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    Münnerstadt: Kampfansage an die Raser

    Über zu schnell durch das Dorf fahrende Autos klagen die Windheimer. Sie haben sich an Bürgermeister Helmut Blank gewandt. Der sieht das Problem auch in anderen Stadtteilen. Das Thema kommt in den Stadtrat. Thomas Malz
    Über zu schnell durch das Dorf fahrende Autos klagen die Windheimer. Sie haben sich an Bürgermeister Helmut Blank gewandt. Der sieht das Problem auch in anderen Stadtteilen. Das Thema kommt in den Stadtrat. Thomas Malz

    Die Windheimer haben es satt. Gleich vier Anträge sind jetzt an Münnerstadts Bürgermeister Helmut Blank ( CSU ) gegangen, die sich allesamt auf den Verkehr durch den Ort beziehen. So soll Rasern das Handwerk gelegt werden. Helmut Blank will das Thema in einer der nächsten Stadtratssitzungen behandeln lassen. Allerdings sieht er das Problem nicht auf Windheim beschränkt.

    "Wir haben einmal im Jahr eine Ortsversammlung, bei der Probleme angesprochen werden", sagt Ortsreferent Klaus Schebler (Neue Wege). Bei der letzten Versammlung beschlossen die Anwesenden vier Anträge. Um die Dringlichkeit zu unterstreichen, sammelten die Initiatoren Unterschriften im Ort. "Bei 79 haben sie aufgehört", so Klaus Schebler, der die Anträge samt Unterschriften im Rathaus abgegeben hat.

    Die Windheimer beantragen eine bauliche Straßenverengung am Ortseingang von Reichenbach kommend, um die Geschwindigkeit der Fahrzeuge zu reduzieren. Außerdem müsse ein sogenannter Geschwindigkeitstrichter von Reichenbach kommend vor der Ortschaft aufgestellt werden, so dass Fahrzeuge gezwungen werden, die Geschwindigkeit auf 70 Stundenkilometer zu reduzieren. Im dritten Antrag wird der Bürgermeister gebeten, bei der Polizei zu veranlassen, mehr Radarkontrollen in diesem Bereich durchzuführen. Schließlich wird beantragt, die Stadt Münnerstadt solle Geschwindigkeitskontrollen von privaten Blitzer-Firmen durchführen lassen, wie es beispielsweise in den Nachbargemeinden Bad Bocklet und Burglauer bereits getan werde.

    Es handele sich um eine abschüssige Straße, die von Autofahrern recht spät einsehbar sei, heißt es in der Begründung zu den Anträgen. Aber gerade in diesem Beriech sei eine große Frequentierung durch Spaziergänger und Wanderer zu verzeichnen. "Noch wichtiger ist aber, dass sich dort in unmittelbarer Nähe auch die Schul- und Kindergartenbushaltestellen befinden." Mittlerweile habe der Verkehr in diesem Bereich sehr zugenommen, diese Straße werde unter anderem auch als Verbindung zur Autobahnauffahrt durch die Nachbargemeinden benutzt. Es falle immer öfter auf, dass gerade auch Schulbusse weder die Rechts-vor-links-Regelung beachten, noch die vorgegebene Geschwindigkeit auch nur annähernd einhalten. "Gerade was die Schülertransporte anbelangt, möchten wir darum bitten, dies der Polizei zu melden, damit sie die Busse kontrolliert", schreiben die Unterzeichner.

    Es seien bei weitem nicht nur die Windheimer selbst, die diese Straße nutzen, betont Klaus Schebler. Zum geforderten Blitzen durch Privatanbieter sagt er: "Es geht nicht darum, dass die Stadt ihre Kassen füllt." Wenn überhaupt, sei da ohnehin höchstes eine schwarze Null drin. Den umliegenden Gemeinden gehe es auch nicht ums Geld, sondern um die Sicherheit.

    Bürgermeister Helmut Blank hat sich bereits mit dem Schreiben befasst. "Ich werte das als normalen Antrag und werde das in einer der nächsten Stadtratssitzungen auf die Tagesordnung nehmen", sagt er. Zum Thema Geschwindigkeitskontrollen durch private Blitzer-Firmen meint er: "Wir hatten das schon einmal im Stadtrat." Er habe bereits die Verwaltung beauftragt, Kontakt mit der NES-Allianz aufzunehmen, um abzuklären, welche Möglichkeiten bestehen, diesem Zweckverband beizutreten. "Ich würde das begrüßen", erklärt der Bürgermeister. Eins ist für ihn klar. "Die Geschwindigkeit wird nicht nur überzogen, sondern extrem überzogen." Aber das betreffe nicht nur Windheim. Er zählt Kleinwenkheim , Großwenkheim , Wermerichshausen und Reichenbach auf, wo es ähnliche Probleme gebe.

    Für die geforderte bauliche Veränderung müssten die Kosten ermittelt werden, Voraussetzung für den gewünschten Geschwindigkeitstrichter sei eine Verkehrsschau, so der Bürgermeister. Er werde sich diesbezüglich mit der Polizei in Verbindung setzen. Dort will er auch darum bitten, dass Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt werden.

    Thomas Malz

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