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    Münnerstadt

    Münnerstadt: Klare Absage an die Absage

    Die Organisatoren des Stadtjubiläums 1250 Jahre Münnerstadt bleiben bei der Planung des Jubiläums. Sie wollen den Bürgern und den Gewerbetreibenden nicht die Hoffnung nehmen.
    Das gemeinsame Konzert der Kapellen aus dem Stadtgebiet nach dem Sternmarsch gehört zu den Höhepunkten bei den Stadtfesten. Ob im Jubiläumsjahr gefeiert werden kann, ist noch unklar. Abgesagt wird es jedenfalls jetzt nicht.  Thomas Malz       -  Das gemeinsame Konzert der Kapellen aus dem Stadtgebiet nach dem Sternmarsch gehört zu den Höhepunkten bei den Stadtfesten. Ob im Jubiläumsjahr gefeiert werden kann, ist noch unklar. Abgesagt wird es jedenfalls jetzt nicht.  Thomas Malz
    Das gemeinsame Konzert der Kapellen aus dem Stadtgebiet nach dem Sternmarsch gehört zu den Höhepunkten bei den Stadtfesten. Ob im Jubiläumsjahr gefeiert werden kann, ist noch unklar. Abgesagt wird es jedenfalls jetzt nicht. Thomas Malz

    Fast täglich werden Veranstaltungen und Mega-Events wie die Olympischen Spiele oder die Fußball-EM für dieses Jahr abgesagt. Auch in Münnerstadt fällt beispielsweise der Ostermarkt komplett ins Wasser. Dieser dürfte wegen der Beschränkungen gar nicht stattfinden. Aber auch andere Events, die viel später stattfinden sollten, sind bereits in das nächste Jahr verschoben worden, wie zuletzt das Studiengenossenfest, das am dritten Juli-Wochenende vorgesehen war.

    Eine Woche vorher soll das Hauptfest der Jubiläumsfeierlichkeiten anlässlich 1250 Jahre der ersten urkundlichen Erwähnung Münnerstadts stattfinden: Das um zwei Tage erweiterte Stadtfest "Musik und Märkte". Nachdem 3. Bürgermeister Axel Knauff ( SPD ) auch noch die Verschiebung sämtlicher Veranstaltungen zum Stadtjubiläum ins nächste Jahr gefordert hat, warteten viele Münnerstädter darauf, was passiert: nichts. Es sei viel zu früh für eine Absage, meint Bürgermeister Helmut Blank ( CSU ). Und: "Die Entscheidung möchte ich dem neuen Bürgermeister und dem neuen Stadtrat überlassen." Man sollte den Bewohnern und den Gewerbetreibenden nicht alle Hoffnung nehmen, ist er überzeugt.

    Bisher gelten die Ausgangsbeschränkungen bis zum 20. April. "Mit einer Absage der Feierlichkeiten zum jetzigen Zeitpunkt wäre ein wirtschaftlicher Schaden für die Vereine und Gewerbetreibenden verbunden, die mit dem Stadtfest Geld verdienen", betont das Stadtoberhaupt. Und auch die Stadt habe Verträge geschlossen. Würden diese jetzt gekündigt, müsse die Kommune dafür aufkommen. Wenn aber das Verbot von Veranstaltungen verlängert wird, sei das höhere Gewalt. "Dann bekommt die Stadt ihr Geld zurück."

    Das Hauptaugenmerk richtet sich natürlich auf die Großveranstaltung "Musik und Märkte" am zweiten Juli-Wochenende, die heuer wegen des Jubiläums um zwei Tage verlängert wird. Sollte diese tatsächlich nicht stattfinden können, danach aber die Sicherheitsvorkehrungen wegen der Pandemie aufgehoben werden, sieht Helmut Blank keinen Grund, die anderen Veranstaltungen auch abzusagen. "Meiner Meinung nach sollten die kleinen Feste im September und Oktober aufrecht erhalten werden" sagt er. "Weil dann die heimische Wirtschaft das Geld umso nötiger braucht." Und: "Wir als Stadt haben eine Verpflichtung gegenüber der heimischen Wirtschaft." Der Stadtrat könne das auch anders entscheiden, aber die Bevölkerung brauche einen Hoffnungsschimmer. Die Bürger bräuchten nach der Krise schließlich auch ein wenig Zerstreuung.

    Helmut Blank steht mit seiner Meinung nicht allein. Das Nicht-Absagen der Jubiläumsfeierlichkeiten zum jetzigen Zeitpunkt ist das Ergebnis von Besprechungen, an denen auch die Kreativkraft für Stadtmarketing und Tourismus, Kilian Düring, beteiligt war. "Wir sind Verpflichtungen eingegangen", sagt er. Wenn die Stadt jetzt absagt, sei das praktisch grundlos, weshalb die Kommune in der Pflicht wäre. Natürlich weiß auch er nicht, wie sich die Situation weiter entwickelt. Bei den bereits jetzt abgesagten Großveranstaltungen, wie die Fußball-EM , wären Zigtausende Menschen zusammen gekommen, das Münnerstädter Stadtfest habe weit weniger Gäste. Deshalb rechnet er dem Stadtfest noch Chancen ein. Aber: "Ich würde diese Entscheidung nicht alleine fällen wollen", sagt er. Das müsse der Stadtrat und der Bürgermeister tun. "Wir können nur beraten."

    Also werdender neue Stadtrat mit dem neuen Bürgermeister Michael Kastl ( CSU ) die Entscheidung treffen müssen. Michael Kastl hat sich auch schon mit der Materie befasst. Er stimmt Helmut Blank und Kilian Düring vollkommen zu. Man müsse jetzt erst einmal abwarten, wie es nach dem 20. April weiter geht, sagt er. "Die Sachlage ist regelmäßig neu zu bewerten." Der künftige Bürgermeister kommt zu dem Schluss: "Jetzt ist es zu früh, die Jubiläumsfeierlichkeiten abzusagen." Er macht aber eine Einschränkung: "Außer es kommt ein Verbot, dann gibt es nichts mehr zu entscheiden."

    "Es gibt aus meiner Sicht jetzt keinen Handlungsbedarf", meint auch Arno Reuscher vom "Kaufhaus" Mürscht. "Wir wollen hoffen, dass bis dahin wieder alles in Ordnung ist.

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    Thomas Malz

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