erfüllen - zu groß war der Einsatz des Mannes für seine Heimatstadt Münnerstadt . Bruno Eckert starb am Mittwoch überraschend im Alter von 72 Jahren während eines Besuchs bei seiner Tochter in München.

    Ein Leben für die Gemeinschaft

    Heimatspiel, Stadtrat, Golfplatz Maria Bildhausen, Studiengenossenfest - das sind einige Eckpunkte eines Lebens, das Eckert zum Großteil der Gemeinschaft in den Dienst gestellt hat. So sind Schock und Trauer groß in Münnerstadt .

    Bruno Eckert wurde in Münnerstadt geboren, er wuchs hier auf, schon früh gehörte er zu denen, die handeln und nicht nur reden. So erinnert sich sein langjähriger Freund Franz Wüst an die 1960er Jahre: "In der Katholischen Jugend haben wir Faschingssitzungen zusammen veranstaltet, mit Elferrat und allem Drum und Dran. Da war er der Präsident mit 17, 18 Jahren."

    Paraderolle Michel Stapf

    Auch beim Heimatspiel engagierten sich die beiden. Wieder war es Eckert, der - nicht nur im Spiel als langjähriger Michel Stapf und später Baltzer Dietmar - eine führende Rolle einnahm: In den 1970erJahren wurde das Spiel in einen Verein umgewandelt. Bruno Eckert hielt den Vorsitz bis 2017. Wüst: "Er war der erste beim Stühle-aufstellen und der letzte, wenn die Straße gekehrt wurde." Jahrzehnte verkörperte Eckert nicht nur den Verein, er liebte, lebte und belebte das Heimatspiel. "Habt ihr die Schreckensnachricht schon vernommen, die wie ein Blitz in unsre Freude schlug..." - an diesen Satz aus dem Heimatspiel dürften nach der Nachricht vom Tod von Mr. Heimatspiel viele gedacht haben.

    Bruno Eckerts Nachfolgerin wurde Claudia Kind. Sie sagt: "Eben waren wir noch in der Freude der erfolgreich abgeschlossenen Saison und nun trifft uns die Nachricht vom Tod unseres langjährigen Vorsitzenden Bruno Eckert. Das Heimatspiel machte einen großen Teil seines Lebens aus. Wir trauern um ihn und unsere Gedanken sind bei seiner Familie, die ihn viel zu früh hergeben musste."

    Kooperativ und hilfsbereit

    1992 hob er als Gründungsmitglied auch den Golfclub Maria Bildhausen aus der Taufe, lange engagierte er sich als Schriftführer, wie sich Franz Wüst erinnert. Franz Wüst: "Es ist nicht leicht, die richtigen Worte für Bruno zu finden. Ehrungen lehnte er grundsätzlich ab, er stand nie bewusst in der ersten Reihe. Er hatte Ecken, hatte Kanten, er war Realist und ging keiner Diskussion aus dem Weg, weil es ihm um die Sache ging. Dazu war er sehr kooperativ, hilfsbereit und immer lösungsorientiert - mit ihm ging es immer weiter."

    Beliebter Pädagoge

    Von 1974 bis 2011 war Bruno Eckert Lehrer in Münnerstadt , an der Hauptschule, die später zur Mittelschule wurde. Ulrike Freifrau von und zu der Tann hat Bruno Eckert einige Zeit noch als Kollege erlebt. "Ein sehr überzeugender und kompetenter Lehrer, der immer jedem geholfen hat. Er war sehr gradlinig und auch deshalb ein sehr beliebter Pädagoge: Die Schüler wussten, woran sie bei ihm sind."

    Das bestätigt auch Erwin Rumpel , der Bruno Eckert nicht nur wegen seines Einsatzes um seine Tochter als Schülerin dankt. "Er hat meine Tochter aufgebaut, er war ihr bester Sparringspartner." Partner war ihm Eckert auch im "Mürschter Zirkel", jenem Verein, der das Studiengenossenfest ausrichtet. Nächstes Jahr soll es wieder stattfinden. Rumpel, der dafür das Heft "Vinculum" schreibt: "Er war der Motor des Studiengenossenfests - für mich tut sich da eine sehr große Lücke auf. Es gibt Leute, die reden - aber machen nichts. Bei Bruno war das anders: Er hat einfach die Arbeit gemacht."

    30 Jahre im Stadtrat

    Viel Arbeit gab es für ihn auch im Stadtrat. 30 Jahre lang war er bis 2008 Mitglied des Gremiums, 18 Jahre davon als stellvertretender Bürgermeister unter Ferdinand Betzer und als Fremdenverkehrsreferent. Zunächst agierte er für die CSU . Er unterlag 1996 beim Versuch, bei der Kommunalwahl Ferdinand Betzer zu beerben. 2001 kam es bei der Aufstellung der Kandidaten für die Kommunalwahl 2002 zu großen Zerwürfnissen im CSU-Ortsverband, dem Eckert seit seiner Jugend angehörte. Er trat aus und schloss sich der Wählergruppe Forum aktiv an, für die er noch sechs Jahre im Stadtrat aktiv war.

    Ehrung abgelehnt

    Als ihm einst die Goldene Stadtmedaille verliehen werden sollte, lehnte er die ab. Seine Begründung war gleichzeitig die Haltung, die er Zeit seines Lebens hatte: Wer Leistung von Gemeinschaften, denen jemand angehört, empfange, hat auch Pflichten der Gemeinschaft gegenüber, sagte er damals. Doch jede Gemeinschaft könne nur bestehen und sich entwickeln, wenn die, die ihre Vorleistung nutzen, ihren Pflichten der Gemeinschaft nachkommen. "Hier handelt es sich um eine Bringschuld, die jeder im Rahmen seiner Fähigkeiten und Möglichkeiten zu leisten hat", schrieb er damals. Er habe sich immer bemüht, seine Pflichten der jeweiligen Gemeinschaft gegenüber zu erfüllen und so sein "Schuldkonto" bei ihr auszugleichen und "zurückzuzahlen", was er an Leistungen erhalten habe. "Dank oder gar Ehrung erscheinen mir deshalb hier nicht geboten."

    Bruno Eckert hinterlässt zwei Kinder und fünf Enkelkinder. Nach Auskunft von Angehörigen soll es ein Requiem in der Klosterkirche geben.

    Susanne Will

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!